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SEW zur Bildungspolitik: Nichts als leere Worthülsen
Die Lehrergewerkschaft SEW wirft Bildungsminister Claude Meisch vor, sie gezielt von der Gestaltung der Bildungspolitik fernzuhalten.

SEW zur Bildungspolitik: Nichts als leere Worthülsen

Foto: Gerry Huberty
Die Lehrergewerkschaft SEW wirft Bildungsminister Claude Meisch vor, sie gezielt von der Gestaltung der Bildungspolitik fernzuhalten.
Politik 2 Min. 13.09.2016

SEW zur Bildungspolitik: Nichts als leere Worthülsen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Pünktlich zur Schul-Rentrée meldete sich am Dienstag die Lehrergewerkschaft SEW/OGBL zu Wort und nutzte die Gelegenheit, sich über die Bildungspolitik von Minister Claude Meisch auszulassen: Sie sei neoliberal ausgerichtet und gefährde die soziale Kohärenz.

(mig) - Wenige Tage vor der Schul-Rentrée meldete sich die Lehrergewerkschaft SEW/OGBL zu Wort und kritisierte die Bildungspolitik des liberalen Ministers Claude Meisch.

Claude Meischs neoliberale Schulpolitik gefährde die Entwicklung des öffentlichen Bildungswesens und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft, sagte der für das Grundschulwesen zuständige Sprecher Patrick Arendt. Mit seiner Politik fördere er den Egoismus, das Konkurrenzdenken und die Ellbogenmentalität in den Schulen. Dabei würden viele Kinder auf der Strecke bleiben.

Der SEW fühlt sich von der Politik außen vor gelassen. Claude Meisch höre nicht auf die Lehrer und führe lediglich einen Scheindialog. Anstatt die Lehrer in die Ausarbeitung von Reformen einzubeziehen, würden diese lediglich über getroffene Entscheidungen informiert.

Ferner investiere der Minister viel Energie, um die Gewerkschaften aus den Diskussionen herauszuhalten. Darüber hinaus versuche er, die Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen. Das habe einen hohen Preis: Der Unmut in den Schulen werde immer größer und die Leistung der Schüler immer schlechter.

Keine Antworten auf drängende Probleme

Des Weiteren habe die Politik keine Antworten auf die großen pädagogischen Herausforderungen, z. B. bezüglich der immer komplexer werdenden Sprachproblematik. Arendt warf Claude Meisch vor, in der Öffentlichkeit mit großen Ankündigungen zu glänzen. Bei der Umsetzung stelle sich dann jedoch oft heraus, dass die Maßnahmen schlecht vorbereitet oder nicht umsetzbar seien. Viele würden dann einfach in Vergessenheit geraten.

Es fehlt nach Ansicht des SEW nicht an den notwendigen finanziellen Mitteln im Bildungswesen, nur würden die Mittel falsch investiert. Mit dem Geld würden überflüssige administrative Posten und so genannte Experten-Posten geschaffen. Auch würde versucht, die Schulen in Konkurrenz zueinander zu setzen. Um gute Ergebnisse zu erzielen, würden Schulen die Arbeit mit guten Schülern bevorzugen. Das verstärke die sozialen Ungleichheiten.

Auch die Entwicklung des Sekundarschulwesens geht nach Ansicht des SEW in die falsche Richtung. Auch dort glänze Claude Meisch mit spektakulären und wohlklingenden Ankündigungen, "ohne dass sich in den Schulen etwas Grundlegendes ändert", sagte SEW-Vizepräsident Jules Barthel.

Neue Projekte und Strukturen seien oftmals nur oberflächlich organisiert. Viele Details blieben ungeklärt und intransparent. Als Beispiel nannte Barthel die neue Schule in Differdingen. Die Nachfrage sei höher als das Angebot an Plätzen. Unklar sei, wer die Auswahl treffe und nach welchen Kriterien die Schüler ausgewählt würden.

"Meisch entzieht sich seiner Verantwortung"

Bezüglich der geplanten und bereits angekündigten Sekundarschulreform, in der Claude Meisch auf eine Stärkung der Schulautonomie setzt, hieß es seitens des SEW, der Minister wolle sich über diesen Weg seiner Verantwortung entziehen und sich hinter den Mängeln seiner Bildungspolitik verstecken.

Reformen würden nicht mit den Lehrern zusammen, sondern ausschließlich von Bürokraten ausgearbeitet. Für die Misserfolge aber würden am Ende die Lehrer verantwortlich gemacht.

In Sachen Sprachpolitik bleibe es bei der Ankündigung von Allgemeinem, "ohne zu erklären, wie die einzelnen Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden sollen. Von konkreten Maßnahmen und einem konstruktiven Dialog mit den Schulpartnern sind wir noch weit entfernt", so Barthel.


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