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"Wir sind in einer vierten Welle"
Politik 3 Min. 27.10.2021
Corona in Luxemburg

"Wir sind in einer vierten Welle"

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) und Santé-Direktor Jean-Claude Schmit appellierten erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.
Corona in Luxemburg

"Wir sind in einer vierten Welle"

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) und Santé-Direktor Jean-Claude Schmit appellierten erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.
Foto: Guy Jallay
Politik 3 Min. 27.10.2021
Corona in Luxemburg

"Wir sind in einer vierten Welle"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Gesundheitsministerin Lenert und Santé-Direktor Schmit informierten die Öffentlichkeit am Mittwoch über die aktuelle Corona-Situation.

„Wir sind in einer vierten Welle“, sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch, als sie zusammen mit Santé-Direktor Jean-Claude Schmit über die neuesten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie informierte. Seit August/September seien die Neuinfektionen um 60 Prozent gestiegen. Zwar sei der Impakt dank der Impfung nicht so heftig wie 2020, man beobachte aber eine parallele Entwicklung, so Lenert. „Das Virus dreht relativ schnell und virulent und wir erwarten, dass die Zahlen noch weiter steigen.“

Lenert zufolge ist die Zahl der Neuinfektionen vergangene Woche um 25 Prozent im Vergleich zur Vorwoche von 786 auf 981 Neuinfektionen gestiegen. Bei den Ungeimpften liegt die Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 241, während sie bei den Geimpften mit 104 zwar ebenfalls recht hoch, aber deutlich niedriger ist als bei Ungeimpften. „Das zeigt, dass die Impfung wirkt“, so die Gesundheitsministerin.

 Mit steigender Inzidenz steigt auch die Zahl der Krankenhauspatienten. Derzeit werden 29 infizierte Personen im Krankenhaus behandelt (soins normaux), neun Personen liegen auf der Intensivstation und eine Person ist an oder mit Covid-19 gestorben.  

Von allen Covid-Patienten, die seit dem 1. Juli 2021 im Krankenhaus behandelt worden sind, waren 83 Prozent nicht geimpft und von 26 Intensivpatienten waren 23 nicht geimpft. Für Lenert ein weiterer Beweis für die Wichtigkeit der Impfung. „Das Risiko eines Krankenhausaufenthalts ist bei Ungeimpften 15 Mal höher als bei Geimpften. Das sind unsere Zahlen und die decken sich mit denen im Ausland.“ 

Über 5.000 Erstimpfungen in einer Woche

Seit der Ankündigung der neuen Maßnahmen vor einigen Wochen, die zum Ziel haben, die Impfquote zu steigern, ist die Zahl der Erstimpfungen stetig gestiegen. In der ersten Woche nach der Ankündigung ist die Zahl der Erstimpfungen von 2.000 auf 3.000 gestiegen. Vergangene Woche haben sich mehr als 5.000 Personen erstimpfen lassen. 

Der Impfbus war bislang 47 Mal vor allem bei den Unternehmen im Einsatz. Die Impfbuskampagne soll demnächst ausgewertet werden. Zudem will man mit den Betrieben über weitere Maßnahmen diskutieren, um noch mehr Menschen von der Impfung zu überzeugen, so Lenert.

Frist bis zum 10. November verlängert

Am 1. November tritt das neue Covid-Check-Regime in Kraft. Wer sich bis zum 1. November erstimpfen lässt, erhält für die Übergangszeit bis zur Zweitimpfung kostenlose PCR-Tests. Die Frist wird nun bis zum 10. November erweitert, „weil wir noch nicht die gewünschte Impfquote erreicht haben“, so Lenert. Kostenlose PCR-Tests wird es weiterhin auch für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Aktuell sind in Luxemburg 79 Prozent der Bevölkerung (ab zwölf Jahre) erstgeimpft, komplett geimpft sind 75,1 Prozent. Betrachtet man die gesamte Bevölkerung, liegt die Impfquote in Luxemburg bei 64,3 Prozent (EU: 63,5 Prozent. Im EU-Vergleich (Komplettimpfungen ab 18 Jahre) liegt Luxemburg mit 74,9 Prozent leicht über dem EU-Durchschnitt (74,5 Prozent).   


(FILES) In this file photo taken on February 02, 2021 a health worker holds a vial with the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine against the coronavirus at the vaccination center in Freising, southern Germany. - A booster shot of the anti-Covid-19 vaccine developed by Pfizer/BioNTech is 95.6 percent effective against symptomatic infection, according to trial data published by the makers on October 21, 2021. The clinical phase three trial with "10,000 participants 16 years of age and older" showed "a relative vaccine efficacy of 95.6 percent against disease during a period when Delta was the prevalent strain", the companies said in a statement. (Photo by Christof STACHE / AFP)
Sehr hohe Wirksamkeit bei dritter Impfung gegen Corona
Eine dritte Impfung mit dem Corona-Vakzin von Biontech zeigt nach Angaben der beiden Unternehmen eine Wirksamkeit von über 95 Prozent.

Nach wie vor liegt die Hauptinfektionsquelle Lenert zufolge im privaten Bereich. Doch auch in den Schulen, besonders in den Grundschulen, zirkuliert das Virus. Laut Santé-Direktor Jean-Claude Schmit ist die Inzidenz bei den Grundschulkindern, eben weil sie nicht geimpft sind, recht hoch. Im Secondaire sind mittlerweile 60 Prozent der Schüler geimpft, sodass das Virus dort weniger heftig zirkuliert.

Wer mit „Johnson&Johnson“ (etwa 40.000 Personen in Luxemburg) geimpft worden ist, erhält eine Einladung für eine Boosterimpfung. Hintergrund sind Schmit zufolge neue Informationen zum Impfstoff (schnell nachlassende Immunantwort), sodass die Gesundheitsbehörde zu einer Auffrischungsimpfung rät. Was die anderen Boosterimpfungen betrifft, hat die Regierung noch keine Position. Der „Conseil supérieur des maladies infectieuses“ (CSMI) befasse sich derzeit mit dieser Frage.

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