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Regierung plant neues Projekt: Wohnraum zu besonders niedrigen Preisen
Politik 29.09.2017

Regierung plant neues Projekt: Wohnraum zu besonders niedrigen Preisen

Die soziale Immobilienagentur vermietet Wohnungen zu günstigen Preisen und ist für das "Suivi social" der Mieter zuständig.

Regierung plant neues Projekt: Wohnraum zu besonders niedrigen Preisen

Die soziale Immobilienagentur vermietet Wohnungen zu günstigen Preisen und ist für das "Suivi social" der Mieter zuständig.
Foto: Guy Jallay
Politik 29.09.2017

Regierung plant neues Projekt: Wohnraum zu besonders niedrigen Preisen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Regierung schlägt einen neuen Weg ein, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es geht darum, Wohnungen zu schaffen, die zu einem besonders niedrigen Preis vermietet werden.

(mig) - Die Regierung schlägt bei der Schaffung von erschwinglichem Wohnraum einen neuen Weg ein. Ziel ist es, Wohnungen zu bauen, die zu einem besonders niedrigen Preis (unter zehn Euro pro Quadratmeter) vermietet werden. Das sind 30 bis 40 Prozent weniger als auf dem privaten Immobilienmarkt.

Getestet wird das Modell an einem Projekt in Grevenmacher mit 23 Wohnungen. Impliziert sind der Renten-Kompensationsfonds, der Fonds du logement und die soziale Immobilienagentur AIS.

Und so funktioniert das Modell: Die Wohnungen werden vom Fonds du logement, der im Besitz des Grundstücks ist, gebaut. Nach der Fertigstellung verkauft der staatliche Bauträger das Grundstück samt Wohnungen an den Pensionsfonds. Am gleichen Tag unterzeichnet der Pensionsfonds eine Konvention mit der sozialen Immobilienagentur AIS, die die Wohnungen vermietet. Die Laufdauer der Konvention beträgt mindestens 20 Jahre.

Wie bei privaten Immobilienbesitzern auch garantiert die AIS dem Pensionsfonds ein regelmäßiges Mieteinkommen. Zugleich wird dem Pensionsfonds eine Rendite von 2,5 Prozent während der gesamten Laufdauer garantiert, die Wertsteigerung des Grundstücks und der Immobilie nicht eingerechnet.

Sozialversicherungsminister Romain Schneider und Wohnungsbauminister Marc Hansen sprachen am Freitag bei der Vorstellung des Modells von einem Paradigmenwechsel, in der Wohnungsbaupolitik, aber auch für den Pensionsfonds.

Der Fonds de compensation erweitert mit diesem Projekt nämlich seine Investitionsstrategie. Der Fonds investiert bereits heute in Immobilien, allerdings handelt es sich dabei hauptsächlich um Bürogebäude und klassische Wohnungen. Die Investitionen belaufen sich momentan auf 410 Millionen Euro. Das sind 2,27 Prozent der Reserven, die sich momentan auf 18 Milliarden Euro belaufen.

Ziel des Pensionsfonds ist es, fünf Prozent seiner Reserven in Immobilien zu investieren. Beim aktuellen Stand wären das 900 Millionen Euro. Die Investitionen für das Pilotprojekt belaufen sich auf 8,5 Millionen Euro.

Mit der neuen Strategie wolle der Fonds seiner sozialen Mission gerecht werden, sagte Romain Schneider. Die niedrigen Mietpreise entstehen u.a. durch den Verzicht des Fonds auf eine höhere Rendite. Bei herkömmlichen Investitionen des Fonds liegt die Mindestrendite bei rund vier Prozent.

Sollte sich dieses Projekt als nachhaltig und effizient erweisen, soll es weiter ausgedehnt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt auch in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, wobei die Vermietung der Wohnungen weiterhin in staatlicher Hand bleiben soll, wie Hansen präzisierte.


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