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Reform des Kindergelds steht zur Abstimmung
Politik 28.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Debatte im Parlament

Reform des Kindergelds steht zur Abstimmung

Die bisherige Staffelung entfällt: Fürs erste, zweite oder dritte Kind, beläuft sich das Kindergeld künftig auf den gleichen Betrag.
Debatte im Parlament

Reform des Kindergelds steht zur Abstimmung

Die bisherige Staffelung entfällt: Fürs erste, zweite oder dritte Kind, beläuft sich das Kindergeld künftig auf den gleichen Betrag.
Foto: dpa
Politik 28.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Debatte im Parlament

Reform des Kindergelds steht zur Abstimmung

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Es wird wohl laut und kontrovers zugehen: Am Mittwochnachmittag debattieren die Parlamentarier über die Neuausrichtung des Kindergeldes.

(BB) - Die Abgeordneten stimmen am Mittwoch über die Reform des Kindergeldes ab. Dabei werden die neuen Leistungen für kontroverse Debatten sorgen.

Als Spaltpilz zwischen den Regierungsparteien und der Opposition gilt die künftige Vereinheitlichung der Leistungen. Die Beträge werden nicht mehr progressiv mit der Anzahl an Kindern ansteigen. Die Familien erhalten für jedes Kind denselben Betrag von 265 Euro. Der Kinderbonus ist in der neuen Beihilfe inbegriffen und wird nicht mehr separat ausbezahlt.

"Ein Kind ist ein Kind"

Jedem Kind sollen künftig die gleichen Beihilfen zustehen und das unabhängig von der Familienzusammensetzung, hatte Familienministerin Corinne Cahen erklärt. "Ein Kind ist ein Kind", so das Argument der Ministerin zur entfallenden Staffelung.

Für die bisherigen Bezieher soll sich nichts ändern, sie bekommen weiterhin die differenzierten Beihilfen. Für Neugeborene gelten die neuen Beträge von 265 Euro pro Kind.

"Die CSV wird die Kindergeldreform nicht gutheißen", hatte der Oppositionsabgeordnete Marc Spautz klargestellt. Die neuen Zulagen würden den Bedürfnissen der Familien in keiner Weise gerecht. Nach der Abschaffung der Mutterschafts- und der Erziehungszulage (im Juni 2015) würden weiterhin, „jene Haushalte und Familien belastet, die am stärksten auf Unterstützung angewiesen sind“, so die CSV.

Die Familienministerin hatte die Reform des Kindergeldes hingegen als Teil einer  Gesamtstrategie verteidigt, um den Bedürfnissen der Eltern gezielter zu begegnen.


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