Wählen Sie Ihre Nachrichten​

SEW/OGBL fordert Schaffung eines Corona-Krisenstabs
Politik 2 Min. 14.01.2021

SEW/OGBL fordert Schaffung eines Corona-Krisenstabs

„Das Ansteckungsrisiko in den Schulen ist real. Deshalb muss die Sicherheit der Schüler und Lehrer sichergestellt werden“, fordert der SEW-Vorsitzende Patrick Arendt.

SEW/OGBL fordert Schaffung eines Corona-Krisenstabs

„Das Ansteckungsrisiko in den Schulen ist real. Deshalb muss die Sicherheit der Schüler und Lehrer sichergestellt werden“, fordert der SEW-Vorsitzende Patrick Arendt.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 Min. 14.01.2021

SEW/OGBL fordert Schaffung eines Corona-Krisenstabs

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Das Lehrersyndikat SEW/OGBL ist unzufrieden mit Bildungsminister Claude Meisch (DP). Der Gewerkschaft fehlt es unter anderem an Transparenz im Umgang mit den Infektionszahlen.

Das Lehrersyndikat SEW/OGBL ist unzufrieden mit Bildungsminister Claude Meisch (DP) wegen dessen Umgang mit der Corona-Pandemie im Bildungswesen – aber nicht nur. „Es fehlt ein nationales gesamtheitliches Konzept, wie die Schulen ihren Aufgaben gerecht werden sollen und ein transparenter und nachvollziehbarer Stufenplan. Es fehlt an sinnvollen Schutzmaßnahmen für Schüler und Lehrer und es fehlt an Transparenz und an einem ehrlichen Dialog“, sagte der SEW-Vorsitzende Patrick Arendt am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.


ARCHIV - 17.11.2020, Bayern, München: ILLUSTRATION - Ein Mund- und Nasentschutz liegt im Unterricht in einem Geographie-Seminar in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering auf einem Weltalas, während im Hintergrund die Schülerinnen und Schüler mit Mund- und Nasenschutz zu sehen sind. Bayerns Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) hat sich gegen eine Öffnung von Bayerns Schulen nach Ferienende am 10. Januar ausgesprochen. Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Corona-Lockerungen: Zurück auf die Schulbank
Nach den Weihnachtsferien und einer Woche Homeschooling ist es wieder so weit: Die Schüler kehren wieder in die Klassensäle zurück.

Das Lehrersyndikat fordert aus diesem Grund die Schaffung eines Krisenstabs mit Vertretern aus dem Bildungsministerium sowie Gewerkschafts- und Elternvertretern, die regelmäßig zusammenkommen, um die Maßnahmen zu bewerten und neue vorzuschlagen. 

Klar ist für die Gewerkschaft, dass die Schulen weitestgehend mit Präsenzunterricht funktionieren sollen – sofern die sanitäre Situation es erlaubt. Die Gewerkschaft wundert sich allerdings, dass der Minister die Schulen wieder geöffnet hat, „ohne die sanitäre Situation zu evaluieren. Uns liegen keine Infektionszahlen aus den Schulen vor und es gibt keine Prognosen, wie die Situation sich weiter entwickeln könnte“, so Arendt. 

Die Statistiken wurden über einen langen Zeitraum erstellt, um das Narrativ des Ministers, in der Schule stecke man sich nicht an, möglichst lange aufrechtzuerhalten, statt eine ehrliche Risikoanalyse vorzulegen.

Patrick Arendt, SEW/OGBL

Vertrauen in die Statistiken

Das Vertrauen der Lehrer in die Statistiken des Bildungsministeriums sei dahin, meinte Arendt. „Es wurde zu viel uminterpretiert und verschleiert“, so der SEW-Vorsitzende. „Die Statistiken wurden über einen langen Zeitraum erstellt, um das Narrativ des Ministers, in der Schule stecke man sich nicht an, möglichst lange aufrechtzuerhalten, statt eine ehrliche Risikoanalyse vorzulegen.“ Der SEW verlangt „ehrliche Zahlen, korrekte Statistiken, Transparenz über die Situation im Land und das nicht erst nach Wochen, sondern mit aktuellen Zahlen. Die Lehrer haben ein Recht darauf“, so Arendt. 

Wichtig sei, nicht nur die Klassenlehrer über positive Fälle zu informieren, sondern alle Agenten, die in den jeweiligen Klassen unterrichten, gab Isabelle Bichler zu bedenken. Zur Sicherheit der Schüler und Lehrer fordert der SEW die Installierung von Luftfiltern sowie die unkomplizierte Bereitstellung von effizienten Schutzmasken für alle Schüler. Auch sollten die Bedingungen beim Schwimmunterricht abgeändert werden, damit wieder alle Klassen schwimmen gehen können. 

Die Lehrer wissen nicht, was genau von ihnen erwartet wird und auf welches Ziel sie hinarbeiten sollen.

Joëlle Damé, SEW/OGBL

Ungleichheiten durch Homeschooling 

Der SEW vermisst überdies ein Homeschooling-Konzept. Acht Monate nach dem ersten Lockdown hätte man ein solches Konzept erwarten können, fand Arendt. Das Homeschooling verstärke die Ungleichheiten, insofern sei es ein Skandal, dass der Förderunterricht im ersten Trimester „sang- und klanglos“ eingestellt worden sei. Der SEW fordert, dass der Förderunterricht umgehend wieder aufgenommen und das gesamte qualifizierte Personal im direkten Unterricht eingesetzt wird, so Joëlle Damé. Sie forderte auch, sich auf die Lehrpläne zu fokussieren, statt mit Nebensächlichkeiten Zeit zu verlieren, wie das Ausarbeiten des Schulentwicklungsplans (PDS) oder das Coding

Letzteres stößt beim SEW auf massive Kritik. Bislang sei völlig unklar, was die Zielsetzung davon sei. „Die Lehrer wissen nicht, was genau von ihnen erwartet wird und auf welches Ziel sie hinarbeiten sollen“, so Joëlle Damé. 

Ferner sollte man in Erwägung ziehen, die Epreuves communes im Zyklus 4 – wie im vergangenen Jahr – ausfallen zu lassen. Dadurch könnte man den Eltern, Schülern und Lehrern Druck von den Schultern nehmen, „ohne Einbußen bei der Orientierung“, so Damé.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

"An geregelten Unterricht ist nicht zu denken"
Bildungsminister Claude Meisch (DP) ist um Beschwichtigung bemüht, doch die Infektionslage in den Schulen ist besorgniserregend, unabhängig davon, ob sich inner- oder außerhalb der Schule angesteckt wird.
Obwohl die Infektionszahlen steigen, sieht Bildungsminister Claude Meisch (DP) keine Notwendigkeit, an seinem Drei-Stufen-Plan etwas zu ändern.
Stage für Grundschullehrer: SEW ruft zum Protest auf
Angehende Grundschullehrer müssen ab 2016/17 ein dreijähriges Praktikum im Anschluss an ihre vierjährige Grundausbildung absolvieren. Der SEW fordert einen "sinnvollen" Stage und ruft für heute Abend zu einer Protestveranstaltung im Tramsschapp auf.
Angehende Grundschullehrer müssen ab 2016/17 ein dreijähriges Praktikum im Anschluss an ihre vierjährige Grundausbildung absolvieren.