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Secondaire-Reform: "Schulen sind noch nicht bereit"
Die nationale Schülervertretung befürchtet, dass die Schulautonomie zu Qualitätsunterschieden in den Schulen führen könnte.

Secondaire-Reform: "Schulen sind noch nicht bereit"

Foto: Gerry Huberty
Die nationale Schülervertretung befürchtet, dass die Schulautonomie zu Qualitätsunterschieden in den Schulen führen könnte.
Politik 2 Min. 29.05.2017

Secondaire-Reform: "Schulen sind noch nicht bereit"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die nationale Schülerkonferenz ist der Ansicht, dass die Sekundarschulen nicht ausreichend auf die Reform vorbereitet seien. Man solle sich noch ein Jahr Vorbereitungszeit nehmen. Auch inhaltlich meldet die CNEL Beanstandungen an.

(mig) - Die nationale Schülerkonferenz hat sich vor einer Woche mit Bildungsminister Claude Meisch über die geplante Secondaire-Reform ausgetauscht und dabei Bedenken angemeldet. Die CNEL befürchtet, dass die Schulautonomie zu Qualitätsunterschieden in den Schulen führen und das Konkurrenzdenken verschärfen könnte.

Flexibilisierung der Sektionen

Die geplante Flexibilisierung der Sektionen wird prinzipiell von der CNEL begrüßt, weil so den Bedürfnissen der Schüler besser Rechnung getragen werden könne. Allerdings befürchtet die Schülerkonferenz, dass einige Diplome an Wert gewinnen und andere an Werte verlieren könnten. Auch riskiere das breitere Schulangebot unübersichtlich für die Schüler zu werden. Zudem müssten viele Schüler wohl oder übel die Schule wechseln, wenn ihre Schule die gewünschten Fächer nicht anbietet. Die CNEL fordert des Weiteren, dass die Flexibilisierung bei der Zusammensetzung der Sektionen auch im Enseignement secondaire technique eingeführt wird.

Mehr Informatik

Die Einführung der Informatiksektion reicht der CNEL nicht aus. Die Schülervertreter sind der Ansicht, dass auf allen Sektionen informatisches Grundwissen vermittelt werden sollte, vor allem im Classique, damit alle Schüler über eine handfeste digitale Ausbildung verfügten.

Weiter fordert die nationale Schülervertretung mehr Praktikumsmöglichkeiten in den Betrieben für Schüler auf den so genannten Orientierungsklassen (9e und 4e) und darüber hinaus eine bessere Information für 4e-Schüler über die Programme der einzelnen Sektionen, "damit sie wissen, was auf sie zukommt", so CNEL-Vizepräsidentin Lejla Mujkic am Montag bei einer Pressekonferenz.

Auf den Orientierungsklassen sollte ein obligatorischer "Stage d'orientation" eingeführt werden, um die Schüler besser auf die Orientierung vorzubereiten. Dank einer "Berufs-Messe" hätten die Schüler die Möglichkeit, sich genauere berufliche Vorstellungen zu machen.

Schwerpunkt Englisch

Gute Englischkenntnisse gewinnen im Berufsleben an Bedeutung. Insofern ist es nach Ansicht der Schülervertretung unbedingt notwendig, den Englischunterricht zu verstärken, mit Englisch als Pflichtfach für alle Schüler ab 6e bzw. 8e, aber auch für Schüler im Régime préparatoire.

Doppelte Korrekturen

Aus Gründen der Gerechtigkeit fordert die CNEL die doppelte Korrektur auf den oberen Klassen, wenn die Schüler dies wünschen. Auf 12e- und 13e-Klassen sollte die Doppelkorrektur Pflicht sein, für die Abschlussexamen fordert die CNEL eine Dreifachkorrektur.

In Sachen Teilnahme fordert die Schülervertretung eine gleiche Gewichtung von Schüler- und Lehrercomité im "Conseil d'éducation", mit der Begründung, dass beide Gremien den Großteil der Schulgemeinschaft vertreten, wobei die Schüler den noch größeren Teil ausmachten.  


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