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Rückblick auf die Wahlen 2013: Geburtsstunde von Gambia
Am 20. Oktober 2013 wurden die Weichen gestellt für eine neue Regierung. (Foto: Shutterstock)

Rückblick auf die Wahlen 2013: Geburtsstunde von Gambia

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Am 20. Oktober 2013 wurden die Weichen gestellt für eine neue Regierung. (Foto: Shutterstock)
Politik 20.10.2014

Rückblick auf die Wahlen 2013: Geburtsstunde von Gambia

Das Wahlergebnis vom 20. Oktober 2013 bot drei Koalitionsoptionen. Zum ersten Mal in der politischen Geschichte Luxemburgs kam es zu einem Dreierbündnis. Ein Jahr danach blicken Spitzenpolitiker der vier großen Parteien auf die Geschehnisse zurück.  

(mig) - Das Wahlergebnis vom 20. Oktober 2013 bot drei Koalitionsoptionen. Zum ersten Mal in der politischen Geschichte Luxemburgs kam es zu einem Dreierbündnis. Ein Jahr danach blicken Spitzenpolitiker der vier großen Parteien auf die Geschehnisse zurück.   

Bei den Liberalen, den Grünen und den Sozialisten war der Wunsch nach einer gemeinsamen Regierungszeit lange vor den Wahlen vorhanden. Als klar war, dass die Koalition rein rechnerisch möglich war, ging alles ganz schnell.

Zu schnell für die CSV, die sagt, "auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein". Sie hatte nicht damit gerechnet, dass, wie Generalsekretär Laurent Zeimet sagt, die anderen Parteien die Spielregeln nicht einhalten würden. Darunter versteht die CSV die übliche Prozedur, wonach es Aufgabe des Staatschefs ist, einen Formateur oder Informateur zu nennen. Die DP, Déi Gréng und die LSAP wussten: Sie mussten alles daran setzen, zu verhindern, dass der Staatschef Jean-Claude Juncker, der aufgrund des Wahlergebnisses der CSV den Regierungsanspruch erhob, zum Regierungsformateur ernannte. 

Für die DP - sie gewann vier Sitze dazu - war die Dreierkoalition sehr früh eine Option. Die DP wollte keine Koalition mit der CSV, weniger wegen der Partei, als vielmehr wegen ihres Chefs, wie der heutige Fraktionschef Eugène Berger im LW-Gespräch erklärt.

Die Grünen befanden sich, wie François Bauch erklärt, in einem Wechselbad der Gefühle. Sie schwankten zwischen Enttäuschung über den Sitzverlust und Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung, die im Verlauf des Wahlabends in greifbare Nähe rückte.

Auch die LSAP strebte  den Wechsel an, aber nicht um jeden Preis, wie der damalige Parteipräsident Alex Bodry erklärt. Bedingung für die LSAP war eine solide Mehrheit der drei Parteien. "Mit einer Mehrheit von 31 Sitzen hätte ich meiner Partei ein Bündnis mit den Liberalen und Grünen nicht empfohlen", so Alex Bodry.

Mehr zum Thema "Geburtsstunde von Gambia" lesen Sie in der Montagsausgabe des "Luxemburger Wort". 


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