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Regierung stoppt den Abwärtstrend
Politik 3 Min. 09.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Politmonitor

Regierung stoppt den Abwärtstrend

Neuesten Umfragen zufolge haben die Regierungsmitglieder wieder ein wenig Grund zur Hoffnung.
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Regierung stoppt den Abwärtstrend

Neuesten Umfragen zufolge haben die Regierungsmitglieder wieder ein wenig Grund zur Hoffnung.
Foto: Gerry Huberty
Politik 3 Min. 09.11.2015 Aus unserem online-Archiv
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Regierung stoppt den Abwärtstrend

Das Debakel beim Referendum scheint allmählich in Vergessenheit geraten zu sein: Nahezu sämtliche Regierungsmitglieder können laut einer TNS-ILRES-Umfrage im Auftrag von "Luxemburger Wort" und "RTL" zulegen.

(ml) - Die Ergebnisse des neuen Politmonitors von TNS-ILRES im Auftrag von "Luxemburger Wort" und "RTL" dürften für die Dreierkoalition wie Balsam auf die Seele wirken. Die Erhebung fand zwischen dem 29. Oktober und dem 5. November statt. 1020 Personen waren über Telefon und Internet befragt worden.

Büßten bei der letzten Befragung fast alle Regierungsmitlieder Punkte beim Wahlvolk ein, machen die neuen Umfragewerte deutlich, dass nahezu alle Minister und Staatssekretäre nach dem Debakel beim Referendum am 7. Juni, diesen Sinkflug zumindest stoppen konnten. Hinzu kommt, dass während der luxemburgischen EU-Ratspräsidentschaft die Oppositionspolitik hierzulande traditionell in den Hintergrund rückt.


Xavier Bettel holt auf

Einsamer Spitzenreiter bleibt Außenminister Jean Asselborn (LSAP) mit mehr als 80 Prozent Zustimmung bei den Werten für Kompetenz und Sympathie. Premierminister Xavier Bettel (DP), der bei der vergangenen Umfrage im Juni unterhalb der 50-Prozent-Marke abgerutscht war und binnen einem Jahr 20 Prozentpunkte verlor, kann mit seinem zweiten Platz den entstandenen Schaden zum Teil wieder gut machen. Der Staatsminister legte in beiden Wertungen kräftig zu. Bei der Sympathie legt er mit einem Plus von 15 Prozentpunkten die stärkste Steigerung im Vergleich zu allen Regierungsmitgliedern vor. 58 Prozent der Wähler erklären ihn für kompetent.

Auch Vize-Premier Etienne Schneider (LSAP) und Finanzminister Pierre Gramegna (DP), die im Sommer bei den Wählern sehr in Ungnade gefallen waren, haben mit Erfolg ihre Aufholjagd begonnen. 44 Prozent der Wähler halten Etienne Schneider für sympathisch, 55 Prozent für kompetent. Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) kann unterdessen wieder an seine Umfragewerte vom letzten Jahr anknüpfen.

Sogar Staatssekretärin Françine Closener (LSAP), die sehr unter ihrer Dienstwagen-Affäre gelitten hatte, darf sich über neu gewonnenes Vertrauen erfreuen. Dennoch landet sie in den beiden Wertungen auf dem zweitletzten Rang hinter Landwirtschaftsminister Fernand Etgen und vor Maggy Nagel (beide DP).

Staatssekretär Marc Hansen (DP) scheint die Erweiterung seiner Kompetenzen in die Karten zu spielen: Der liberale Shooting-Star knackt in beiden Wertungen die 40-Prozent-Marke und befindet sich jetzt im Mittelfeld. Bei den Grünen fällt auf, dass Justizminister Félix Braz mit Abstand Nachhhaltigkeitsminister François Bausch und Umweltministerin Carole Dieschbourg hinter sich lässt.

Maggy Nagel ist die große Verliererin

Zahlreiche Minister dürfen sich über zweistellige Wachstumsraten erfreuen. Lediglich Maggy Nagel kann von dieser neuen Aufbruchstimmung nicht profitieren. Der Wohnungsbau- und Kulturministerin wird die geringste Kompetenz zuerkannt. Die DP-Politikerin befindet sich seit Dezember 2013 im freien Fall: Sowohl bei der Kompetenz (15 Prozent) als auch bei der Sympathie (19 Prozent) bildet sie das Schlusslicht. Seit hierzulande Polit-Umfragen durchgeführt werden, hat zuvor noch kein Regierungsmitglied derart schlechte Ergebnisse eingefahren wie Nagel.

Jean-Claude Juncker, der seit einem Jahr in Brüssel die EU-Kommission leitet, genießt trotz der nicht enden wollenden Diskussionen um die LuxLeaks-Affäre noch immer ein hohes Ansehen in Luxemburg . Der Ex-Premierminister, der im Juni bei der Sympathie auf den schlechtesten persönlichen Stand seit April 2013 gerutscht war, kommt jetzt wieder auf 74 Prozent (+7 Prozent). 82 Prozent der Befragten halten ihn für kompetent.

Mars Di Bartolomeo im Höhenflug

Zu den eindeutigen Gewinnern zählt auch Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo (LSAP). Seine Sympathiewerte steigen von 56 auf 70 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bei der Kompetenz ab. CSV-Fraktionschef Claude Wiseler stagniert hingegen. Bei der Kompetenzbewertung büßt der Oppositionsführer sogar einen Prozentpunkt ein (59 Prozent).

Im Vergleich zur CSV-Europaabgeordneten Viviane Reding wird Wiseler deutlich weniger Kompetenz zuerkannt. Charles Goerens bleibt für die DP ein Zugpferd. Rund zwei Drittel der Wähler stehen hinter ihm. ADR-Politiker Gast Gibéryen, der bei der letzten Erhebung deutlich zulegte, bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Des Weiteren schneidet die grüne Fraktionschefin Viviane Loschetter bei der Umfrage besser ab als ihr liberaler Amtskollege Eugène Berger.

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