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Presserevue: Gauck: ein politischer Grenzgänger
Politik 2 Min. 03.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Presserevue: Gauck: ein politischer Grenzgänger

Der dreitägige Staatsbesuch des deutschen Bundespräsident  Joachim Gauck  wird heute in der Tagespresse kommentiert.

Presserevue: Gauck: ein politischer Grenzgänger

Der dreitägige Staatsbesuch des deutschen Bundespräsident Joachim Gauck wird heute in der Tagespresse kommentiert.
Marc_Wilwert
Politik 2 Min. 03.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Presserevue: Gauck: ein politischer Grenzgänger

Der dreitägige Staatsbesuch des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck in Luxemburg und der erste Arbeitstag des neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker stehen im Fokus der Presse.

(ml) - Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und seine Partnerin Daniela Schadt sind auf Einladung von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa bis Donnerstag auf Staatsbesuch in Luxemburg. Marcel Kieffer geht auf den Fokus-Seiten des "Luxemburger Wort" in einem längeren Porträt auf den hohen Gast ein:

"Mit seinem biografischen Profil, der unprätentiösen, gewinnenden Art seines Auftretens sowie der Kraft des Wortes und des reflektierten Gedankens hat Joachim Gauck es bisher sehr gut verstanden, dem a priori unpolitischen Amt des Bundespräsidenten eine starke politische Dimension zu geben. Er passt in seiner Erscheinung und seinem Wesen, als Mensch und Präsident, vortrefflich zu dem Deutschland, wie man es sich heute idealerweise wünscht - in der Welt , in Europa, in Luxemburg."

Im "Wort"-Interview bezeichnet Gauck die bilateralen Beziehungen mit Luxemburg als "exzellent". Beide Länder seien auf "produktive Weise" miteinander verbunden.

"Ein deutscher Grenzgänger ", so der Aufmacher im "Tageblatt". Gauck repräsentierte nicht, sondern er politisiere:

"Vor allem entzieht er sich aber dem politischen Schubladendenken. Was ihn bei aller Streitbarkeit auszeichnet: Gauck wirkt authentisch. Gauck, der evangelische Pastor, der Antikommunist, mischt sich ein. Er ist ein Unbequemer geblieben - ein politischer Grenzgänger."

Gustav Heinemann war der erste deutsche Bundespräsident, der im November 1973 bei einem Staatsbesuch in Luxemburg weilte. Die Vorbereitungen verliefen nicht reibungslos, erinnert sich das "Tageblatt". Die Zwangsrekrutierten hatten gegen den Besuch von Heinemann protestiert und wollten auf diese Weise an ihre Forderungen an die BRD und an die luxemburgische Regierung erinnern. "Wort"- Direktor André Heiderscheid stellte in einem Leitartikel die Frage, ob die Regierung "gut beraten" sei, Präsident Heinemann einzuladen.

Am Montag nehmen Jean-Claude Juncker und seine 27 EU-Kommissare ihre Arbeit auf. Der Nachfolger von Barroso hat ein 300 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm angekündigt. Dem "Tageblatt" zufolge bleibt vieles noch unklar:

"Die Konturen des Investitionspakets sind noch schwammig. Auch dazu, wo das Geld herkommen soll und wie es zwischen öffentlichem und privatem Sektor verteilt wird, gibt es noch keine präzisen Angaben."

Die angekündigte Absenkung der Akzisen auf Tabakwaren ist nicht nach dem Geschmack der grünen Sprecherin Josée Lorsché. Sie zeigte sich überrascht. Die Fraktion müsse jetzt erstmals bei den eigenen Ministern nachfragen. Für die CSV, die gleich am Sonntag auf ein "größeres Kommunikationsproblem" der Grünen mit ihren Regierungsvertretern hinwies, sei dies gefundenes Fressen gewesen, meint Simone Molitor im "Journal"-Kommentar:

"Man muss der Opposition ausnahmsweise mal ein wenig Recht geben. Es ist tatsächlich ein bisschen seltsam, dass eine Fraktion nicht weiß, was die Minister aus den eigenen Reihen so machen, beziehungsweise, wie sie zu einem Thema stehen."


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