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Römervilla in Schieren: Ausgrabungen sollen im Herbst fortgesetzt werden
Die archäologischen Grabungen „auf der Schlammgraecht“ liefen im Herbst 2013 an.

Römervilla in Schieren: Ausgrabungen sollen im Herbst fortgesetzt werden

Foto: John Lamberty
Die archäologischen Grabungen „auf der Schlammgraecht“ liefen im Herbst 2013 an.
Politik 2 Min. 17.05.2017

Römervilla in Schieren: Ausgrabungen sollen im Herbst fortgesetzt werden

Maxime LEMMER
Die Ausgrabungen der gallo-römischen Villa in Schieren werden vermutlich im September fortgesetzt. Des Weiteren sollen die archäologische Forschungseinrichtung und das nationale Denkmalschutzamt zusammengelegt werden.

(ml) - Vor rund einem Vierteljahrhundert wurden in Schieren die Überreste einer gallo-römischen Villa entdeckt. Die Ausgrabungen an der archäologischen Fundstelle werden im Prinzip fortgesetzt. Dies teilte Guy Arendt, Staatssekretär im Kulturministerium, am Dienstag den Mitgliedern des zuständigen Parlamentsausschusses mit.

Analysen, die diese Woche durchgeführt wurden, um das Potenzial der archäologischen Funde genau auszuwerten, hätten bestätigt, dass die Ausgrabungen der gallo-römischen Villa für Nordeuropa von großer Bedeutung seien, betonte der Direktor des Centre national de recherche archéologique (CNRA), Foni Lebrun. Die Überreste, die bislang freigelegt wurden, seien gut erhalten. Die Fresken und Friesen würden darauf schließen lassen, dass die Villa im Besitz einer berühmten Persönlichkeit war, die Kontakte mit der Kaiserstadt Trier pflegte.

6.000 archäologische Stätten in Luxemburg

Inzwischen wurden zehn Prozent der archäologischen Stätte in Schieren ausgegraben. Die Arbeiten dürften im September weitergeführt werden und bis Ende kommenden Jahres andauern. Die Überreste befinden sich auf einem staatlichen Grundstück, das entlang der Nationalstraße B7 verläuft. Die Schnellstraße wird an der Stelvle verbreitet.

Bereits bei den ersten Ausgrabungen hatten spezialisierte Restauratoren vom "Centre d'études pour la peinture murale romaine" aus Soissons (Frankreich) Hilfe geleistet. Derzeit sei es noch etwas verfrüht, um sagen zu können, ob der Standort aufgewertet und für den Kulturtourismus eröffnet werde. Luxemburg zählt rund 6.000 archäologische Stätten, wovon 2000 aus der Römerzeit stammen.

Fusion im Anmarsch

Am Rande der Sitzung der Parlamentskommission bestätigte Staatssekretär Guy Arendt dem Sender 100,7, dass die nationale archäologische Forschungseinrichtung (CNRA) mit dem staatlichen Denkmalschutzamt "Service des Sites et Monuments nationaux" in eine "Administration du Patrimoine" zusammengelegt werden soll.

Zurzeit werde ein entsprechender Gesetzentwurf ausgearbeitet, der in den kommenden Wochen im Ministerrat gebilligt und wenn möglich noch vor der Sommerpause auf den Instanzenweg geschickt werden soll, bestätigte Guy Arendt dem "Luxemburger Wort". Ziel sei es, eine zentrale Stelle für das archäologische, architektonische und immaterielle Erbe zu  schaffen.

"Alles Zukunftsmusik"

Das Vorhaben, das sich erst im Anfangsstadium befinde, werde unter Umständen eine Neugestaltung des Budgets ermöglichen, so Arendt, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen: "Das ist derzeit noch alles Zukunftsmusik". Der Staatssekretär ließ noch durchblicken, dass zurzeit darüber nachgedacht wird, den Haushalt des Instituts für Archäologie aufzustocken.

Bei der geplanten Schaffung einer "Administration du Patrimoine" habe man sich u.a. in Frankreich inspiriert, wo es bereits eine derartige Verwaltung gibt. Der von der Regierung eingeschlagene Weg stoße beim Centre National de Recherche Archéologique auf breite Zustimmung, so Arendt.

Das CNRA, das derzeit an das nationale Geschichts- und Kunstmuseum angegliedert ist, hat seit Längerem den Anspruch erhoben, unabhängig wirken zu können. Beim "Service des Sites et Monuments nationaux" scheint man unterdessen etwas weniger begeistert über die vorgesehene Zusammenlegung zu sein. Zurzeit sei im Kulturressort nicht geplant, weitere Gremien zusammenzulegen, stellt Arendt klar.





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