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Politmonitor Mai 2017 - Sonntagsfrage: CSV unangefochtene Nummer 1 im Osten und Norden
Politik 4 Min. 03.05.2017

Politmonitor Mai 2017 - Sonntagsfrage: CSV unangefochtene Nummer 1 im Osten und Norden

Maxime LEMMER
Falls am Sonntag Wahlen wären, würde die CSV in den Wahlbezirken Osten und Norden jeweils einen Sitz hinzugewinnen. Das ergab die Sonntagsfrage von TNS Ilres im Auftrag von "Luxemburger Wort" und RTL.

(ml) - Wenn am Sonntag Wahlen wären, gebe es für Blau-Rot-Grün in den Bezirken Osten und Norden wahrlich keinen Grund zum Jubeln. Die drei Mehrheitsparteien kämen nur noch auf sieben Sitze. Lediglich die Grünen könnten Verluste in den eigenen Reihen vermeiden. Der wahre Gewinner in den beiden kleinsten Bezirken wäre hingegen die CSV.

Die Christlich-Sozialen würden im Vergleich zum Wahljahr 2013 jeweils einen Sitz von den Liberalen (Osten) und den Sozialisten (Norden) ergattern und sich somit von sieben auf neun Mandate steigern. Das ergab die zweite Ausgabe der Sonntagsfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Ilres im Auftrag des "Luxemburger Wort" und RTL durchgeführt hat.

CSV baut Vorsprung im Osten aus

Im Osten gab es innerhalb der vergangenen sechs Monate nur marginale Schwankungen zu verzeichnen. Zwar konnte die DP im Vergleich zu Dezember 2016 leicht zulegen (+1,2 Prozent). Dennoch sprechen derzeit nur 14,2 Prozent (2013: 18,6) der Wähler den Liberalen ihr Vertrauen aus, so dass die DP ihren zweiten Sitz an die CSV abtreten müsste. Erhielt 2013 die DP den letzten Restsitz bei der Sitzeverteilung, wäre es den Umfrageresultaten nach jetzt die CSV.

Binnen sechs Monaten erhöht die Partei von CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler ihre Zustimmung auf satte 44,8 Prozent (+4,8 Prozent) und kann somit ihren Restsitz festigen. Allein im Osten würden vier Abgeordnete für die CSV (2013: 36,9 Prozent) ins Parlament ziehen. Die Grünen (-1,4 Prozent) und die Sozialisten (-1,5 Prozent) befinden sich in einem leichten Abwärtstrend. Beide Parteien können jedoch problemlos ihren jeweiligen Sitz verteidigen.

Norden: Restsitz der LSAP rückt in weite Ferne

Im Norden ist die derzeitige Lage fast identisch zu dem Stimmungsbild, das sich bereits bei der letzten Umfrage im Dezember 2016 abzeichnete. Die wenigen Veränderungen bewegen sich alle im Rahmen der Fehlerquote. Im Gegensatz zum Osten kann die CSV dieses Mal jedoch im Norden keinen Zahn zulegen. Die Christlich-Sozialen (2013: 33,7 Prozent) kommen auf 41,1 Prozent Zustimmung und erhalten fünf Sitze, einen mehr als im Wahljahr 2013.

Der LSAP gelingt im Norden kein Befreiungsschlag. Im Vergleich zur vorigen Meinungsumfrage treten die Sozialisten auf der Stelle (+0,3 Prozent). Nur 14,3 Prozent der Wähler (2013 waren es 17,2 Prozent) würden den Sozialisten den Rücken stärken. Der zweite Sitz der LSAP ginge auf das Konto der CSV.

Die Liberalen büßen im Norden nochmals 1,2 Prozentpunkte ein. Im Wahljahr konnten sie noch 23,7 Prozent der Wähler überzeugen. Derzeit sind es nur noch 15,1 Prozent. Der zweite Sitz bleibt den Liberalen erhalten, jedoch lediglich als Restsitz. Déi Gréng legen im Vergleich zum Jahresende beinahe einen Prozentpunkt zu und verteidigen ihren einzigen Sitz. Nahezu ein Zehntel der Wähler (9,9 Prozent) würden den Grünen ihre Stimme geben.

Wenig Auftrieb für kleine Oppositionsparteien

Auch wenn DP und LSAP im Osten und Norden schwächeln, so können die kleinen Oppositionsparteien kaum einen Nutzen daraus ziehen. Im Osten fällt die ADR im Vergleich zu Dezember 2016 von 9,3 auf 8,4 Prozent zurück, Déi Lénk von 5,1 auf 3,3 Prozent. Auch im Norden verliert die ADR 0,7 Prozentpunkte und erreicht 7,4 Prozent Zustimmung. Eine Ausnahme bildet Déi Lénk, die 1,4 Prozentpunkte wettmacht und insgesamt sechs Prozent einfährt.

KPL im Nirwana

Keine Aufbruchsstimmung herrscht derweil bei den nicht im Parlament vertretenen Parteien PID, KPL und Piratenpartei. Im Osten landen die Kommunisten mit null Prozent Zustimmung im Nirwana. Die Piratenpartei sinkt in nur wenigen Monaten von 2,6 auf 2,1 Prozent. Die PID von Ex-ADR-Mann Jean Colombera, die in der Versenkung verschwunden ist, dümpelt bei 1,4 Prozent ( +0,2 Prozent) vor sich hin.

Im Norden bleibt für die drei oben erwähnten Parteien im Vergleich zu Dezember vergangenen Jahres beinahe alles beim Alten. Die Piratenpartei pendelt sich bei 3,1 Prozent ein. Die PID verliert fast einen halben Prozentpunkt und landet bei 2,4 Prozent. Die KPL kriecht in der Bedeutungslosigkeit vor sich hin, auch wenn sie sich von 0,4 auf 0,6 Prozent minimal verbessert.

Die Ergebnisse für den Bezirk Zentrum werden am Mittwoch um 18:00 Uhr veröffentlicht.

Wie die „Sonndesfro“ zustande kam

Die Politmonitor-„Sonndesfro“ wurde im Auftrag vom „Luxemburger Wort“ und RTL von TNS Ilres erhoben. Die Umfrage zur Wahlabsicht ist über einen Zeitraum von sechs Monaten erfolgt, belegt demnach eher einen längerfristigen Stimmungstrend, als die kurzfristige, ereignisgetriebene Stimmungslage. Zwischen Anfang Dezember 2016 und Mitte Mai 2017 wurden 3 861 Wahlberechtigte befragt, 1 109 im Wahlbezirk Zentrum, 1 489 im Süden, 719 im Norden und 544 im Osten.

Die Auswertung der Daten wurde von Dr. Fritz Krauß durchgeführt. Hierbei wurden die Rückerinnerung (Welcher Partei haben Sie 2013 am meisten Stimmen gegeben?) und Wahlabsicht (Wenn am Sonntag Wahlen wären, welcher Partei würden Sie am meisten Stimmen geben?) der Befragten sowie das letzte Wahlresultat berücksichtigt. Die Angaben zur Methodologie wurden bei der ALIA (alia.lu) hinterlegt.

Im Osten liegt die Fehlertoleranz (544 Interviews) zwischen 1,8 (bei Werten von 5 oder 95 Prozent) und 4,2 Prozent (bei einem Wert von 50 Prozent). Im Norden wurden insgesamt 719 Personen befragt. Die Fehlertoleranz pendelt dort zwischen 1,6 und 3,6 Prozent.

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