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Schleudersitz Fonds du logement
Der Fonds du logement muss sich auf die Suche nach einem neuen Direktor machen.

Schleudersitz Fonds du logement

Pierre Matgé
Der Fonds du logement muss sich auf die Suche nach einem neuen Direktor machen.
Politik 07.02.2019

Schleudersitz Fonds du logement

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Wenn jemand weiß, was im Fonds du logement los ist, dann die Vorsitzende des Verwaltungsrates und die Wohnungsbauministerin. Sie waren am Donnerstag im zuständigen parlamentarischen Ausschuss, um die Abgeordneten über den Stand der Dinge aufzuklären.

Das Ergebnis ist dahingehend enttäuschend, dass weder Ministerin Sam Tanson, noch die Vorsitzende des Verwaltungsrates des Fonds du logement, Diane Dupont, Erklärungen über die Hintergründe des Rücktritts von Direktor Eric Rosin Ende Januar preisgaben. Offiziell hieß und heißt es, der Verwaltungsrat und der Direktor hätten eine Einigung gefunden. Rosin war nur knapp neun Monate im Amt.

Auch zu etwaigen Zusammenhängen zwischen dem Abgang Rosins und den zuvor getätigten Falschüberweisungen auf ein polnisches Konto wollten weder die Ministerin noch Diane Dupont sich äußern. Tanson berief sich auf das Arbeitsrecht und meinte, dass persönliche Angelegenheiten wie diese nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden sollten. Infolge der Falschüberweisungen seien die internen Kontrollprozeduren verschärft worden, so Tanson. Der Fonds hat überdies eine Klage gegen Unbekannt eingereicht. Der Verwaltungsrat werde sich bei der Suche nach einem neuen Direktor von einem externen Büro beraten lassen, "um die richtige Person zu finden", so Tanson.

Diane Dupont, die übergangsweise die Geschäfte im Fonds übernimmt, bis ein neuer Direktor gefunden wurde, räumte am Donnerstag lediglich ein, dass es Unstimmigkeiten gegeben habe, die dazu geführt hätten, "dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist".


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Die CSV, die die Sitzung angefragt hatte, gab sich erstaunlich versöhnlich. Man wolle an einem Strang ziehen und man hoffe, "dass sehr bald die richtige Person gefunden wird, um den Fonds erfolgreich zu leiten", sagte der CSV-Abgeordnete Felix Eischen. Er verglich den Posten des Fonds-Direktors mit einem Schleudersitz. Er frage sich, "ob überhaupt noch jemand in Luxemburg das machen möchte. Wir hoffen jedenfalls, dass jemand gefunden wird, der es eine Zeit lang beim Fonds aushält".

Die Ministerin beschrieb die Sitzung eher als Informationsversammlung, während der es darum gegangen sei, die Parlamentarier über die Arbeit des Fonds zu informieren. Der Fonds habe 4.400 Wohnungen in der Planung beziehungsweise in der Umsetzung, darunter zwei große Projekte in Wiltz und in Düdelingen, deren Umsetzung aber noch einige Jahre dauern werde. Zusätzlich würden kurzfristig 600 Wohnungen sicher fertiggestellt. Tanson will noch stärker mit den Gemeinden zusammenarbeiten. Um das zu erreichen, werde die Beratungs- und Hilfsstelle im Ministerium personell aufgestockt.

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