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Religionslehrer werden zunehmend ungeduldig
Politik 26.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Welche berufliche Zukunft?

Religionslehrer werden zunehmend ungeduldig

Die Alerf fordert Klarheit, was die berufliche Zukunft der rund 180 Religionslehrer angeht, die ab 2017/18 ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
Welche berufliche Zukunft?

Religionslehrer werden zunehmend ungeduldig

Die Alerf fordert Klarheit, was die berufliche Zukunft der rund 180 Religionslehrer angeht, die ab 2017/18 ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
Foto: Lex Kleren
Politik 26.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Welche berufliche Zukunft?

Religionslehrer werden zunehmend ungeduldig

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
16 Monate nach der Unterzeichnung der Konvention, die die Abschaffung des Religionsunterrichts besiegelte, haben die Religionslehrer des Fondamental immer noch keine konkreten beruflichen Perspektiven. Sie fordern die Regierung auf, umgehend für Klarheit zu sorgen.

(mig) - Die Konvention über die Trennung von Kirche und Staat wurde vor genau 16 Monaten unterzeichnet. Damit wurde auch die Abschaffung des Religionsunterrichts besiegelt. Der Staat versprach, die Religionslehrer nach dem Prinzip "Pacta sunt servanda" zu übernehmen. Was das genau bedeutet, ist unklar. Zumindest für die "Association luxembourgeoise d'enseignants d'éducation religieuse et morale dans l'enseignement fondamental" (Alerf). "Es liegt nichts Schriftliches vor. Wir wissen nicht, was unsere Leute erwartet", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Religionslehrer, Vito Notarnicola gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP und deren Unterorganisation AEE.

"Pacta sunt servanda" bedeutet für die Vertreter der Religionslehrer, dass sich am Gehalt und an den Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Alters-Décharge usw.) nichts ändern darf. Die Alerf fordert, dass Studien, Weiterbildungen und Berufserfahrung anerkannt werden. Personen über 57 Jahre sollte man keine Weiterbildung mehr zumuten, sagte die Vize-Vorsitzende Edmée Zirves. Für sie forderte die Alerf individuelle Übergangslösungen.

Verwirrung und Verunsicherung

Die Einzelgespräche mit Beamten des Bildungsministeriums hätten für Verwirrung und Verunsicherung bei den Betroffenen gesorgt, sagte der Präsident der Vereinigung, Vito Notarnicola. "Die Informationen waren ständig andere. Niemand wusste am Ende, was richtig und was falsch war", so der Vorsitzende.

Im Rahmen eines Treffens eine Woche vor den Osterferien zwischen Bildungsminister Claude Meisch und der Alerf zusammen mit der CGFP habe der Minister versprochen, der Vereinigung nach den Osterferien konkrete Angebote schriftlich zukommen zu lassen. Seit dieser Sitzung sind zwei Monate vergangen. Passiert ist nichts.

Laut den Vertretern der Vereinigung haben die meisten Religionslehrer einen Sekundarschulabschluss, 70 haben ein Bachelor in Religionspädagogik. Für Personen mit einer 11e bzw. einer 3e fordert die Alerf "reelle" Zukunftsperspektiven. Ihnen stellte das Ministerium eine Stelle als "pädagogische Assistenten" im Schulwesen, in den Regionalbüros des Inspektorates oder aber in staatlichen Erziehungsstrukturen in Aussicht. Die Alerf bemängelt aber, dass hierfür keine "Job description" vorliegt.

Die Vereinigung der Religionslehrer wird von der CGFP und der "Association des employés de l'Etat" unterstützt.



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