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Regierung hat keine Studie in Auftrag gegeben
Politik 10.09.2014 Aus unserem online-Archiv
TVA-Erhöhung auf Mietwohnungen

Regierung hat keine Studie in Auftrag gegeben

Finanzminister Pierre Gramegna ist überzeugt, dass der luxemburgische Immobilienmarkt für Investoren interessant bleibt.
TVA-Erhöhung auf Mietwohnungen

Regierung hat keine Studie in Auftrag gegeben

Finanzminister Pierre Gramegna ist überzeugt, dass der luxemburgische Immobilienmarkt für Investoren interessant bleibt.
Foto: Marc Wilwert
Politik 10.09.2014 Aus unserem online-Archiv
TVA-Erhöhung auf Mietwohnungen

Regierung hat keine Studie in Auftrag gegeben

Die Regierung hat keine Studie in Auftrag gegeben, um zu prüfen welche Konsequenzen die geplante TVA-Erhöhung auf den Wohnungsmarkt haben wird.

(ml) - Im kommenden Jahr wird die Mehrwertsteuer für den Bau und die Renovierung von Zweitwohnungen von drei auf 17 Prozent erhöht. Die Regierung hat keine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, welche Auswirkungen diese Maßnahme haben wird. Dies bestätigt Finanzminister Pierre Gramegna in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Diane Adehm und Gilles Roth.

"Die TVA-Erhöhung wird allen Unkenrufen zum Trotz keinen desaströsen Impakt haben", sagte Francine Closener, die Staatssekretärin für den Mittelstand, Anfang August in einem "Wort"-Interview. Die rechte Hand von Wirtschaftsminister Etienne Schneider ließ durchblicken, dass die Regierung an Übergangslösungen arbeite. Gramegna bestätigt nun diese Aussagen. Personen, die eine Wohnung renovieren, um diese dann zu vermieten, könnten in den Genuss solcher Übergangsmaßnahmen kommen, so Gramegna. Weitere Angaben will der Minister nicht verraten, da die Analyse noch nicht vollständig abgeschlossen sei.

Seit Jahren dreht sich in Luxemburg die Preisspirale auf dem Wohnungsmarkt nach oben. Die vorigen Regierungen hätten mit einem Paket von Maßnahmen versucht dem entgegen zu wirken, betont Gramegna. Eine davon war die super reduzierte TVA von drei Prozent im Wohnungsbau, die 1991 eingeführt wurde. Diese Maßnahme habe sich jedoch als wenig wirksam entpuppt.

Die erhofften Resultate habe man nicht erreichen können. Daher sei es nicht gerechtfertigt, diese Maßnahme beim Bau von Mietwohnungen  beizubehalten, heißt es weiter. Trotz der geplanten Erhöhung der TVA von drei auf 17 Prozent gehöre Luxemburg in diesem Bereich weiterhin zu den EU-Staaten mit der niedrigsten Mehrwertsteuer, so Gramegna.

Der Finanzminister betont, dass die Regierung die gesamte Wohnungsbaupolitik überdenken möchte. Ziel sei es, eine kohärente Politik umzusetzen. Einer der Hauptanliegen der blau-rot-grünen Koalition sei es dafür zu sorgen, dass künftig noch mehr Mietwohnungen auf den Markt gelangen. Gleichzeitig soll der Traum der eigenen vier Wände aufrechterhalten werden. Deshalb wird die super reduzierte Mehrwertsteuer von drei Prozent bei Neubauten, die als erste Hauptresidenz gebaut werden, nicht abgeschafft, unterstreicht Gramegna.


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