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Sekundarschuldiplom: Eine zweite Chance für Schulabbrecher
Politik 2 Min. 12.05.2016

Sekundarschuldiplom: Eine zweite Chance für Schulabbrecher

Die Idee des neuen Diploms ist es Schulabbrechern eine zweite Chance zu geben, ihr Sekundarschuldiplom nachzuholen.

Sekundarschuldiplom: Eine zweite Chance für Schulabbrecher

Die Idee des neuen Diploms ist es Schulabbrechern eine zweite Chance zu geben, ihr Sekundarschuldiplom nachzuholen.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 12.05.2016

Sekundarschuldiplom: Eine zweite Chance für Schulabbrecher

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Ab der Schulrentrée 2016/2017 bietet die "Ecole de la 2e Chance" Schulabbrechern die Möglichkeit, das Sekundarschuldiplom nachzuholen.

(stb) - Erwachsenen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Sekundarschulabschluss erworben haben, eine zweite Chance geben - das ist die Idee des neuen "Diplôme d'accès aux études supérieures". Am Donnerstag wurde es von Bildungsminister Claude Meisch gegenüber der Presse vorgestellt.

Jedes Jahr brechen zwischen 300 und 350 Schüler die Schule ab, ohne ein Diplom in der Tasche zu haben. Um diesen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten, wird ab der Schulrentrée 2016-2017 eine zweite Chance zum Erwerb eines Abschlussdiploms angeboten. Das Diplom reihe sich ein in die Bemühungen, die lebenslange Weiterbildung zu fördern und eine berufliche Neuorientierung zu ermöglichen, so Claude Meisch.

Das Diplom wird der klassischen Première oder Treizième gleichgestellt und ermöglicht das anschließende Studium an einer Universität oder Hochschule. Claude Meisch betonte aber, dass das neue Diplom "keine Alternative" zur klassischen Première darstelle. "Wir bieten Erwachsenen die Möglichkeit, einen Schulabschluss nachzuholen." Das Angebot wende sich nicht an Schüler, die aufgrund von irgendwelchen Problemen in der Schule glauben würden, sie könnten ihr Abschlussdiplom dann einfach in der "école de la 2ième chance" machen.

Zugangsbedingungen

So ist der Zugang zu der neu geschaffenen Ausbildung an Bedingungen geknüpft. Wer sein Abschlussdiplom nachholen will, muss mindestens 20 Jahre alt sein und seine schulische Laufbahn seit mindestens zwei Jahren beendet haben. Außerdem muss der Bewerber während mindestens zwölf Monaten wenigstens 20 Wochenstunden Berufserfahrung gesammelt haben.

Um zur "classe préparatoire" zugelassen zu werden, muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Erfolgreicher Abschluss einer 3e oder 11e
  • CATP oder DAP
  • Wenn keine der oben genannten Bedingungen erfüllt ist, muss der Bewerber eine Zulassungsprüfung bestehen (Inhalte: Französisch, Deutsch, Englisch und Mathematik basierend auf den Lehrprogrammen einer 3e Sektion Geistes- und Sozialwissenschaften)

Um zur "classe terminale" zugelassen zu werden, muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Erfolgreicher Abschluss der "classe préparatoire", einer 2e oder einer 12e
  • Meisterbrief oder Technikerdiplom

Bewerbungsschreiben müssen spätestens bis zum 1. September eingereicht werden.

Organisation

Die Ausbildung wird in zwei unterschiedliche Klassen unterteilt:

  • "classe terminale" (Dauer: zwei Semester) : Bei Bestehen erhält man ein Diplom, das zum Zugang zu Hochschulstudien berechtigt
  • "classe préparatoire" (Dauer: zwei Semester): Richtet sich an diejenigen, welche die Bedingungen zum Zugang zur "classe terminale" nicht erfüllen. Das Bestehen berechtigt zum Zugang zur "classe terminale"

Die Ausbildung gliedert sich in vier Fachbereiche, die jeweils in Module unterteilt sind:

  1. Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch)
  2. Mathematik
  3. Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik)
  4. Geistes- und Sozialwissenschaften, bildende Künste (Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Geschichte, Philosophie, Kunst)

Sowohl in der "classe terminale" wie auch in der "classe préparatoire" müssen insgesamt sechs Module belegt werden (mindestens zwei Module aus dem Fachbereich "Sprachen" und mindestens ein Modul aus den anderen Fachbereichen).

Zusätzlich muss der Bewerber noch ein individuelles Tutorium absolvieren. Bei der "classe terminale" kommt eine Abschlussarbeit hinzu, die autonom unter Leitung einer Lehrkraft realisiert werden soll. Diese Arbeit muss vor einer Prüfungskommission verteidigt werden.

Jedes Modul ist einer laufenden Evaluierung unterworfen. In der "classe terminale" wird jedes Modul zusätzlich in einer Abschlussprüfung am Ende des Jahres bewertet.

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