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Religionslehrer im Fondamental: Details zur Übernahme sind jetzt bekannt
Der Minister gab am Mittwoch Details zur Übernahme von 141 Religionslehrern bekannt.

Religionslehrer im Fondamental: Details zur Übernahme sind jetzt bekannt

Foto: Lex Kleren
Der Minister gab am Mittwoch Details zur Übernahme von 141 Religionslehrern bekannt.
Politik 3 Min. 29.06.2016

Religionslehrer im Fondamental: Details zur Übernahme sind jetzt bekannt

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Im Zuge der Abschaffung des Religionsunterrichts im Fondamental übernimmt der Staat 141 Religionslehrer. Am Mittwoch gab der zuständige Minister Claude Meisch im zuständigen Parlamentsausschuss Details zur Übernahme der Lehrer bekannt.

(mig) - 141 Religionslehrer werden im Zuge der Abschaffung des Religionsunterrichts ab 2017/18 vom Staat übernommen und je nach Bildungsgrad unterschiedlichen beruflichen Aufgabenbereichen zugeteilt.

102 Lehrer haben einen Sekundarschulabschluss und einen Bachelor in Religionspädagogik, 39 haben eine 3e bzw. 11e oder sind weniger qualifiziert.

Kandidaten mit Sekundarschulabschluss

Personen mit einem klassischen oder technischen Sekundarschulabschluss werden nach einer 120-stündigen theoretischen und einer 30-stündigen praktischen Weiterbildung in die Gruppe der Lehrbeauftragten (réserve des suppléants) im Grundschulwesen aufgenommen.

Das Ministerium hat Bedingungen festgelegt, unter denen manchen Lehrern eine bestimmte Zahl an Weiterbildungsstunden erlassen wird. Dazu zählen das Dienstalter (drei Stunden pro Dienstjahr bei einer Mindest-Tâche von 50 Prozent) und die Teilnahme an berufsbezogenen Weiterbildungen. Lehrer mit einem Diplom in Religionspädagogik werden von mindestens 40 Weiterbildungsstunden befreit.

Alle Kandidaten werden vorab in den drei offiziellen Landessprachen (Luxemburgisch, Deutsch, Französisch) mündlich und schriftlich getestet.

Eine gute Nachricht für all jene, die die Weiterbildung erfolgreich abschließen: Das mit der Reform im öffentlichen Dienst eingeführte dreijährige Praktikum entfällt. Die Lehrer werden im Dienstgrad der Lehrbeauftragten (E2) eingestuft, die Dienstjahre (mindestens acht Monate) werden angerechnet.

Die übernommenen Lehrer können das neue Fach "Leben und Gesellschaft" unterrichten, unter der Bedingung, dass sie die 16-stündige Weiterbildung am Ifen absolvieren.

Wer die Weiterbildung nicht besteht, kann sie im darauffolgenden Jahr wiederholen.

Kandidaten ohne Sekundarschulabschluss

Kandidaten ohne Sekundarschulabschluss haben Zugang zu einer so genannten "réserve d'auxiliaires éducatifs", die zu diesem Zweck neu geschaffen wird. Als solche stehen ihnen Aufgaben im Grundschulbereich, der Ediff, im Sekundarschulwesen (Aufsicht, außerschulische Aktivitäten usw.), dem Service national de la jeunesse oder in staatlichen Kinderheimen offen.

Auch sie müssen sich vorab einer 120-stündigen Weiterbildung (90 Stunden Theorie, 30 Stunden Praxis) am Ifen (Institut de formation de l'éducation nationale) unterziehen.

Um die Weiterbildung zu bestehen, müssen die Kandidaten 80 Prozent der theoretischen Kurse und 100 Prozent der praktischen Kurse belegt haben. Auch diesen Kandidaten bleibt das dreijährige berufsbegleitende Praktikum erspart.

Die praktische Weiterbildung erfolgt in der Struktur oder Einrichtung, in der die Kandidaten später tätig sein wollen. Nach der Weiterbildung folgt noch ein 40-stündiges Modul, das dazu dient, die Kandidaten mit der Struktur vertraut zu machen.

Die Gehaltsentwicklung entspricht der des Bistums. Die Besetzung der Posten erfolgt gemäß den Dienstjahren.

Was beide Gruppen gemeinsam haben

  • Die Übernahme beginnt ab der Rentrée 2017/18 und endet nach drei Jahren.
  • Jedem Kandidaten wird ein unbefristeter Arbeitsvertrag angeboten.
  • Die Zahl der Arbeitsstunden ist postenabhängig.
  • Wer sich für einen Ganztagsjob entscheidet, erhält bis zum Rentenalter eine Ganztagsjobgarantie.
  • Bereits zugestandene altersbedingte Freistunden werden im neuen Job übernommen.

Politische Reaktionen

Bildungsminister Claude Meisch informierte am Mittwoch auf Anfrage der CSV den parlamentarischen Bildungsausschuss über die Details der Personalübernahme. Der CSV-Sprecher Laurent Zeimet warf dem Minister vor, zu lange gewartet und die Betroffenen zu lange in der Ungewissheit gelassen zu haben.

Besonders mit der Übernahmeregelung der 102 Lehrer mit einem Bachelor in Religionspädagogik ist die CSV nicht einverstanden. "Diese Lehrer waren gut genug, um jahrelang zu unterrichten. Jetzt finden sie sich in der Gruppe der Lehrbeauftragten wieder und müssen darüber hinaus noch eine Weiterbildung machen. Das ist ein Schlag ins Gesicht", so Laurent Zeimet.

Ganz anders die Meinung des grünen Abgeordneten Claude Adam, der nur lobende Worte für den Minister und die gefundene Regelung hat. Adam sprach von Lösungen à la carte. Allen Betroffenen würden unbefristete Arbeitsverträge in Aussicht gestellt, bestehende Gesetze und Bestimmungen seien eingehalten worden. Einzig die Kommunikation sei verbesserungswürdig, "doch selbst dann gibt es immer Menschen, die nicht zufrieden sind." Alles in allem habe die Regierung ihre Verantwortung übernommen, so Adam.

Insgesamt sind im Fondamental rund 210 Religionslehrer tätig. Das Bistum kann weiterhin 40 vom Staat finanzierte Lehrer beschäftigen. Zieht man diese von der Gesamtzahl ab, stellt man fest, dass knapp 30 Religionslehrer keine Anfrage zu ihrer Übernahme eingereicht haben. Die Übernahmeregelung gilt für drei Jahre. Die Betroffenen haben also noch Zeit, es sich zu überlegen.

Adam ist zudem der Ansicht, "dass den meisten Religionslehrern das Unterrichten wichtiger ist als das Fach Religion", was erkläre, dass die meisten sich für eine Karriere in der Schule entschieden haben statt für eine weitere Beschäftigung beim Bistum.


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