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Semedo tritt aus der DP aus - Partei reagiert
Politik 2 Min. 27.01.2021

Semedo tritt aus der DP aus - Partei reagiert

Monica Semedo ist offenbar vom fehlenden Rückhalt enttäuscht.

Semedo tritt aus der DP aus - Partei reagiert

Monica Semedo ist offenbar vom fehlenden Rückhalt enttäuscht.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 27.01.2021

Semedo tritt aus der DP aus - Partei reagiert

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die EU-Abgeordnete kommt einem möglichen Ausschluss zuvor - und tritt via Facebook aus der Partei aus. Die DP reagiert in einem Statement mit deutlichen Worten.

Die EU-Abgeordnete Monica Semedo hat am Dienstagabend via Facebook mitgeteilt, dass sie ihrer Partei den Rücken zuwendet. Damit kommt sie einem drohenden Parteiausschluss zuvor. Die DP hatte beschlossen, in einem Weisenrat über mögliche Konsequenzen für Semedo wegen ihrer vierzehntägigen Suspendierung als Parlamentarierin nach Mobbingvorwürfen zu beraten.

„Vertrauen verloren“

Aus Semedos Post klingt eine gewisse Verbitterung gegenüber der DP heraus. Sie hätte sich gerne in den vergangenen Tagen selber gerne zu der Affäre geäußert, man habe ihr aber davon abgeraten, so Semedo. Sie habe dies akzeptiert, um die Partei zu schützen.

Seit dieser Woche habe sie aber nunmehr kein Vertrauen mehr in die DP, weshalb sie sich schweren Herzens zum Austritt entschlossen habe. Damit spielt sie wohl auf die Erklärung von DP-Präsidentin Corinne Cahen und  Generalsekretär Claude Lamberty an, in der diese sich distanziert hatten. Auch Premierminister Xavier Bettel hatte sich am Freitag nicht vor die EU-Abgeordnete gestellt und Mobbing verurteilt. Es handle sich bei den Vorwürfen gegenüber Semedo „nicht um ein Kavaliersdelikt“, so der Premier. 

In einer ersten Reaktion hatte Claude Lamberty, Generalsekretär der DP sich vergangene Woche  noch vor Monica Semedo gestellt und gemeint, die Sache sei aus der Welt, weil diese sich entschuldigt hatte und ihre Strafe akzeptiere.

„Die DP lässt niemanden einfach fallen“

Das sieht nach Semedos öffentlicher Äußerung vom Dienstagabend natürlich wieder anders aus. In einem kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch verschickten Kommuniqué findet die Partei deutliche Worte. Es habe „viele Gespräche“ zwischen Semedo und der Parteiführung gegeben. „Es war, ist und bleibt absolut inakzeptabel, wenn Menschen belästigt werden und unter Mobbing zu leiden haben, und das wurde Monica Semedo deutlich mitgeteilt“, heißt es weiter in dem Schreiben, das keine Unterschrift trägt. Jede Form der Rechtfertigung von Belästigungen sei nicht zu tolerieren. Die DP sei „eine Partei, die jedem eine Chance gibt und niemanden einfach fallen lässt.“ Es sei bedauerlich, dass die Aufarbeitung „einseitig abgebrochen und dem Dialog und der Partei keine Chance gelassen wurde“.  

Ungewisse Zukunft

Was unklar bleibt: Semedo präzisiert in dem Post nicht, ob sie ihr Mandat als EU-Abgeordnete auch abgibt. Als gewählte Volksvertreterin könnte sie auch in einer anderen Partei anschließen oder als unabhängige Abgeordnete weiter im Europaparlament bleiben.

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