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Schwierige Aufwertung der Karrieren: Sozialsektor kommt nicht zur Ruhe
Die Mitarbeiter von Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen sollen angesichts der Karriereaufwertung im öffentlichen Dienst ebenfalls in den Genuss von Verbesserungen kommen. Doch die Verhandlungen erweisen sich immer noch als schwierig.

Schwierige Aufwertung der Karrieren: Sozialsektor kommt nicht zur Ruhe

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Die Mitarbeiter von Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen sollen angesichts der Karriereaufwertung im öffentlichen Dienst ebenfalls in den Genuss von Verbesserungen kommen. Doch die Verhandlungen erweisen sich immer noch als schwierig.
Politik 03.03.2017

Schwierige Aufwertung der Karrieren: Sozialsektor kommt nicht zur Ruhe

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Der Konflikt im Pflege- und Sozialsektor hält noch an - auch nachdem die Regierung und die Sozialpartner ein Gesamtbudget für Lohnverbesserungen vereinbart haben. Die Gewerkschaften haben eine Schlichtung beantragt.

(BB) - Im Pflege- und Sozialsektor geht der Konflikt in die nächste Runde. Die Gewerkschaften haben Anfang März eine Schlichtung beantragt. Eine finanzielle Vereinbarung in Höhe von 187 Millionen Euro auf fünf Jahre löst nicht alle Fragen.

Zur Erinnerung: Nach der Reform im öffentlichen Dienst sollen die Karrieren in angegliederten Sektoren eine Aufwertung erfahren. Die Mitarbeiter von Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen sollen in den Genuss von längst überfälligen Verbesserungen kommen. Doch weil die Arbeitgeber auf die finanzielle Unterstützung des Staats angewiesen sind, ging es zunächst darum, wie viel der Staat selbst beisteuern wird.

Nun haben sich die Sozialpartner und die Regierung zwar auf ein Gesamtbudget geeinigt, doch die näheren Modalitäten missfallen den Gewerkschaften. Die Patronatsvertreter haben dafür wenig Verständnis.

Patronat verweist auf finanzielle Zwänge

"Das von der Regierung in Aussicht gestellte Budget ist substanziell. Es gibt uns eine Planungssicherheit für die kommenden fünf Jahre“, sagt Copas-Vertreter Michel Simonis. Wenn die Gewerkschaften allerdings über diese Zeitspanne hinaus vom Patronat weitere Engagements und Entwicklungen fordern, sei das schier unmöglich. Die Dienstleistungsträger könnten sich nicht langfristig verpflichten, wenn sie nicht wüssten, ob die nötigen Mittel aus der Staatskasse folgen werden.

„Wir können ohne finanzielle Garantien nichts unterzeichnen“, so der Copas-Vertreter. Die Arbeitgeber würden hier nicht allein entscheiden, sie seien auf die Zusagen der Regierung angewiesen.

OGBL drängt auf prinzipielle Engagements

Garantien fordern ebenfalls die Gewerkschaften, wenn auch aus einer anderen Perspektive. Sie drängen auf eine völlige Umsetzung der verbesserten Laufbahnen.

„Wir wollen nicht alle fünf Jahre aufs Neue die jetzige Aufwertung verhandeln müssen. Die Verbesserungen stehen den Mitarbeitern zu und sollten als solche im Kollektivvertrag verankert werden“, sagt OGBL-Zentralsekretärin Nora Back.

Die Gewerkschafterin bedauert, dass sich die Arbeitgeber aus der Verantwortung ziehen würden. Eine prinzipielle Aufwertung der Karrieren müsse jetzt im anstehenden Kollektivvertrag zurückbehalten werden.

Nora Back hofft auf ein Entgegenkommen der Arbeitgeber. Scheitert das Schlichtungsverfahren, so könnte es zum Streik im Sektor kommen.
 




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