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Medizinisches Cannabis erneut Mangelware
Politik 21.06.2021
Schmerztherapie

Medizinisches Cannabis erneut Mangelware

Im vergangenen Jahr wurde 441 Personen medizinisches Cannabis verschrieben.
Schmerztherapie

Medizinisches Cannabis erneut Mangelware

Im vergangenen Jahr wurde 441 Personen medizinisches Cannabis verschrieben.
Photo:AFP
Politik 21.06.2021
Schmerztherapie

Medizinisches Cannabis erneut Mangelware

Marie DEDEBAN
Marie DEDEBAN
Bereits zum vierten Mal seit der Legalisierung im Februar 2019 ist therapeutisches Cannabis in Luxemburg knapp.

Nachdem die Gesundheitsbehörden im Jahr 2020 mit einer Lieferung von 270 Kilogramm medizinischem Cannabis gerechnet hatten, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit, dass es einen Engpass bei den Vorräten gebe. 

Paulette Lenert (LSAP) sagte in einer parlamentarischen Antwort an Piraten-Chef Sven Clement, dass "die Lieferung vom Herbst 2020 nicht ausreiche, um die Steigerung der Nachfrage zu decken, die seit November 2020 beobachtet wird„ und dies, obwohl die Lieferung den “prognostizierten Verbrauch bis Ende April" abdecken sollte.  


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Um diese Engpässe - es ist bereits der vierte seit der Legalisierung von medizinischem Cannabis im Februar 2019 - auszugleichen, wurde, eine neue Ausschreibung gestartet, um neue Lieferanten zu finden, heißt es in der parlamentarischen Antwort. Aber einige Lieferanten erwiesen sich als „unzulässig“, sodass vorerst niemand „die Kriterien der Spezifikationen erfüllte“.

Gleichzeitig kann die Gesundheitsbehörde den Termin der nächsten Lieferung nicht vorhersagen, da andere Angebote „in der Auswertung“ sind, darunter das der Firma Doropshi. Die Gesundheitsministerin versucht die 441 Patienten zu beruhigen, denen diese Art der Therapie seit 2020 verschrieben wurde um ihre Schmerzen im Zusammenhang mit Multipler Sklerose, Chemotherapien oder bei schweren Krankheiten im fortgeschrittenen Stadium zu lindern. 

„Die Produkte werden an erster Stelle in den Krankenhausapotheken gelagert“, erklärt Lenert. Das bedeutet, dass Verzögerungen bei der Ernte, die bei Lieferanten für Engpässe sorgen, nicht gleich bedeuten, „dass es in den Apotheken einen Mangel gibt“.


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Zur Erinnerung: Die Gesundheitsbehörden erklärten Anfang des Monats, dass diese Engpässe auf Anforderungen in Bezug auf „Qualität oder Zusammensetzung“ zurückzuführen sind, was manchmal dazu führt, dass eine für das Großherzogtum bestimmte Charge „abgelehnt“ wird. 

Die derzeitigen Lieferanten haben angeblich auch „nur wenige Bestände in standardisierter Qualität für den europäischen Markt“ zur Verfügung und strenge administrative Verfahren bedeuten, dass die Lieferzeiten „sechs bis zehn Wochen“ dauern können. Dies sind Probleme, die zweifellos bei der Zwischenbilanz im Herbst zur Sprache kommen werden.  

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