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Solidarität als "typisch luxemburgische Tugend"
Politik 42 3 Min. 23.06.2020

Solidarität als "typisch luxemburgische Tugend"

Großherzog Henri bei seiner Ansprache.

Solidarität als "typisch luxemburgische Tugend"

Großherzog Henri bei seiner Ansprache.
Foto: SIP/Julien Warnand
Politik 42 3 Min. 23.06.2020

Solidarität als "typisch luxemburgische Tugend"

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Die Corona-Krise drückt dem Festakt zu Nationalfeiertag ihren Stempel auf. Dabei loben die Redner ausdrücklich die Solidarität und Disziplin, die die Bürger in den vergangenen Monaten gelebt hätten.

„Es ist ein außergewöhnlicher Tag in einer außergewöhnlichen Situation.“ Gleich zu Beginn seiner Ansprache bringt es Premierminister Xavier Bettel auf den Punkt: Die Corona-Krise beeinträchtigt auch das Festprogramm an Nationalfeiertag.

Xavier Bettel zog die ausländischen Mitbürger in seinen Dank mit ein.
Xavier Bettel zog die ausländischen Mitbürger in seinen Dank mit ein.
Foto: SIP/Julien Warnand

Wie ein rot-weiß-blauer Faden zieht sich denn auch die Pandemie durch die Rede des Premierministers, von Chamberpräsident Fernand Etgen und von Großherzog Henri. Einen Punkt heben sie dabei ganz besonders und gleich mehrmals hervor: Die Solidarität, die Luxemburg getragen habe, seit das Land Mitte März vom Virus erfasst wurde.

Während Etgen von einer „typisch luxemburgischen Tugend“ spricht, betont Bettel, dass die Bürger „dankbar und stolz“ sein könnten, auf das, was sie gemeinsam geleistet hätten und bezieht wie auch Großherzog Henri die ausländischen Mitbürger und Grenzgänger ausdrücklich in diesen Dank mit ein – denn mit den weit reichenden Maßnahmen, die getroffen wurden, habe man den Menschen „sehr viel zugemutet“.

"Beispielhaftes Engagement"


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Großherzog Henri seinerseits zollt insbesondere den Angestellten im Gesundheits- und Pflegedienst seinen tiefen Respekt für ihr „beispielhaftes Engagement“ und lobt neben der Solidarität auch die Disziplin. Luxemburg wäre weitaus härter getroffen worden, wenn die sanitären Schutzbestimmungen nicht beherzigt worden wären: „Jeder hat sich vorbildlich verhalten.“

Großherzog Henri sprach von "vorbildlichem Verhalten".
Großherzog Henri sprach von "vorbildlichem Verhalten".
Foto: SIP/Julien Warnand

Die drei Redner gehen aber auch auf die Opfer ein, die die Krise bis dato gefordert hat und noch abverlangen werde – moralisch, physisch und wirtschaftlich, wie Fernand Etgen zu bedenken gibt. „Es sind Wunden und Schäden entstanden, die nicht von heute auf morgen heilen“, mahnt Premier Bettel und fügt sogleich eine positive Note an: Er sei zuversichtlich, „dass wir die Krise gemeinsam meistern“.

"Grenzenloses Schengen"

Die Corona-Krise könne auch aufgrund einer starken Europäischen Union bewältigt werden, unterstreicht Großherzog Henri mit Blick auf das umfangreiche Hilfspaket den Stellenwert des Staatenbündnisses und plädiert dafür, dass Europa künftig in der Gesundheitspolitik stärker kooperiere. Fernand Etgen erinnert denn auch daran, was geschieht, wenn nationalpolitische Reflexe dominieren und die vorübergehend geschlossenen Grenzen: „Wir wollen unser grenzenloses Schengen zurück.“

Chamberpräsident Fernand Etgen
Chamberpräsident Fernand Etgen
Foto: SIP/Julien Warnand

Dass der Festakt zum Nationalfeiertag am Kanounenhiwwel stattfindet, wird in den Reden thematisiert. Das Monument national de la solidarité luxembourgeoise erinnere an die dunkle Zeit des Zweiten Weltkrieges, als die Luxemburger ihrer Freiheit beraubt wurden und unter schweren Opfern Widerstand gegen das Nazi-Regime geleistet hätten. Das werde nie vergessen, so der Staatschef. Der Premierminister hebt hervor, dass diese Gedenkstätte der passende Ort, um sich der Bedeutung der Freiheit immer wieder bewusst zu werden.


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"Das ganze Glück seiner Eltern"

 Ganz besonders persönlich und emotional werden die Redner, als sie jenes freudige Ereignis ansprechen, dass sich während der Corona-Zeit zutrug: die Geburt von Prinz Charles, das erste Kind von Erbgroßherzogin Stéphanie und Erbgroßherzog Guillaume und „das ganze Glück seiner Eltern“ wie der Staatschef als stolzer Großvater verkündet. „Es war ein heller Lichtblick in dunkler Zeit“, betont seinerseits Fernand Etgen. 

Foto: SIP/Julien Warnand

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