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Privatsektor wird benachteiligt
Politik 2 Min. 19.09.2017 Aus unserem online-Archiv
LCGB kritisiert Regierungspolitik

Privatsektor wird benachteiligt

LCGB-Präsident Patrick Dury ging bei der Rentrée-Pressekonferenz hart mit der Regierung ins Gericht.
LCGB kritisiert Regierungspolitik

Privatsektor wird benachteiligt

LCGB-Präsident Patrick Dury ging bei der Rentrée-Pressekonferenz hart mit der Regierung ins Gericht.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 19.09.2017 Aus unserem online-Archiv
LCGB kritisiert Regierungspolitik

Privatsektor wird benachteiligt

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Der Privatsektor wird gegenüber dem öffentlichen Dienst eindeutig benachteiligt. Schuld an der Schieflage ist die Regierungspolitik, sagt der LCGB.

(DS) - Der Christliche Gewerkschaftsbund ist  nicht zufrieden mit der Politik der Regierung. Die Koalition lasse sich bei ihren Reformen im Sozial-, Familien und Gesundheitsbereich einzig und allein von finanziellen Erwägungen leiten, monierte der Gewerkschaftsvorsitzende Patrick Dury am Dienstag vor der Presse. Ein kohärentes Konzept sieht Dury bei den verschiedenen Reformen nicht.

Zudem führt die Politik der Regierung in den Augen der Gewerkschaft dazu, dass die Angestellten im Privatsektor gegenüber den Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes zunehmend benachteiligt werden.

Vor allem bei der Arbeitsunfähigkeit, speziell aber beim Reclassement und bei der 52-Wochenregelung, sieht Patrick Dury Handlungsbedarf. "Im öffentlichen Dienst gibt es keine solche Einschränkung. Wer krank ist, bleibt so lange krank geschrieben, bis er wieder arbeitsfähig ist oder aber bis er eine Invalidenrente bezieht", so der Gewerkschaftschef. Privatangestellte seien hingegen bei einer längeren Krankheit dem Risiko ausgesetzt, sozial ins Abseits zu geraten.

Wer innerhalb von zwei Jahren länger als 52 Wochen krank geschrieben ist, kann nämlich völlig legal entlassen werden. Zudem verlieren die Betroffenen ihren Anspruch auf  Sozialversicherung. "Die 52-Wochenregelung muss abgeschafft werden. Die Arbeitnehmer müssen für die gesamte Dauer ihrer Krankheit vor Entlassung geschützt werden", so die Forderung des LCGB-Vorsitzenden.

Weniger Sonderurlaub

Ungleichheiten machen die Verantwortlichen des Christlichen Gewerkschaftsbundes auch beim Sonderurlaub aus. Während sich im öffentlichen Dienst nichts geändert habe, müssten die Privatangestellten mit deutlichen Einschnitten rechnen, etwa bei der Eheschließung oder bei einem Umzug. Nicht hinnehmbar sei zudem, dass den Angestellten bei einer Heirat mehr Urlaub zusteht, als bei einer eingetragenen Partnerschaft. Für den LCGB wäre es zudem wünschenswert, wenn den Arbeitnehmern im Fall des Todes oder eines Krankenhausaufenthalts eines nahen Verwandten zusätzlichen Sonderurlaub zugestanden würde.

Auch beim Urlaub für "raisons familiales" macht der Gewerkschaftschef Ungereimtheiten aus.  So sei es unverständlich, dass Paaren mehr Sonderurlaub zusteht als Alleinerziehenden: "Sind Kinder von Alleinerziehenden weniger wert als Kinder, die von beiden Elternteilen erzogen werden", fragt sich Dury. Paaren stehen insgesamt  60 Tage Sonderurlaub zu, Alleinerziehenden aber nur 30.

Mehr Chancen für Langzeitarbeitslose

Ein weiteres Problem sieht der Christliche Gewerkschaftsbund bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit aus. Dass das Arbeitslosengeld nur während 48 Monaten ausbezahlt wird, sei nicht länger hinnehmbar, so Dury. Zudem müsse die "aide de réemploi" allen Arbeitslosen zugute kommen.

Der LCGB sieht zudem Nachholbedarf bei den verschiedenen Vorruhestandslösungen, bei der Pflegeversicherung, bei den Familienzulagen sowie bei der Kostenübernahme durch die Gesundheitskasse. Auch mit der Ungleichbehandlung von Grenzgängern müsse endlich Schluss sein, forderte Präsident Dury im Rahmen der Rentrée-Pressekonferenz.

Der LCGB will  seinen Forderungskatalog nun der Regierung, aber auch den im Parlament vertretenen Parteien vorlegen.




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