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Scharfe Kritik aus Österreich an Jean Asselborn
Politik 31.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Wegen Aussage in Interview

Scharfe Kritik aus Österreich an Jean Asselborn

Der luxemburgische Außenminister ist für seine teils provozierenden Aussagen bekannt.
Wegen Aussage in Interview

Scharfe Kritik aus Österreich an Jean Asselborn

Der luxemburgische Außenminister ist für seine teils provozierenden Aussagen bekannt.
Foto: Anouk Antony
Politik 31.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Wegen Aussage in Interview

Scharfe Kritik aus Österreich an Jean Asselborn

Die österreichische Regierung zeigt sich entsetzt über die Aussagen von Außenminister Jean Asselborn während eines Interviews.

(jwi) - In einer Stellungnahme des österreichischen Außenministers Alexander Schallenberg werden die Aussagen von Außenminister Jean Asselborn (LSAP) während eines Gesprächs mit der deutschen Zeitung „Die Welt“ scharf kritisiert. Das schreibt „Radio 100,7“ am Dienstagmorgen. Im Interview behauptete Asselborn, der österreichische Regierungschef Sebastian Kurz würde die menschliche Solidarität ablehnen. Damit würde der Bundeskanzler seinen Wert als Europäer verlieren. 

Doch die Kritik des luxemburgischen Außenministers am Bundeskanzler sei schlichtweg absurd, heißt es als Reaktion in dem Schreiben. Österreich beherberge weltweit pro Kopf gesehen die viertgrößte Community an Afghanen und die zweitgrößte in der Europäischen Union. 


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Es wäre daher zu begrüßen, würde Asselborn einen ähnlichen Grad an Solidarität und Mitmenschlichkeit zeigen. Dafür müsse Luxemburg sechs Mal so viele Afghanen aufnehmen, wie derzeit. „Dann wäre er vielleicht in einer Position, Ratschläge zu erteilen“, so Schallenberg. Luxemburg sei daher herzlich eingeladen, mit Österreich gleichzuziehen. Die tragische Situation in Afghanistan indes für billigen Populismus zu missbrauchen und die Fehler aus 2015 und 2016 blind zu wiederholen, mache einen noch lange nicht zu einem guten Europäer, so Schallenberg abschließend.

Jean Asselborn forderte in dem Interview, die EU müsste bereit sein 40.000 bis 50.000 Flüchtlinge aufzunehmen und kritisierte den österreichischen Kanzler. Österreich hatte zuvor angekündigt, keine Flüchtlinge aus Afghanistan mehr aufnehmen zu wollen.

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