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Reform des Elternurlaubs liegt vor
Politik 16.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Aus dem Ministerrat

Reform des Elternurlaubs liegt vor

Sechs Monate, vier Monate, oder einzelne Wochentage: Wenn Väter den zweiten Elternurlaub nehmen, können sich künftig zwischen flexiblen Modellen entscheiden.
Aus dem Ministerrat

Reform des Elternurlaubs liegt vor

Sechs Monate, vier Monate, oder einzelne Wochentage: Wenn Väter den zweiten Elternurlaub nehmen, können sich künftig zwischen flexiblen Modellen entscheiden.
Foto: dpa-tmn
Politik 16.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Aus dem Ministerrat

Reform des Elternurlaubs liegt vor

Der Elternurlaub wird flexibler ausgerichtet und mit bis zu 3200 Euro monatlich finanziell aufgewertet. Die Regierung hat nun den entsprechenden Gesetzentwurf angenommen.

(BB) - Im Frühjahr hatte Familienministerin Corinne Cahen Verbesserungen beim Congé parental bekannt gegeben. Nun liegt kurz vor Weihnachten der Gesetzentwurf vor und die Eltern dürften sich freuen: Der Elternurlaub kann bald flexibler organisiert werden und die finanzielle Entschädigung wird auf bis zu 3200 Euro monatlich erhöht. 

Verschiedene Modelle für die Mütter und Väter

Am Mittwoch hat die Regierung die Neuausrichtung gutgeheißen. Mit flexiblen Elternzeiten will die Regierung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, heißt es im Presseschreiben zum Ministerrat.

Konkret können beide Elternteile künftig entweder sechs Monate in Vollzeit oder, und das ist neu, sich für eine kürzere Auszeit von vier Monaten entscheiden. Bei einem Congé parental in Halbzeit wären es jeweils acht oder zwölf Monate. 

Der erste Elternurlaub wird sofort nach dem Mutterschaftsurlaub genommen. Für den zweiten Elternurlaub besteht neuerdings die Möglichkeit, eine Auszeit bis zum sechsten Lebensalter des Kindes zu nehmen.

Neu ist auch eine Variante mit flexiblen Arbeitszeiten. Demnach kann der Elternurlaub auf einzelne Wochentage oder Monate aufgeteilt werden. Hier gibt es zwei Angebote:

  • Während 20 Monaten kann sich ein Elternteil jeweils an einem Tag pro Woche dem Kind widmen. Die Arbeitszeit wird dementsprechend auf 80 Prozent reduziert.
  •  Ein Elternteil nimmt vier Mal eine Auszeit von einem Monat und das in einer Zeitspanne von maximal 20 Monaten.

Flexible Elternzeiten verlangen allerdings das vorherige Einverständnis des Arbeitgebers. Sollten sich der Arbeitnehmer nicht mit seinem Vorgesetzten einigen, besteht in jedem Fall das Recht auf einen Elternurlaub in Vollzeit.

Finanzielle Entschädigung wird angehoben

Damit die Eltern keine zu hohen finanziellen Einbußen erleiden, wird die Entschädigung angehoben. Von den bisherigen 1.778 Euro im Monat steigt die Entschädigung auf bis zu 3200 Euro. Ausschlaggebend ist das beitragspflichtige Einkommen. Wer also weniger als 3200 verdient, bezieht sein volles Gehalt. Wer ein höheres Einkommen hat, erhält maximal 3200 Euro. Als Mindestentschädigung gilt ein Betrag von 1922 Euro, was dem unqualifizierten Mindestlohn entspricht. 

Dieser "revenu de remplacement" wird unabhängig von den Familienleistungen entrichtet.

Nachdem der Ministerrat am Mittwoch grünes Licht erteilt hat, werden sich die Abgeordneten der Neuregelung annehmen. Der neue Elternurlaub dürfte demnach in ein paar Monaten in Kraft treten. Ein genaues Datum teilte die Regierung im Presseschreiben nicht mit.



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