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Santé-Direktor spricht von einer zweiten Infektionswelle
Politik 15.07.2020

Santé-Direktor spricht von einer zweiten Infektionswelle

Luxemburg sei Opfer seiner erfolgreichen Teststrategie, schreibt Santé-Direktor Jean-Claude Schmit in einer Circulaire an die Ärzteschaft.

Santé-Direktor spricht von einer zweiten Infektionswelle

Luxemburg sei Opfer seiner erfolgreichen Teststrategie, schreibt Santé-Direktor Jean-Claude Schmit in einer Circulaire an die Ärzteschaft.
Foto: Anouk Antony
Politik 15.07.2020

Santé-Direktor spricht von einer zweiten Infektionswelle

Die steigenden Infektionszahlen sind beunruhigend. Die Regierung beschwichtigt, aber Santé-Direktor Jean-Claude Schmit und die Covid-19-Taskforce sprechen von einer zweiten Welle.

(mig) - Die Unruhe wegen der wachsenden Infektionszahlen steigt. Luxemburg gilt als Risikogebiet. Die Opposition ist verärgert, weil sie keine Informationen von der Regierung bekommt. Die Regierung versucht zu beschwichtigen. Von einer zweiten Welle will Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) nicht sprechen, als sie am Mittwoch beim Pressebriefing im Anschluss an den Ministerrat darauf angesprochen wird.


Die Oppositionsvertreter fordern Informationen, Klarheit und Transparenz von der Regierung, was den enormen Anstieg der Neuinfektionen betrifft.
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Die Opposition ist verärgert und fordert die Regierung bezüglich der steigenden Neuinfektionen zu Aufklärung und Transparenz auf.

Anders Santé-Direktor Jean-Claude Schmit. In einer Circulaire, die am Mittwoch an die Ärzteschaft verschickt wurde, spricht er von einer zweiten Infektionswelle, ausgelöst durch Personen, die sich nach dem Ende des Lockdowns nicht an die sanitären Regeln gehalten haben. Positiv sei allerdings, dass es sich um einen linearen, und nicht um einen exponentiellen Anstieg handle, schreibt der Direktor. 

EU-weit hat Luxemburg die meisten Neuinfektionen

Luxemburg sei das europäische Land mit den meisten Neuinfektionen pro Tag. Die Gründe hierfür seien das intensive Testen und die Zahl positiv getesteter Grenzgänger - sie machen 18 Prozent der getesteten Infizierten aus. Luxemburg sei demnach Opfer seiner umfassenden Teststrategie.

Derzeit zähle das Land 750 aktive Infektionen, 62 Prozent der diagnostizierten Fälle seien Personen mit Symptomen. Seit Beginn des Large Scale Testing seien 168 asymptomatische Fälle detektiert worden.

Das Tracing sei eine große Herausforderung. Seit dem Ende des Lockdown seien 1.150 infizierte Personen und 6.618 Personen "à haut risque d'infection" unter Quarantäne gestellt worden. Leider würden sich nicht alle an die Quarantäneregeln halten. 


Die beratende Menschenrechtskommission hat auch mit dem zweiten Covid-Gesetz ihre Probleme, weil problematische Punkte aus dem ersten Gesetz auch weiterhin gelten.
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Die Menschenrechtskommission ist unzufrieden mit dem neuen Covid-Gesetz. Sie fordert von der Regierung klarere Botschaften und die systematische Veröffentlichung von wissenschaftlichen Daten.

Schmit bestätigt, dass es sich bei den Neuinfektionen vor allem um junge Menschen handle. Die Neuinfektionen seien oft Cluster-bezogen. Cluster, das sind zum Beispiel Partys, Wohngemeinschaften, Tages- und Empfangsstrukturen, Unternehmen oder Schulen. Nicht alle Neuninfektionen aber seien einem spezifischen Cluster zuzuordnen. Vielmehr stelle man eine verstreute Virusverbreitung in allen Regionen des Landes fest. 

Hier die Circulaire in voller Länge:

Auch die Covid-19-Taskforce der Uni Luxemburg spricht in ihrer neuesten Analyse der Fallzahlen von einer zweiten Welle. Die Taskforce schreibt: "Die Daten entsprechen einem exponentiellen Wachstum mit einer Verdopplungszeit von etwa 8 Tagen. Obwohl dieser Anstieg zwar langsamer ist als Anfang März, ist er jedoch eine recht klare Indikation einer zweiten Welle." 

Hier das Dokument in voller Länge:


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