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Regierung im Aufwärtstrend
Politik 3 Min. 17.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Politmonitor Januar 2017

Regierung im Aufwärtstrend

Laut Politmonitor hat die Regierung bei der Vertrauensfrage die Talsohle hinter sich.
Politmonitor Januar 2017

Regierung im Aufwärtstrend

Laut Politmonitor hat die Regierung bei der Vertrauensfrage die Talsohle hinter sich.
Foto: Marc Wilwert
Politik 3 Min. 17.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Politmonitor Januar 2017

Regierung im Aufwärtstrend

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Fast alle politischen Instanzen können Vertrauen der Wähler wiedergewinnen. Dies geht aus dem zweiten Teil der Politmonitor-Umfrage hervor, die im Auftrag von "Luxemburger Wort" und RTL durchgeführt wurde.

(ml) - Die Wähler bewerten die Arbeit der Regierung derzeit positiver als noch im Mai 2016. Im zweiten Teil des Politmonitors von "Luxemburger Wort" und RTL ist eine Mehrheit von 60 Prozent der befragten Wähler überzeugt, dass die Regierung die Lage des Landes im Griff hat. Im Mai 2016 waren lediglich 55 Prozent dieser Meinung.

Demnach setzt sich der Aufwärtstrend bei Blau-Rot-Grün auch dieses Mal fort: Im  November 2014 waren infolge diverser Kommunikationspannen seitens der Regierung nur 35 Prozent der Wähler zur Einschätzung gelangt, dass das Trio den Herausforderungen gewachsen sei. Heute sind es fast doppelt so viele und der höchste Wert, seit diese Frage im April 2014 erstmals gestellt wurde.

In der jüngsten Politmonitor-Umfrage, die Anfang Januar durchgeführt wurde, geben weiter 45 Prozent der Umfrageteilnehmer an, Vertrauen in die Regierung zu haben. Damit entfernt sich die Koalition zusehends von ihrem schlechtesten Ergebnis nach dem Referendum im Juni 2015, als nur noch ein Drittel der Befragten der Exekutive vertrauten. Es bleibt jedoch noch ein weiter Weg bis zum einstigen Traumwert von 63 Prozent, den die Regierung bei Amtsantritt vorzeigen konnte. Die Opposition stagniert unterdessen bei 48 Prozent. Ihr Vorsprung bei der Vertrauensfrage verringert sich von fünf auf drei Prozentpunkte.

CSV genießt mehr Vertrauen als DP, LSAP und Déi Gréng

Auf die Frage, welcher Partei sie derzeit am meisten Vertrauen schenken, antworten  35 Prozent der Wähler mit CSV. Die Christsozialen bleiben demnach exakt auf dem gleichen Niveau wie im Mai 2016. Der größten Oppositionspartei wird übrigens mehr Vertrauen entgegengebracht als den drei Regierungsparteien zusammen (32 Prozent).

Immerhin können sich die Liberalen, die zuvor heftige Verluste hinnehmen mussten,  von elf auf 13 Prozent verbessern. Die Sozialisten büßen einen Prozentpunkt ein, die Grünen zwei. Bei der letzten Umfrage lagen DP, Déi Gréng und LSAP noch gleichauf bei jeweils elf Prozent. Leicht rückläufig sind die ADR (von sechs auf fünf Prozent) und Déi Lénk (von sechs auf vier Prozent). Nur ein Prozent der Befragten hat Vertrauen in die Piratenpartei. Die KPL tendiert gegen Null.

Allerdings sollte es jedem Politiker zu denken geben, dass inzwischen fast ein Viertel der Befragten den oben genannten Parteien misstraut. Im Mai 2016 waren es lediglich 18 Prozent. Dennoch gibt es Hoffnung auf Besserung: In Luxemburg interessieren sich mittlerweile 77 Prozent der Wähler für Politik. Weniger als ein Viertel gibt an, die politische Aktualität nicht zu verfolgen.

Von allen sogenannten politischen Instanzen genießen die Gewerkschaften am meisten Vertrauen. Ihre Resultate steigen von 42 auf 49 Prozent. Den stärksten Zuwachs verzeichnen allerdings die Arbeitgeber mit einem satten Plus von zehn Prozentpunkten, von 35 auf 45 Prozent. Auch die Parteien legen mit einem Plus von acht Prozentpunkten massiv zu. Insbesondere die großen Parteien befinden sich dabei im Aufwind.

Allgemein gute Stimmung

Dieser neue Vertrauensschub, den die politischen Instanzen im Großherzogtum erleben, lässt sich unter anderem durch die insgesamt gute ökonomische Lage erklären. Auch wenn die Regierung keinen Einfluss auf die Weltkonjunktur hat, zieht sie für sich einen direkten Nutzen aus dem allgemeinen Wirtschaftswachstum.

Dem jüngsten Politmonitor zufolge beurteilen 85 Prozent der Befragten die aktuelle wirtschaftliche Lage in Luxemburg positiv. Dabei handelt es sich um das bislang beste Ergebnis dieser Legislaturperiode. Fast genau so viele Wähler (86 Prozent) bezeichnen ihre persönliche finanzielle und materielle Lage als gut.

Viel weniger rosig war die Situation im Dezember 2013, als die Dreierkoalition das Zepter übernahm. Damals zeigte sich nur knapp die Hälfte der Befragten zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Seitdem haben sich die Werte kontinuierlich um mehr als 30 Prozentpunkte verbessert. Dennoch ist ein Drittel der Umfrageteilnehmer überzeugt, dass Luxemburg im vergangenen Jahr in Europa an Gewichtung verloren hat. 15 Prozent behaupten das Gegenteil und 49 Prozent meinen, dass sich diesbezüglich nichts geändert hat.

Wie der Politmonitor zustande kam

Die repräsentative Politmonitor Meinungsumfrage wurde im Auftrag von „Luxemburger Wort“ und RTL von TNS Ilres durchgeführt. Im Zeitraum vom 3. bis zum 9. Januar 2017 wurden 1 019 wahlberechtigte Einwohner mit luxemburgischer Nationalität im Alter über 18 Jahre befragt (Zentrum: 273, Süden: 420, Norden: 189, Osten: 137), davon 49 Prozent über Telefon und 51 über Internet.

Die Rohdaten wurden nach folgenden Variablen gewichtet: Altersgruppe, Geschlecht, Wohnbezirk, Berufstätigkeit und Bildungsniveau (Daten vom Statec). Die Angaben zur Methodologie wurden bei der ALIA (alia.lu) hinterlegt.

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