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Schulrentrée 2014/2015: Freiheit für die Schulen
Insgesamt besuchen 133677 Schüler die Grund- und Sekundarschule oder die Ediff beziehungsweise belegen Kurse in der Erwachsenenbildung oder am Institut des langues.

Schulrentrée 2014/2015: Freiheit für die Schulen

Foto: AFP
Insgesamt besuchen 133677 Schüler die Grund- und Sekundarschule oder die Ediff beziehungsweise belegen Kurse in der Erwachsenenbildung oder am Institut des langues.
Politik 2 Min. 11.09.2014

Schulrentrée 2014/2015: Freiheit für die Schulen

Claude Meisch (DP) stellte am Donnerstag die bildungspolitischen Schwerpunkte zur Schulrentrée 2014/2015 vor. Dabei legte der Ressortminister weniger den Akzent auf das, was sich ab kommendem Montag in den Schulen ändert, sondern auf die langfristigen Herausforderungen des Bildungssystems.

(jm) - Im nationalen Bildungssystem ist nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht, betonte Claude Meisch am Donnerstagmorgen bei der traditionellen Pressekonferenz zur Schulrentrée. Für den Minister war dieser Termin eine Premiere, schließlich ist er erst seit vergangenem Dezember im Amt. Im Lycée Aline Mayrisch skizzierte er die Herausforderungen, die das Schulsystem kurz-, mittel- und langfristig zu bewältigen habe. "Wir kommen nur voran, wenn wir die Stärken und Schwächen differenziert angehen."

Claude Meisch will diese differenzierte Vorgehensweise nicht von oben herab diktieren, sondern gemeinsam mit den Schulen, den Lehrern, den Schülern und auch den Eltern ausarbeiten. "Stärkere Autonomie", beziehungsweise mehr Freiheit für die Schulen, lautete eines der Schlagworte der Pressekonferenz. Das bedeutet nicht, dass jede Einrichtung künftig ihr eigenes Programm ausarbeiten soll. Das bedeutet aber zum Beispiel, dass die Lyzeen selbst die pädagogischen Konzepte definieren, um den vielschichtigen soziokulturellen Wurzeln der Schüler Rechnung zu tragen. "Viele Schüler meiden mittlerweile die öffentlichen Schulen, weil dort nur ungenügend französisch- oder englischsprachige Fachrichtungen angeboten werden. Ein größerer Zulauf zu den Privatschulen schadet aber dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deswegen müssen wir das Sprachenangebot in den öffentlichen Sekundarschulen stärken", so Meisch.

Zweisprachige Kindertagesstätten

Stärken will der Bildungsminister auch die Sprachenvielfalt in den Kindertagesstätten. Ab der Rentrée 2016/2017 sollen diese Einrichtungen vermehrt zweisprachig ausgerichtet sein, etwa durch eine einheitliche Betreuung auf Französisch und Luxemburgisch. Dies komme nicht nur den Kindern mit Migrationshintergrund, sondern auch den Luxemburgern zugute, die sich mit dem Französischen oft schwer täten, erklärte Meisch.

Was die konkreten Neuerungen für die Rentrée der kommenden Woche angeht, zählte der Minister unter anderem die neuen Bilans intermédiaires auf, die in diesem Schuljahr in 30 Grundschulen probeweise zur Anwendung kommen. Darüber hinaus beginnen die 156 Grundschulen mit den Arbeiten an ihren zweiten Schulentwicklungsplänen; das Lënster Lycée öffnet seine Türen für rund 200 Schüler; die Erzieher-Ausbildung im technischen Sekundarunterricht wird reformiert; und die Pisa-Studie wird im April und Mai kommenden Jahres in allen Sekundarschulen des Landes durchgeführt.

Sekundarschul-Reform

Was die Reform des Sekundarunterrichts an sich angeht, gab der Minister zu verstehen, dass er zunächst das Gutachten des Staatsrats abwarten will, das für diesen Herbst erwartet wird. Auf Grundlage dessen soll der vorliegende Gesetzentwurf überarbeitet werden (unter Anderem mit dem Ziel, die Autonomie der Schulen weiter zu stärken). Eine völlig neue Vorlage schloss der Minister jedoch aus.

Claude Meisch bestätigte bei der Pressekonferenz zudem seine Absicht, den Lehrbeauftragten in den Grundschulen die Möglichkeit anzubieten, über eine einjährige Zusatzausbildung an der Uni Luxemburg ein Lehrerdiplom zu erwerben. Betroffen davon wären in erster Linie die Religionslehrer.

Im Schuljahr 2014/2015 werden 46870 Schüler die Grundschule besuchen; im Vergleich zur Rentrée 2013/2014 ist die Zahl leicht rückläufig. In den privaten und öffentlichen Sekundarschulen sind 41063 Schüler eingeschrieben, davon 28130 in den technischen und 12933 in den klassischen Lyzeen. Das sind rund 400 mehr als im vergangenen Jahr.


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