Wählen Sie Ihre Nachrichten​

SEW kritisiert Grundschulabkommen: "Das Niveau einer Bananenrepublik"
Ist alles andere als amused: SEW-Präsident Patrick Arendt

SEW kritisiert Grundschulabkommen: "Das Niveau einer Bananenrepublik"

Foto: Anouk Antony
Ist alles andere als amused: SEW-Präsident Patrick Arendt
Politik 23.02.2016

SEW kritisiert Grundschulabkommen: "Das Niveau einer Bananenrepublik"

SEW-Präsident Patrick Arendt fühlt sich hintergangen: SNE und Erziehungsminister Claude Meisch haben das Abkommen für den Grundschulbereich ohne seine Gewerkschaft unterschrieben.

(jag) - Das Abkommen im Grundschulbereich, das am Montag zwischen Bildungsminister Claude Meisch und der Lehrergewerkschaft SNE unterschrieben wurde, sorgt für scharfe Kritik. Vor allem die Lehrergewerkschaft SEW, die beim Abkommen außen vor gelassen wurde, fühlt sich übergangen.

"Das Abkommen mit dem SNE gilt für unsere Mitglieder nicht. Die Gewerkschaft kann nicht im Namen aller Lehrer sprechen. Das Ministerium hat Geheimverhandlungen geführt, wir fühlen uns hintergangen und betrogen", so Patrick Arendt, Präsident des SEW. Die Gewerkschaft vertritt laut eigenen Angaben rund ein Drittel der Lehrerschaft. "Wir sind absolut repräsentativ, zudem sei man Teil des OGBL, der größten Gewerkschaft des Landes." 

Die Regierung habe das Niveau einer Bananenrepublik erreicht, so Arendt. Von Demokratie, Mitbestimmung und Dialog könne keine Rede sein. Minister Meisch versuche, die Lehrer von der Diskussion fernzuhalten. "Dies wird sich sehr negativ auf die Stimmung in den Schulen niederschlagen", so Arendt. "Wir werden das auf keinen Fall hinnehmen."

Zunächst wolle man das Abkommen im Detail prüfen. Nicht hinnehmbar sind für Arendt unter anderem die neuen Posten für sogenannte "enseignants spécialisés". Diese zusätzlichen Experten würden zusätzliche Verwaltungsarbeit verursachen. Auf der Gegenseite würden die Lehrer, die in der Praxis mit den Kinder arbeiten, 3500 Schulstunden verlieren. 

Auch die Fapel, welche die Eltern vertritt, fühlt sich übergangen. "Wir sind schon überrascht, dass das Abkommen nur mit einer einzigen Gewerkschaft ausgehandelt wurde. Die Lehrer sind die direkt Betroffenen, dass jetzt ein Teil davon außen vor gelassen wird, finden wir nicht sehr glücklich", so Jutta Lux Hennecke, Präsidentin der FAPEL.

Zudem wünsche man sich Details zu dem nun vorliegenden Abkommen. Vor allem beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarschulen will der Elternverband mehr Mitsprache. "Es fehlt eine echte Anerkennung der Eltern als Schulpartner", so Lux Hennecke.

Die Vereinfachung der sogenannten "Bilans" unterstützt die FAPEL ebenso wie die Einstellung zusätzlicher Spezialisten für Kinder mit Lernschwierigkeiten.


 



 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Berufsausbildung: Die Chaos-Reform
Die Berufsausbildung steckt gewaltig in der Klemme. Die Probleme häufen sich und sind mit einfachen Korrekturmaßnahmen nicht aus der Welt zu schaffen. Am Mittwoch stellt der Minister eine Studie über die Stärken und Schwächen der Reform und seine Verbesserungsvorschläge vor.
Die Reform in der Berufsausbildung sollte die Erfolgsquote der Schüler steigern, doch davon ist man weit entfernt.
LuxDidac: Das Zeug zum Lernen
Die LuxDidac ist seit Jahren die Plattform für Informationsaustausch zwischen Lehrern während der Rentrée. Vorgestellt wird neues didaktisches Material, doch auch die Forderungen der Lehrergewerkschaften finden hier ihr Publikum.
Auf der LuxDidac werden neue Schulbücher aus dem In-und Ausland vorgestellt.