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Reform der Berufsausbildung: Wege aus einer verfahrenen Situation
Politik 2 Min. 07.10.2015

Reform der Berufsausbildung: Wege aus einer verfahrenen Situation

Die Reform der Berufsausbildung wird punktuell angepasst.

Reform der Berufsausbildung: Wege aus einer verfahrenen Situation

Die Reform der Berufsausbildung wird punktuell angepasst.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 07.10.2015

Reform der Berufsausbildung: Wege aus einer verfahrenen Situation

Über die Köpfe der Schulpartner hinweg beschlossen, aufgezwungen, schlecht vorbereitet und übers Knie gebrochen, so bewerten Schulexperten und Schulpartner die Reform der Berufsausbildung. Minister Claude Meisch verspricht Anpassungen zur Rentrée 2016.

(mig) - Die Reform in der Berufsausbildung steckt in der Klemme. Das belegt nun auch die Analyse, die 2014 von der Uni Luxemburg im Auftrag des Bildungsministeriums bei Schulpartnern und anderen involvierten Akteuren durchgeführt wurde. Die Uni rät zu einer "mise à plat" der Reform, die 2009 umgesetzt wurde. Minister Claude Meisch aber sieht von einer Neuauflage der Reform ab, die "damals von einer breiten Mehrheit getragen wurde".   

Meisch plant punktuelle Anpassungen, um die Probleme zu beheben:

  • Bewertung: Das Ministerium plant die Wiedereinführung der jährlichen Versetzung, um zu verhindern, dass Schüler trotz eklatanter Wissenslücken ungebremst in einer Abschlussklasse landen und dort Unmengen an Modulen nachholen müssen.
  • Inhalte: Die Programme und Module der 120 Ausbildungen werden überarbeitet, mit dem Ziel, für mehr Kohärenz zu sorgen. Auch sollen inhaltliche Inkohärenzen, die zwischen den verschiedenen Ausbildungsgängen (CCP, DAP und DT) existieren, aus dem Weg geräumt werden.
  •  Orientierung: Viele Schüler finden sich in einer für sie ungeeigneten Ausbildung wieder, weil sie nicht die dafür erforderlichen Kompetenzen besitzen. Deshalb sollen jetzt Zugangsprofile definiert werden, in denen Kompetenzen aufgelistet sind, die für die einzelnen Ausbildungen wichtig sind.
  • Das Angebot an dualen Ausbildungen (DAP und DT) soll ausgebaut werden, weil sich herausgestellt hat, dass Schüler, die eine Lehre in einem Betrieb absolviert haben, größere Chancen auf dem privaten Arbeitsmarkt haben als Schüler mit einer rein schulischen Ausbildung.
  • Kommunikation: Die Reform hat zu Spannungen zwischen den involvierten Partnern (Ministerium, Schulen und Berufskammern) geführt. Der Dialog soll durch eine Reaktivierung des in den vergangenen Jahren eingeschlafenen "Comité à la formation professionnelle" wiederbelebt werden. In der Person von Jean Billa erhält das Comité eine neue Führung.

Bereits im Januar 2015 hatte der Minister ein Gesetzesprojekt (6774) mit punktuellen Anpassungen der Berufsausbildungsreform im Parlament hinterlegt. Das Maßnahmenpaket wird "im Licht der nun vorliegenden Analyse" in einigen Punkten noch einmal überarbeitet. Claude Meisch geht davon aus, dass die neuen Maßnahmen zur Rentrée 2016 umgesetzt werden können.

Nicht bestandene Module

Die Berufsausbildung bietet 119 Ausbildungen mit 155.232 Modulen an. Angaben des Bildungsministeriums zufolge müssen 14.876 Module, also rund zehn Prozent, nachgeholt werden. Das sind knapp zwei Module pro Berufsschüler. Im CCP sind es 271 Module (7,6 Prozent), im DAP 5 171 (neun Prozent) und im DT 9 434 (zehn Prozent).

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