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"Solange man redet, ist noch Hoffnung da“
Politik 16.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Xavier Bettel in Berlin

"Solange man redet, ist noch Hoffnung da“

Xavier Bettel wurde mit militärischen Ehren in Berlin empfangen.
Xavier Bettel in Berlin

"Solange man redet, ist noch Hoffnung da“

Xavier Bettel wurde mit militärischen Ehren in Berlin empfangen.
Foto: AFP
Politik 16.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Xavier Bettel in Berlin

"Solange man redet, ist noch Hoffnung da“

Premier Bettel traf am Dienstag mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Gesprächsthemen waren Griechenland und die Flüchtlingsproblematik.

(TJ/DPA) - Xavier Bettel ist im Vorfeld der luxemburgischen EU-Ratspräsidentschaft am Dienstag nach Berlin gereist. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren traf er auf Bundeskanzlerin Merkel. Beide Politiker beschäftigten sich - wie nicht anders zu erwarten - mit den aktuellen europäischen Dossiers, darunter die Griechenland-Krise und das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer. 

Im Anschluss an das Treffen traten beide vor die Presse. Zu Spekulationen über mögliche Notfallpläne und Sondergipfel für Griechenland äußerte sich die Kanzlerin nicht. „Ich konzentriere meine ganze Kraft darauf mitzuhelfen, dass die drei Institutionen mit Griechenland eine Lösung finden“. Auf Basis dieses Vorschlages könnten dann die Euro-Finanzminister verhandeln. Es gebe „leider wenig Neues zu berichten“. 

Gemeinsam brieften die beiden Politiker nach ihrem Treffen die Presse im Kanzleramt.
Gemeinsam brieften die beiden Politiker nach ihrem Treffen die Presse im Kanzleramt.
Foto: AFP

Bettel sagte, „solange man redet, ist noch Hoffnung da“. Es müsse jedoch auch Ergebnisse geben. Es gebe eine Bringschuld auch der Griechen. Athen müsse Vorschläge machen, wie Griechenland aus der Situation herauskommen wolle. „Ich kann nicht gegenüber meinen luxemburgischen Steuerzahlern sagen, ist mir egal, was mit den griechischen Schulden passiert“, so der Premier weiter.

Flüchtlingsproblematik

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hält an der Forderung nach einer gerechten Verteilung der Flüchtlinge in Europa fest.

Der nächste EU-Gipfel, kommende Woche, werde sich mit dem „sehr schwierigen Thema der Migration“ befassen. Das Problem werde die EU auch im zweiten Halbjahr unter der Präsidentschaft Luxemburgs beschäftigen.

„Die deutsche Seite ist der Meinung, dass wir eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge brauchen“, sagte Merkel. Gegen eine verpflichtende Maßnahme gebe es aber erhebliche Widerstände in einigen Mitgliedsstaaten.

Es komme darauf an, die „gesamte Agenda“ von der Bekämpfung der Fluchtursachen bis zur Rettung von Menschenleben und der Behandlung der Asylanträge „mit einem hohen Maß an Sensibilität und möglichst Gemeinsamkeit“ zur Entscheidung zu bringen.


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