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Précoce : Kritik an der Mehrsprachigkeit
Politik 20.01.2016

Précoce : Kritik an der Mehrsprachigkeit

Das Projekt einer mehrsprachigen Früherziehung wird nicht überall wohlwollend aufgenommen.

Précoce : Kritik an der Mehrsprachigkeit

Das Projekt einer mehrsprachigen Früherziehung wird nicht überall wohlwollend aufgenommen.
Foto: Shutterstock
Politik 20.01.2016

Précoce : Kritik an der Mehrsprachigkeit

Was bringt eine mehrsprachige Früherziehung? Die Regierung erntet mit ihrem Vorhaben zum Teil Kritik.

(ml) - Die Initiative Nee2015-Wee2050 steht der möglichen Einführung der französischen Sprache in der Früherziehung (Education précoce), also dem Zyklus 1 des Grundschulunterrichts, sehr kritisch gegenüber. Das Vorhaben von Bildungsminister Claude Meisch bewirke, dass die Rolle der Landessprache an Bedeutung verliere, heißt es. 

Bereits zuvor hatte der Bildungsforscher Romain Martin (uni.lu) dazu Stellung bezogen. Voraussetzung für eine Alphabetisierung auf Französisch sei, Kinder schon im Spielschulalter an Französisch heranzuführen, sagte Martin der Wochenzeitung "Lëtzebuerger Land". "Dann aber würde Luxemburgisch in den Hintergrund treten, was offensichtlich keiner will", so Martin. Aus dem Referendum habe er herausgehört, dass die Luxemburger viel Wert auf ihre Sprache legen.

Um die Integration zu fördern, müssten die ausländischen Kinder so früh wie möglich die luxemburgische Sprache erlernen, betont die Initiative Nee2015-Wee2050.  Nur so könnten sie besser auf die Herausforderungen vorbereitet werden, die sich ihnen in der Grundschule stellen. 

Auch das Syndicat national des enseignants (SNE) zeigt sich skeptisch über die Einführung von Deutsch- und Französischunterricht im Précoce. Die luxemburgische Sprache bilde eine Grundlage für "eine gute Sozialisation und Integration der Kinder", betont die Lehrergewerkschaft in einer Pressemitteilung.

Des Weiteren macht sich das SNE ernsthafte Gedanken über die praktische Umsetzung des Projektes und wirft dabei die Frage auf, ob das Bildungsministerium die Absicht hat, neben den vereidigten und verbeamteten Lehrern künftig auch noch "Hilfslehrer" einzustellen. Unklar sei auch, welche Sprachen im Rahmen des Projektes angeboten werden sollen. Die Lehrergewerkschaft stellt klar, dass sie dem Projekt nur zustimmen könne, wenn alle Kinder in den Genuss einer Förderung ihrer Muttersprache kämen.


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