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SNE fordert Aufwertung des Lehrerberufs
Politik 2 Min. 24.09.2019 Aus unserem online-Archiv

SNE fordert Aufwertung des Lehrerberufs

Nach dem Dafürhalten des SNE soll sich der administrative Aufwand für Lehrer in Zukunft deutlich verringern.

SNE fordert Aufwertung des Lehrerberufs

Nach dem Dafürhalten des SNE soll sich der administrative Aufwand für Lehrer in Zukunft deutlich verringern.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 24.09.2019 Aus unserem online-Archiv

SNE fordert Aufwertung des Lehrerberufs

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Gewerkschaft spricht sich für Lehrerausbildung auf Masterniveau aus. Zudem soll der administrative Aufwand reduziert werden.

„Unsere Schule braucht in den nächsten Jahren vor allem Ruhe, um all die Reformen der vergangenen Jahre wirken zu lassen“, so Patrick Remakel, Präsident der Lehrergewerkschaft  SNE/CGFP. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man sich für eine komplette Beibehaltung des Status quo ausspricht.

Eine der Hauptforderungen des SNE ist die Aufwertung des Lehrerberufs. Die Ausbildung solle künftig auf Masterniveau angeboten werden. Dabei könne man sich zwei Modelle vorstellen, entweder ein Bachelorstudium der Pädagogik, gefolgt von einem spezialisierten Masterstudiengang, oder den genau umgekehrten Weg. Ein fachspezifischer Bachelor mit anschließendem Master in der Pädagogik sei in Deutschland und Frankreich bereits gängige Praxis, wie Remakel betonte. 

Quereinsteiger werden weiter benötigt

 Eine weitere Forderung betrifft die Verringerung des administrativen Aufwands für Lehrkräfte. Das Unterrichten müsse wieder zur primären Mission des Lehrers werden. Vor diesem Hintergrund begrüße man ausdrücklich die Ankündigung des Ministers, eine Analyse des administrativen Aufwands durchführen zu wollen. 


Grundschule - Photo : Pierre Matgé
Lehrerausbildung: "Die Unzufriedenheit ist groß"
In Sachen Lehramtsreferendariat scheint es zwei Parallelwelten zu geben: die Referendare, die unzufrieden sind mit der Ausrichtung des Stage und das IFEN, das von Unzufriedenheit nichts gemerkt haben will.

Positiv äußert sich die Gewerkschaft über die Anpassungen beim Stage d'insertion professsionnelle, welche zu einer größeren Praxisnähe führten. Auch die Entscheidung den Beruf für Quereinsteiger mit Bachelorstudium zu öffnen, um den zwischenzeitlich akuten Mangel an Personal auszugleichen, stößt beim SNE nicht auf Ablehnung. Diese seien wohl auch in naher Zukunft nötig, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Dennoch wird angemahnt, dass Absolventen eines Bachelorstudiums der Pädagogik bei der Einstellung zuerst berücksichtigt werden müssten. 

Lernschwierigkeiten sind keine Verhaltensstörungen 

In Bezug auf die Inklusion von Kindern mit speziellen Bedürfnissen ist es der Appell, zwischen Lernschwierigkeiten und Verhaltensstörungen zu unterscheiden. Lernschwierigkeiten müssten schneller ausfindig gemacht und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Diese Arbeit soll von der Équipe de soutien des élèves à besoins éducatifs particuliers ou spécifiques (ESEB) geleistet werden. Für die Betreuung verhaltensauffällige Schüler müsste jede Schule über eine „Task Force“ verfügen. Diese solle aus Krankenpflegern, Sozialarbeitern und Diplompädagogen bestehen. Wenn diese schulinterne Struktur nicht mehr ausreiche, seien externe Einrichtungen am Zug. 

Von Bildungsminister Claude Meischs (DP) Forderung nach einem Bildungstisch ist man beim SNE indes wenig angetan. Mit dem Conseil supérieur de l'éducation verfüge Luxemburg bereits über ein geeignetes Instrument für einen Dialog, welches lediglich einer leichten Reform und einer Wiederaufwertung bedürfe. Hier mache der Minister sich und allen Beteiligten das Leben unnötig kompliziert.


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