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Rücktritt aus den Examenskommissionen: Meisch: "Eine schwierige Situation"
Bildungsminister Claude Meisch hat sich am Montag eine Stunde lang mit Vertretern des Lehrpersonals ausgetauscht.

Rücktritt aus den Examenskommissionen: Meisch: "Eine schwierige Situation"

Gerry Huberty
Bildungsminister Claude Meisch hat sich am Montag eine Stunde lang mit Vertretern des Lehrpersonals ausgetauscht.
Politik 2 Min. 15.12.2014

Rücktritt aus den Examenskommissionen: Meisch: "Eine schwierige Situation"

Die Sekundarlehrer wollen aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung geschlossen aus den Examenskommissionen zurücktreten. Bildungsminister Meisch findet die Lage "schwierig" - aber nicht nur für sich selbst.

(ml/mig) - Die Sekundarlehrer sind sauer über die Sparpläne der Regierung im Bildungswesen. Wie bereits zuvor angekündigt, wollen nun in den Abschlussklassen (Premières und Treizièmes) nahezu alle Lehrer offiziell aus den Examenskommissionen austreten. Eine entsprechenden Antrag überreichten 30 Lehrervertreter am Montagnachmittag Bildungsminister Claude Meisch (DP). Dem Ministerium wurden somit 1.500 Rücktrittsgesuche von Lehrern aus 28 Lyzeen schriftlich eingereicht.

Eine Entscheidung über die Anträge wolle er in Ruhe treffen, erklärte Meisch nach dem einstündigen Treffen mit den Repräsentanten des Lehrpersonals. Ziel der Lehrer sei es nicht, die Examen tatsächlich zu boykottieren, sondern ihren Ärger über die Sparmaßnahmen der Regierung auszudrücken, meinte er. Die Aktion bringe nicht nur ihn als Minister in eine "schwierige Situation", sondern auch die Gewerkschaften, mit denen Ende November eine Einigung erzielt worden war.

Lehrer befürchten Abbau von Arbeitsplätzen

Die Lehrer sind nicht mit der Einführung des sogenannten "coefficient réducteur" einverstanden. Diese Maßnahme würde dazu führen, dass 74 Posten abgebaut werden müssten, heißt es von Seiten des Lehrerkomitees. Im Oktober hatte Premierminister Xavier Bettel in seiner Rede vor dem Parlament angekündigt, dass auf den Abschlussklassen während der Examenszeit nur noch die geleisteten Stunden ausbezahlt werden. Die Sekundarlehrer machen nun Ernst und drohen mit einem Boykott der Examen.

Schlechtere Arbeitsbedingungen der Lehrer würden sich negativ auf die Qualität des Unterrichtswesens auswirken, heißt es in dem Schreiben des "bureau de coordination des comités des enseignants des lycées de l'ES et de l'EST".  An die Regierung geht der Aufruf, auf zusätzliche Sparmaßnahmen zu verzichten, die ausschließlich die Lehrer treffen. Die Regierung müsse den sozialen Frieden wieder herstellen.

Neues Treffen anberaumt

Ende November führte Meisch Gespräche mit den Vertretern der drei Lehrergewerkschaften. Damals gab es mehrere Anzeichen dafür, dass der Boykott abgewendet werden könnte. Meisch schwebte vor, künftig während der Examenszeit nur noch tatsächlich geleistete Arbeitsstunden zu entlohnen. Gleichzeitig sollten die Entschädigungen für Korrekturarbeiten angepasst werden. Außerdem sollte die Zeit, die erforderlich ist, um mündliche Prüfungen vorzubereiten, in die Wochenarbeitszeit integriert werden. Damals waren die Gewerkschaften der Ansicht, dass der Kompromiss "in die richtige Richtung geht". Die Basis der drei Gewerkschaften scheint jedoch anderer Meinung zu sein.

Am Donnerstag trifft sich Claude Meisch erneut mit den Gewerkschaften Apess, Féduse und SEW.


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