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Senioreneinrichtungen: Mehr Qualität und Transparenz
Politik 2 Min. 30.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Senioreneinrichtungen: Mehr Qualität und Transparenz

Das neue Gesetz soll sicherstellen, dass die älteren Menschen gut betreut sind und ihren Lebensabend nach ihren Wünschen gestalten können.

Senioreneinrichtungen: Mehr Qualität und Transparenz

Das neue Gesetz soll sicherstellen, dass die älteren Menschen gut betreut sind und ihren Lebensabend nach ihren Wünschen gestalten können.
Foto: Lex Kleren
Politik 2 Min. 30.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Senioreneinrichtungen: Mehr Qualität und Transparenz

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Familienministerin Corinne Cahen (DP) stellte am Donnerstag einen Gesetzentwurf vor, der die Qualität in den Betreuungsstrukturen für ältere Menschen verbessern und für mehr Transparenz, besonders bei den Tarifen, sorgen soll.

Das erste Kapitel des Gesetzentwurfs ist das umfassendste. Es betrifft die Betreuungsstrukturen, das heißt, die Alten- und Pflegeheime. Künftig wird nicht mehr zwischen beiden unterschieden. "Viele Altenheime sind de facto Pflegeheime, weil die Menschen heute älter und somit pflegebedürftiger sind, wenn sie in die Strukturen gehen", meinte  Familienministerin Corinne Cahen (DP) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Gesetzes.


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Oberstes Gebot in den Strukturen ist die Qualitätssicherung in allen Bereichen, angefangen bei der Betreuung. Bereits heute müssen 40 Prozent der Pflegekräfte in den Strukturen über eine Palliativausbildung verfügen. Künftig müssen 40 Prozent der Belegschaft auch eine psychogeriatrische Ausbildung haben. 

Um größtmögliche Transparenz und eine gute Information zu gewährleisten, muss jede Struktur ihre Tarife und die darin enthaltenen Leistungen offenlegen. Diese Daten fließen in ein vom Familienministerium verwaltetes nationales Register. Auch bei den Preisen für zusätzliche Leistungen wird Transparenz verlangt. Tarifänderungen müssen mindestens zwei Monate im Voraus angekündigt werden. 

Jede Struktur muss ein Projet d'établissement erstellen. Das beinhaltet unter anderem das Konzept der Einrichtung, die Zielgruppe, das Leistungsangebot, die Aufnahmeprozedur, die Beschwerdeprozedur oder noch einen Standardvertrag.

Minimale Qualitätsstandards

Alle Einrichtungen für Menschen über 60 Jahre, also auch Seniorenresidenzen, betreute Wohngemeinschaften oder andere Formen der Seniorenbetreuung, unterliegen künftig qualitativen Mindeststandards. So müssen beispielsweise alle Einrichtungen über das System Telealarm verfügen. Des Weiteren ist es nicht mehr erlaubt, Bewohner über einen Vertrag an einen spezifischen Pflegedienstleister zu binden. "Jeder Bewohner kann seinen Pflegedienstleister frei wählen", so Corinne Cahen.  

"Jeder soll so leben können, wie er will", so noch die Aussage der Familienministerin. Auch in der Einrichtung. Bewohner müssen deshalb in Gestalt eines Projet de vie in die Organisation ihres Alltags aktiv eingebunden werden. Die Einrichtungen sind verpflichtet, die Qualität ihrer Leistungen und Angebote alle fünf Jahre einer Überprüfung zu unterziehen, zum Beispiel in Form eines externen Audits.

Der bereits existierende Conseil supérieur pour personnes âgées bekommt mit dem Gesetz eine legale Basis. Es tritt sechs Monate nachdem es veröffentlicht worden ist, in Kraft. 

Luxemburg zählt derzeit 30 staatlich anerkannte Alten- und 22 Pflegeheime sowie elf betreute Wohngemeinschaften mit insgesamt 7.000 Betten. Die Menschen über 60 Jahre machen knapp 20 Prozent der Bevölkerung aus (Stand 1.1.2019). In Käerjeng und Differdingen befinden sich zwei weitere Einrichtungen im Bau.



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