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Die Auf- und Absteiger im Beliebtheitsranking
Politik 5 Min. 18.11.2021
Politmonitor als Hitparade

Die Auf- und Absteiger im Beliebtheitsranking

Ursachenforschung: Premierminister Xavier Bettel (DP) dürfte den Grund für sein verlustreiches Abschneiden kennen.
Politmonitor als Hitparade

Die Auf- und Absteiger im Beliebtheitsranking

Ursachenforschung: Premierminister Xavier Bettel (DP) dürfte den Grund für sein verlustreiches Abschneiden kennen.
Foto: Anouk Antony
Politik 5 Min. 18.11.2021
Politmonitor als Hitparade

Die Auf- und Absteiger im Beliebtheitsranking

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Sehr viele Pfeile zeigen nach unten: 22 der 35 abgefragten Politiker verbuchen im Politmonitor teils erhebliche Einbußen. An der Spitze bleibt dennoch alles beim Alten.

Mit diesem Ergebnis kann die politische Klasse nicht zufrieden sein: 22 der 35 Politiker, die im Politmonitor abgefragt werden, erhalten von den Wählern eine schlechtere Benotung als im Sommer 2021 – darunter elf der 17 Minister. Dabei fallen die Einbußen in den allermeisten Fällen so stark aus, dass sie nicht durch Heranziehen der möglichen Fehlermarge schöngeredet werden können.

Wenigstens neun Politiker, unter ihnen drei Minister, dürfen sich darüber freuen, im Herbst-Politmonitor an Zustimmung gewonnen zu haben. Dazu gehören in den Top Ten lediglich Sven Clement – der Pirat legt nach plus elf Prozentpunkten im Sommer nochmals um drei Prozentpunkte zu (59 Prozent) und landet als bester Abgeordneter und Oppositionspolitiker auf Platz 4 – sowie Vizepremier und Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP), der mit plus zwei Prozentpunkten nun wieder zu den zehn populärsten Politikern im Land gehört (48 Prozent). Im Sommer hatte Kersch noch sechs Punkte verloren. 


Referendum ballot paper, black pen, and passport on the table. Closeup
54 Prozent der Wähler wollen Verfassungsreferendum
Gut die Hälfte der Wähler würde gerne über die neue Verfassung abstimmen. Es gibt aber ein Problem.

Zu den großen Verlierern in den Top Ten gehören Premierminister Xavier Bettel (DP) und CSV-Parteipräsident Claude Wiseler mit minus acht beziehungsweise neun Punkten (71 beziehungsweise 48 Prozent). Während Wiseler noch im Sommer fünf Punkte zugelegt hatte, muss Bettel zum zweiten Mal in Folge Federn lassen. 

Platz eins unter den Verlierern: CSV-Chef Claude Wiseler büßt neun Prozentpunkte ein - so viel wie kein anderer Politiker.
Platz eins unter den Verlierern: CSV-Chef Claude Wiseler büßt neun Prozentpunkte ein - so viel wie kein anderer Politiker.
Foto: Gerry Huberty

DP: Achtungserfolg für den Chamberpräsidenten 

Xavier Bettel bleibt dennoch der mit Abstand beliebteste Politiker der DP. Zwei weitere liberale Minister sind in den Top Ten etabliert: Mittelstandsminister Lex Delles, der sein Ergebnis vom Sommer halten kann (55 Prozent) und Finanzminister Pierre Gramegna, der mit 55 Prozent von Rang vier auf sechs rutscht – und sich diesen Platz mit Delles teilt. 

Von den anderen DP-Ministern schafft es Marc Hansen (Digitales und Öffentlicher Dienst) erneut ins Mittelfeld (18.) und Bildungsminister Claude Meisch macht zumindest platzmäßig einen Sprung nach vorne, von 28 auf 23.


Die Gewinner und Verlierer im Beliebtheitsranking
Zum dritten Mal in Folge bilden Paulette Lenert, Jean Asselborn und Xavier Bettel das Spitzentrio. Ein Deputierter sorgt derweil für eine Überraschung.

Familienministerin Corinne Cahen hingegen büßt ebenso wie Bettel acht Punkte ein und fällt auf Rang 30 zurück. Schlechter schneidet nur Fraktionschef Gilles Baum auf Platz 32 ab, mit einem Minus von sechs Prozentpunkten. Einen Achtungserfolg darf Parlamentspräsident Fernand Etgen verbuchen, der um drei Punkte zulegt – so viel wie kein anderer DP-Politiker.

LSAP: fünf Minister unter den zehn populärsten Politikern

Keine Partei platziert so viele Politiker in den Top Ten wie die LSAP. Das ist eine Politmonitor-Konstante. Dennoch müssen auch die sozialistischen Leaderfiguren Verluste einstecken – ohne dass dies für Paulette Lenert und Jean Asselborn etwas an ihren Spitzenpositionen ändert. Die Gesundheitsministerin belegt zum vierten Mal in Folge Platz 1, mit 86 Prozent und einem Minus von drei Punkten, der Außenminister verteidigt sein Abonnement auf die Top-Drei und verbucht bei 77 Prozent ein Minus von vier Punkten. 

Als einziger LSAP-Minister darf sich Dan Kersch, der unlängst das Ende seiner Ministerlaufbahn in Aussicht stellte, über ein Plus freuen, wodurch er wieder zu den zehn populärsten Politikern zählt.

Während Innenministerin Taina Bofferding auf Platz 8 und Wirtschaftsminister Franz Fayot (12.) ihre Ergebnisse vom Juni-Politmonitor bestätigen und Sozialminister Romain Schneider, der sich 2023 nicht mehr den Wählern stellt, einen Prozentpunkt einbüßt und sich Platz vier mit Sven Clement von den Piraten teilen muss, hängen Parteipräsident Yves Cruchten und der Fraktionsvorsitzende Georges Engel im Niemandsland fest, mit 36 beziehungsweise 37 Prozent. 

Déi Gréng: Nur ein Minister kann zulegen 

Von derartigen Werten können sechs der acht abgefragten Politiker von Déi Gréng nur träumen. Beim kleinen Koalitionspartner kann sich bloß Energieminister Claude Turmes an einem – wenn auch mageren – Plus an Popularität erfreuen (+1) und Fraktionschefin Josée Lorsché ihr Resultat vom Sommer einstellen. 


IPO , PK Xavier Bettel und Paulette Lenert ,Corona , Covid-19 , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
Positiver Stimmungstest für Blau und Rot
Wenn am Sonntag gewählt würde, würden DP und LSAP besser abschneiden als 2018 - das grüne Ergebnis hingegen würde negativ ausfallen.

Während die beiden Co-Vorsitzenden mit minus einem Punkt nur ganz knapp verlieren – Meris Sehovic fällt auf den letzten Platz zurück (20 Prozent) und Djuna Bernard wird mit 25 Prozent von Myriam Cecchetti eingeholt –, strafen die Wähler gleich vier grüne Minister mehr oder minder heftig ab. Während sich Justizministerin Sam Tanson wieder aus den Top Ten verabschiedet (-3) stürzen Wohnungsbau- und Polizeiminister Henri Kox (-6) und Umweltministerin Carole Dieschbourg (-8) ans Ende des Feldes ab. Nur Corinne Cahen (DP) schneidet als Ministerin schlechter ab. Mobilitätsminister François Bausch büßt nach einem Prozentpunkt im Juni diesmal fünf Punkte ein (42 Prozent).

CSV: der Parteichef mit den heftigsten Einbußen

Die abgefragten CSV-Politiker rücken näher zusammen – weil Parteichef Claude Wiseler mit minus neun Prozentpunkten erhebliche Verluste erleidet – das höchste Minus aller 35 Politmonitor-Kandidaten. An Popularität zulegen können nur Co-Fraktionspräsidentin Martine Hansen (+2), die noch im Sommer auf der Verliererseite stand (-5), und Paul Galles (+4). 

Zu den großen Verlierern gehören diesmal der Escher député-maire Georges Mischo (-6) und der neue Generalsekretär, der EU-Abgeordnete Christophe Hansen (-5). Co-Fraktionschef Gilles Roth büßt drei Punkte ein, für Laurent Mosar und Serge Wilmes ist es ein Minus von zwei beziehungsweise einem Punkt.

Pluspunkte gesammelt: Myriam Cecchetti (Déi Lénk), die zum zweiten Mal abgefragt wurde, legt so viel zu wie kein anderer Politiker.
Pluspunkte gesammelt: Myriam Cecchetti (Déi Lénk), die zum zweiten Mal abgefragt wurde, legt so viel zu wie kein anderer Politiker.
Foto: Guy Jallay

Die „Kleinen“ legen zu 

Bei den Parteien ohne Fraktionsstatus können Myriam Cecchetti (Déi Lénk) und Fernand Kartheiser (ADR) nur vom Resultat eines Sven Clement (Piraten) träumen. Zumindest verbuchen beide einen Achtungserfolg: Plus zwei Punkte für Kartheiser und plus fünf Punkte für Cecchetti (27 bzw. 25 Prozent), die die rote Laterne an Meris Sehovic abgibt. 

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Halbzeitbilanz: Die Regierung muss hart an der Umsetzung ihrer Ziele arbeiten. Wohnungsbau und Armutsbekämpfung lassen zu wünschen übrig.
(1re rangée de g. à dr.) Corinne Cahen, ministre de la Famille et de l'Intégration, ministre à la Grande Région ; Pierre Gramegna, ministre des Finances ; Jean Asselborn, ministre des Affaires étrangères et européennes, ministre de l'Immigration et de l'Asile ; François Bausch, Vice-Premier ministre, ministre de la Défense, ministre de la Mobilité et des Travaux publics, ministre de la Sécurité intérieure ; Dan Kersch, Vice-Premier ministre, ministre des Sports, ministre du Travail, de l'Emploi et de l'Économie sociale et solidaire ; Romain Schneider, ministre de l'Agriculture, de la Viticulture et du Développement rural, ministre de la Sécurité sociale ; Claude Meisch, ministre de l'Éducation nationale, de l'Enfance et de la Jeunesse, ministre de l'Enseignement supérieur et de la Recherche ; Carole Dieschbourg, ministre de l'Environnement, du Climat et du Développement durable --- (2e rangée de g. à dr.) Franz Fayot, ministre de la Coopération et de l'Action humanitaire, ministre de l'Économie ; Lex Delles, ministre des Classes moyennes, ministre du Tourisme ; Sam Tanson, ministre de la Culture, ministre de la Justice ; Claude Turmes, ministre de l'Aménagement du territoire, ministre de l'Énergie ; Marc Hansen, ministre de la Fonction publique, ministre aux Relations avec le Parlement, ministre délégué à la Digitalisation, ministre délégué à la Réforme administrative ; Paulette Lenert, ministre de la Santé, ministre de la Protection des consommateurs, ministre déléguée de la Sécurité sociale ; Henri Kox, ministre du Logement, ministre délégué à la Défense, ministre délégué à la Sécurité intérieure