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Research Luxembourg: Leichte Entspannung der Infektionslage
Politik 2 Min. 02.11.2020

Research Luxembourg: Leichte Entspannung der Infektionslage

Vor dem neuen Corona-Testcenter Kirchberg bildeten sich vorvergangene Woche lange Warteschlangen.

Research Luxembourg: Leichte Entspannung der Infektionslage

Vor dem neuen Corona-Testcenter Kirchberg bildeten sich vorvergangene Woche lange Warteschlangen.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 02.11.2020

Research Luxembourg: Leichte Entspannung der Infektionslage

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der aktuelle Bericht der Covid-19-Taskforce von Research Luxembourg zeigt, dass das Infektionsgeschehen sich leicht entspannt. Der Sprecher der Taskforce, Paul Wilmes, ist "ganz vorsichtig optimistisch".

Am Montag veröffentlichte die Covid-19-Taskforce von Research Luxembourg ihren neuesten Bericht zum Infektionsgeschehen, mit den Zahlen von vergangener Woche bis einschließlich den 29. Oktober. Die gute Nachricht: Im Vergleich zu vorvergangener Woche stellen die Wissenschaftler eine leichte Entspannung fest. Zwar seien die Fallzahlen nach wie vor sehr hoch, „aber wir befinden uns nicht mehr im beschleunigten exponentiellen Wachstum“, sagt der Wissenschaftler und Sprecher der Covid-19-Taskforce, Paul Wilmes, am Montag auf Nachfrage dem „Luxemburger Wort“. Dennoch handle es sich nach wie vor um ein „exponentielles Wachstum“.

Der Wissenschaftler Paul Wilmes ist Sprecher der Covid-19-Taskforce von Research Luxembourg.
Der Wissenschaftler Paul Wilmes ist Sprecher der Covid-19-Taskforce von Research Luxembourg.
Foto: Anouk Antony

Das Infektionsgeschehen ist demnach immer noch sehr dynamisch und die Situation alles andere als gut. „Fallzahlen von 900 Neuinfektionen pro Tag sind auf Dauer keine gute Situation, vor allem in Bezug auf die Krankenbettbelegung und Intensivbettenbelegung“, sagt Wilmes. Zum Glück sei die Dynamik nicht mehr ganz so stark wie vorvergangene Woche. Vergangene Woche waren es im Schnitt 343 Neuninfektionen pro Tag.

Allerdings haben wir momentan ein recht großes Reservoir an Infizierten, so dass es jederzeit wieder losgehen kann.

Paul Wilmes, Research Luxembourg

Im Bericht der Covid-19-Taskforce vom 23. Oktober, der die Zahlen bis einschließlich den 22. Oktober analysiert hat, lag die Verdopplungszeit bei 4,1 Tagen. Vergangene Woche lag sie bei 6,3 Tagen. Die Reproduktionszahl lag vorvergangene Woche bei 1,6 - vergangene Woche bei 1,2. 

Dies erklärt sich durch den Umstand, „dass es ist nicht zu einer weiteren Steigerung gekommen ist. Wir befinden uns auf einem halbwegs stabilen Plateau, was die täglichen Fallzahlen betrifft“, so Wilmes. „Allerdings haben wir momentan ein recht großes Reservoir an Infizierten, sodass es jederzeit wieder losgehen kann.“


An information sign requesting to wear face masks is seen in the city of Augsburg, southern Germany, on November 2, 2020 amid the ongoing novel coronavirus Covid-19 pandemic. - Germany ordered a new round of shutdowns for the cultural, leisure as well as food and drink sectors, in a bid to halt a surge in new coronavirus infections, starting on November 2, 2020. (Photo by Christof STACHE / AFP)
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900 Neuninfektionen pro Tag über einen längeren Zeitraum seien nicht zu schaffen. „Wir müssen diese Welle jetzt brechen. Wenn wir die Zahlen jetzt stabilisieren und sie anschließend auf zwischen 200 und 400 pro Tag senken, bin ich optimistisch, dass wir bis Weihnachten gut durchkommen“, so Wilmes. 

1.300 Neuinfektionen pro Tag

In ihren Berechnungen im Bericht vom 23. Oktober war die Taskforce angesichts der starken Dynamik für Mitte November von bis zu 1.400 Neuinfektionen pro Tag ausgegangen. Es bestehen gute Chancen, dass sich dieses Horrorszenario nicht einstellt. Entwarnung gibt die Taskforce allerdings nicht. Sollte sich der aktuelle Trend weiter fortsetzen, könnte es Mitte November bis zu 1.300 Neuninfektionen pro Tag geben, rechnen die Wissenschaftler vor.


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Grund für die vorsichtig positive Tendenz ist nach Ansicht des Wissenschaftlers, dass die Menschen ihr Verhalten angepasst haben, noch bevor das Gesetz mit den neuen Restriktionen in Kraft war. Die Regierung hatte die neuen Einschränkungen am 23. Oktober angekündigt. Das Gesetz ist am 29. Oktober vom Parlament verabschiedet worden und trat am 30. Oktober in Kraft. 

Ein weiterer Hinweis für einen möglichen Rückgang des Infektionsgeschehens liefern die wissenschaftlichen Proben aus mehreren Kläranlagen. Wissenschaftler des Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) haben festgestellt, dass die Viruslast in den Abwässern vergangene Woche zurückgegangen ist. 

Premierminister Xavier Bettel (DP) hatte am Samstag in der Radiosendung „Riicht eraus“ auf 100,7 weitere Einschränkungen angekündigt und sogar einen Lockdown nicht ausgeschlossen, sollte die Lage sich nicht beruhigen. „Sollten die Zahlen diese Woche nicht runtergehen beziehungsweise sogar noch weiter steigen, hat man keine Wahl“, sagt Wilmes. Dann müssten wohl oder übel strengere Restriktionen kommen, um die Pandemie einzudämmen.

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