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Santer zieht sich aus CLT-UFA zurück
Politik 2 Min. 23.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Wechsel beim Medienhaus

Santer zieht sich aus CLT-UFA zurück

Seit zwölf Jahren steht Jacques Santer an der Spitze des CLT-UFA Verwaltungsrates.
Wechsel beim Medienhaus

Santer zieht sich aus CLT-UFA zurück

Seit zwölf Jahren steht Jacques Santer an der Spitze des CLT-UFA Verwaltungsrates.
Foto: Marc Wilwert
Politik 2 Min. 23.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Wechsel beim Medienhaus

Santer zieht sich aus CLT-UFA zurück

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Im Mai 2017 wird sich Jacques Santer an der Spitze des CLT-UFA Verwaltungsrates zurückziehen. Seine Entscheidung habe rein gar nichts mit der Lunghi-RTL Affäre zu tun, versichert der Ex-Premier.

(ml) - An der Spitze des Medienhauses CLT-UFA, dem RTL angehört, bahnt sich ein Wechsel an: Jacques Santer wird sich im Mai kommenden Jahres aus dem Verwaltungsrat zurückziehen. Dies bestätigte der ehemalige Premierminister dem "Luxemburger Wort" gegenüber. "Diese Entscheidung ist nichts außergewöhnliches und steht absolut nicht im Zusammenhang mit der Affäre Lunghi", stellt Santer klar.

Bereits vor rund einem Jahr habe er Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe in einem vertraulichen Gespräch mitgeteilt, dass er sich aus Altersgründen aus dem 15-köpfigem Gremium zurückziehen möchte. Santer wird im Mai 2017 seinen 80. Geburtstag feiern.

Mit 80 Jahren kürzer treten

Der Ehrenstaatsminister will aus diesem Anlass etwas kürzer treten und verschiedene Aktivitäten aufgeben. "Mit 80 Jahren muss man ein anderes Leben beginnen dürfen", so Santer. Demnächst wird er u.a. sein Amt als Präsident der "Fondation du Mérite Européen" zur Verfügung stellen. Inzwischen ist er auch aus dem Verwaltungsrat der UniCredit Luxemburg ausgetreten.

Seit zwölf Jahren leitet Jacques Santer  den Verwaltungsrat von CLT-UFA. 2004 hatte er Gaston Thorn abgelöst. Wer Nachfolger von Jacques Santer an der Spitze des CLT-UFA Verwaltungsrates wird, steht derzeit noch nicht fest. RTL-Group werde demnächst einen Vorschlag unterbreiten, heißt es weiter.

Schon jetzt machen jedoch viele Namen die Runde. Im Gespräch ist u.a. der ehemalige Medienminister Jean-Louis Schiltz, der bereits dem Verwaltungsrat von CLT-UFA angehört. Auf Nachfrage des "Luxemburger Wort"sagte Schiltz, ihm sei nichts dergleichen bekannt.

Ex-Medienminister Jean-Louis Schiltz wird als potenzieller Nachfolger von Jacques Santer an der Spitze des CLT-UFA Verwaltungsrates gehandelt.
Ex-Medienminister Jean-Louis Schiltz wird als potenzieller Nachfolger von Jacques Santer an der Spitze des CLT-UFA Verwaltungsrates gehandelt.
Foto: Guy Jallay

Nach seinem Ausstieg aus der Politik tritt der Rechtsanwalt neuerdings wieder immer mehr in Erscheinung. So steht der Neffe von Ex-Generalvikar Mathias Schiltz unter anderem der Fondation Hôpitaux Robert Schuman vor. Erst kürzlich holte sich Vizepremier Etienne Schneider juristischen Beistand bei ihm, um die Weltraumpläne der Regierung voranzutreiben.

Wer auch immer künftig das Sagen im Verwaltungsrat des Medienhauses CLT-UFA haben wird, die Entscheidung könnte die Verhandlungen mit der Regierung über die Erneuerung des Konzessionsvertrages beeinflussen. Die Gespräche befinden sich derzeit in einer heißen Phase.

Neben Jacques Santer wird 2017 mit Alain Berwick ein weiterer Luxemburger seinen Posten im Verwaltungsrat von CLT-UFA aufgeben. Schon vor Jahresende tritt der 59-Jährige im Zuge der "Lunghi-RTL"-Affäre als CEO ab. Nach über 20 Jahren an der Spitze der luxemburgischen RTL-Programme war Berwick wegen der Ausstrahlung des umstrittenen Interviews mit Mudam-Direktor Enrico Lunghi heftig unter Beschuss geraten.


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