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Presserevue : Fortsetzung des Google-Thrillers

Presserevue : Fortsetzung des Google-Thrillers

Foto: Peggy Conrardy
Politik 3 Min. 17.07.2017

Presserevue : Fortsetzung des Google-Thrillers

Maxime LEMMER
Das geplante Google-Datenzentrum in Bissen, die Umsetzung der sprachlichen Frühförderung in den Kitas und das Gutachten des Staatsrats zu den Kirchenfabriken stehen im Fokus der einheimischen Presse.

(ml) - Gespannt wartet Luxemburg am Montag auf die Entscheidung von Google. Der US-Konzern zieht in Erwägung, ein Datenzentrum auf einem Areal von 25 Hektar zu errichten.

Falls sich Google hierzulande niederlässt, wäre es die Krönung der vielen staatlichen Investitionen, die im Bereich der Datenzentren und Internetverbindungen getätigt wurden, stellt Christian Muller im "Tageblatt"-Leitartikel. Als der Staat und die Post vor rund zehn Jahren die ersten Datenzentren errichteten, habe es kaum Kunden gegeben. Eine ähnliche Entwicklung habe sich im Logistik-Bereich abgezeichnet.

Vorbei seien die Zeiten, in denen ArcelorMittal der größte private Arbeitgeber des Landes war. Mit der Post und der CFL würden inzwischen zwei privatwirtschaftlich arbeitende Staatsbetriebe auf den vordersten Plätzen liegen. Dennoch bleibe die Kernfrage für Luxemburgs Wirtschaft weiterhin ungelöst, heißt es weiter: "Wo soll und will das Land eigentlich hinsteuern? Welches ist das qualitative Wachstum, das Luxemburg anscheinend will?

"Nicht alle Kitas werden bereit sein"

Ab Herbst wird die sprachliche Frühförderung flächendeckend in den Kindertagesstätten umgesetzt. Die Kinder sollen systematisch mit der luxemburgischen und französischen Sprache in Berührung kommen.

"Nicht alle Kitas werden beim Inkrafttreten der Reform bereit sein und ein konkretes Vorhaben vorlegen können", räumt die Präsidentin der "Fédération luxembourgeoise des structures d'éducation et d'accueil" (Felsea),  Maria Castrovinci, im "Quotidien"-Montagsinterview ein. Deshalb sollte man bis April kommenden Jahres die Übergangsregelung nutzen, um sämtliche pädagogischen Kontaktpersonen auszubilden.

Eine echte Herausforderung bestehe darin, genügend Personal zu finden, das der luxemburgischen Sprache mächtig sei, heißt es weiter. Die Befürchtungen, dass die vielen Sprachen die Kinder überfordern würden, hält Castrovinci für unbegründet. Gerade in den ersten Lebensjahren würden die Kinder alle Bedingungen erfüllen, um mehrere Sprachen zu beherrschen. Die Sprachenvielfalt würde den Kindern eine positive, emotionale Konnotation verleihen.

"Ein Riss innerhalb der Kirchengemeinschaft"

Gerade noch rechtzeitig vor der Sommerpause veröffentlichte der Staatsrat am vergangenen Freitag sein Gutachten zu den Kirchenfabriken. Auch wenn die Hohe Körperschaft in einigen Kernfragen für juristische Klarheit gesorgt habe, lasse sie weiterhin Zweifel am allgemeinen Nutzen des Gesetzentwurfes offen, meint Claude Karger im "Journal"-Leitartikel: "Konsens und Koexistenz werden mehr denn je vom Verständnis zwischen Vertretern der politischen und kirchlichen Instanzen abhängen."

Mit seinem Gutachten lasse der Staatsrat unschwer erkennen, dass er die Eigentumsansprüche der Kirchenfabriken nicht richtig nachvollziehen könne, so Karger. Den Riss innerhalb der Kirchengemeinschaft werde die Hohe Körperschaft mit ihrer Stellungnahme nicht kitten können.

Keine Geheimnisse

Wie spricht man mit einem unheilbaren Patienten übers Sterben? "Ein Arzt sollte seinem Patienten nichts vorenthalten", sagt Dr. Bernard Thill, der zu den Pionieren der Palliativmedizin zählt,  im Gespräch mit dem "Wort". Wichtig sei ein ehrlicher und offener Umgang, so dass der Patient und seine Familie auf dem gleichen Wissensstand seien, so Thill: " Geheimnisse zwischen den Beteiligten wären dramatisch". Es sei schlimm, wenn sich der Partner nicht traue, etwas zu sagen, weil er den Patienten schützen möchte.

In der Spitalabteilung gebe es jährlich höchstens drei Fälle, in denen sich Menschen über Sterbehilfe erkundigen, betont der Experte. Viele Menschen wüssten nicht, welchen Unterschied es zwischen Euthanasie und Sterbebegleitung gebe. Wenn man den Angehörigen vor Augen führe, dass eine Spritze das Leben sofort beendet, würden die meisten darauf verzichten, dass es so weit komme.

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