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Politmonitor: Luxemburg in Hochstimmung
Politik 6 Min. 04.06.2018

Politmonitor: Luxemburg in Hochstimmung

Die Grünen haben sich in der Vertrauensfrage um sechs Prozentpunkte verbessert. Von den drei Regierungsparteien genießen sie am meisten Vertrauen.

Politmonitor: Luxemburg in Hochstimmung

Die Grünen haben sich in der Vertrauensfrage um sechs Prozentpunkte verbessert. Von den drei Regierungsparteien genießen sie am meisten Vertrauen.
Chris Karaba
Politik 6 Min. 04.06.2018

Politmonitor: Luxemburg in Hochstimmung

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Gut vier Monate vor den Wahlen ist die Stimmung beim Volk entspannt. Dem Land geht es gut und das Vertrauen in die Regierung und die politischen Parteien steigt, mit Ausnahme der CSV. Dennoch bleibt sie die Partei, in die die Menschen das meiste Vertrauen haben.

Das geht aus der neuesten Politmonitor-Umfrage von TNS Ilres im Auftrag von "Luxemburger Wort" und RTL hervor, an der 1.040 Personen zwischen dem 16. und dem 24. Mai teilgenommen haben.

Der positive Trend macht sich auf mehreren Ebenen bemerkbar: bei der Einschätzung der eigenen finanziellen Situation und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, beim Vertrauen in die Regierung und die Politik insgesamt, und beim allgemeinen Interesse an der Politik.

Vertrauen in die Politik

Seit dem massiven Vertrauensverlust, den die Regierung nach dem Referendum im Juni 2015 einstecken musste, geht es kontinuierlich bergauf. Damals hatten nur 33 Prozent der Wähler Vertrauen in die Regierung, jetzt sind es 54 Prozent. Das ist ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Dezember 2017. 43 Prozent haben kein Vertrauen in die Regierung.

Das bislang größte Vertrauen genoss Blau-Rot-Grün im Dezember 2013, kurz nach dem Regierungswechsel (63 Prozent). Nun befindet sich die Koalition wieder auf dem Niveau von April 2014.

Auch das Vertrauen in die politischen Parteien ist gestiegen. Die drei Regierungsparteien gewinnen an Zuspruch. Den größten Zuwachs verzeichnen die Grünen (+sechs Prozent). Sie sind mit 56 Prozent die Regierungspartei, die das meiste Vertrauen genießt. An zweiter Stelle kommt die LSAP mit 52 Prozent Vertrauen (+fünf Prozent). Schlusslicht ist die DP. Sie hat zwei Prozentpunkte gut gemacht, kommt aber nur auf 47 Prozent.

Bei dieser Umfrage muss man den Zeitpunkt der Befragung berücksichtigen. Sie begann am 16. Mai, dem Todestag von Staatssekretär Camille Gira (déi Gréng). Es könnte also durchaus sein, dass dieser Umstand sich in den Ergebnissen widerspiegelt.

Weder Fisch noch Fleisch

Mit dem Vertrauen in die Opposition ist das so eine Sache. Die Menschen sind hin- und hergerissen. Vertrauen und Misstrauen halten sich hier seit vier Jahren mehr oder weniger die Waage, wobei das Vertrauen leicht überwiegt.


8.10. Gemeindewahlen 2017 / Wahlen / Feier Politische Parteien / CSV Stad um Serge Wilmes / Pierre Lorang , Viviane Reding  Foto:Guy Jallay
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Etwas anders sieht das Bild bei den einzelnen Oppositionsparteien aus. Von allen im Parlament vertretenen Parteien genießt die CSV mit 60 Prozent bei Weitem das meiste Vertrauen. Dennoch ist sie die einzige Partei, die bei der jüngsten Umfrage an Vertrauen eingebüßt hat (- zwei Prozent). Andererseits steht sie mit 60 Prozent Zustimmung immer noch vier Prozent besser da als vor einem Jahr.

Die kleinen Oppositionsparteien

Sowohl die ADR als auch déi Lénk haben zugelegt. Den größten Zuwachs verzeichnet die ADR. Sie kommt auf 24 Prozent Vertrauen (+ sechs Prozent), bleibt aber im Gesamtspektrum die Partei mit der geringsten Zustimmung. Déi Lénk kommen auf 33 Prozent Vertrauen, das ist ein Plus von drei Prozent.

Zwei Drittel vertrauen der ADR nicht, bei den Linken ist es etwas mehr als jeder zweite. Bei der DP sind es 48 Prozent. Der LSAP vertrauen 43 Prozent der Befragten nicht. In die Grünen haben 40 Prozent kein Vertrauen und bei der CSV sind es 36 Prozent.

Die anderen politischen Akteure

Das gestiegene Vertrauen in die Politik ist allgemeiner Natur. Selbst das Patronat hat sich um fünf Prozentpunkte auf 45 Prozent Vertrauen verbessert. Einzig die Gewerkschaften liegen unverändert bei 51 Prozent Zustimmung.

Partei des Vertrauens

In welche Partei haben die Menschen das größte Vertrauen? Hier wiederholt sich der Trend des allgemeinen Vertrauens in die Politik. Mit 34 Prozent ist die CSV unverändert die Partei, die das meiste Vertrauen genießt. Allerdings ist sie auch die einzige Partei, die Verluste ( - zwei Prozent) hinnehmen muss. An zweiter Stelle liegen die DP und die LSAP (beide 15 Prozent). Für die DP hat sich seit Dezember nichts geändert, die LSAP konnte zwei Prozentpunkte gutmachen. Für jeden zehnten Befragten sind déi Gréng die vertrauenswürdigste Partei (+ ein Prozent).

ADR und déi Lénk liegen bei dieser Frage bei vier Prozent, wobei die ADR einen Prozentpunkt dazugewinnt, die Linken stagnieren.

Der Prozentsatz derer, die keiner Partei vertrauen, ist weiter rückläufig. Vor einem Jahr sagten noch 25 Prozent, dass sie keiner Partei vertrauen. Diese Quote fiel im Dezember 2017 auf 19 und jetzt weiter auf 17 Prozent.

Hat die Regierung die Lage im Griff?

Das gestiegene Vertrauen in die Regierung spiegelt sich auch in der Einschätzung wider, inwiefern die Regierung die Lage des Landes im Griff hat. Dass sie sie im Griff hat, glauben 68 Prozent der Befragten (+ zwei Prozent). Diese Quote ist seit November 2014 kontinuierlich gestiegen.

Dieser Aufwärtstrend ist nicht verwunderlich, denn neun von zehn Wählern sind der Ansicht, dass es dem Land gut geht. Genau genommen sind es sogar 91 Prozent, also drei Prozent mehr als im Dezember. Damit erreicht die positive Einschätzung einen neuen Höhepunkt seit dem Regierungswechsel. Ähnlich verhält es sich mit der Einschätzung der Befragten bezüglich ihrer eigenen finanziellen Lage. Auch sie erreicht einen neuen Höhepunkt. 89 Prozent sind der Ansicht, dass es ihnen finanziell und materiell gut geht (+ zwei Prozent).

Koalitionsaussage vor den Wahlen

Erstmals wurden die Wähler auch gefragt, ob die Parteien Koalitionsaussagen vor den Wahlen machen sollten. Ja, sagen zwei Drittel der Befragten. 17 Prozent wollen das nicht und zwölf Prozent ist es egal. Die Antworten sind allerdings altersabhängig.

Bei den jungen Wählern (18 bis 24 Jahre) ist der Wunsch nach einer Koalitionsaussage mit 81 Prozent sehr stark ausgeprägt. Nur sieben Prozent lehnen das ab und jedem zehnten ist es egal. Bei den über 65-Jährigen, die es gewohnt sind, ihren Wahlzettel ohne Wissen über die Koalitionsabsichten der Parteien abzugeben, sind "nur" 60 Prozent für Koalitionsaussagen vor den Wahlen, 21 Prozent lehnen das ab und 16 Prozent ist es egal. Insgesamt aber sprechen die Wähler sich unmissverständlich für Koalitionsaussagen aus.

Wer sollte unbedingt in die Regierung?

Neu ist auch die Frage, welche Parteien unbedingt Teil der nächsten Regierung sein sollten (Mehrfachantworten möglich). Auch hier hat die CSV mit 61 Prozent Zustimmung die Nase vorn, gefolgt von den Grünen (58 Prozent), der LSAP (53 Prozent) und der DP (46 Prozent). Jeder fünfte möchte die ADR beziehungsweise déi Lénk in einer Regierung sehen.

Interessant auch die Frage: Wer sollte nicht Teil der nächsten Regierung sein? 35 Prozent möchten die DP nicht dabei haben, 27 Prozent wollen keine LSAP, 25 Prozent keine Grünen und 24 Prozent keine CSV. Am meisten sträuben sich die Wähler gegen eine Regierungsbeteiligung der ADR (60 Prozent) und von déi Lénk (55 Prozent).  

Interesse am politischen Geschehen

Das Interesse der Wähler am politischen Geschehen ist seit Dezember leicht gestiegen, was unter anderem mit den bevorstehenden Wahlen zu tun haben könnte. 82 Prozent gaben an, politisch interessiert zu sein (+ zwei Prozent), 17 Prozent (- zwei Prozent) haben kein Interesse.

Wie der Politmonitor zustande kam

Die repräsentative Politmonitor-Meinungsumfrage wurde im Auftrag von „Luxemburger Wort“ und RTL von TNS Ilres durchgeführt. Im Zeitraum vom 16. bis zum 24. Mai 2018 wurden 1 040 wahlberechtigte Einwohner mit luxemburgischer Nationalität im Alter über 18 Jahre befragt (Zentrum: 291, Süden: 421, Norden: 181, Osten: 147), davon 49 über Telefon und 51 Prozent über Internet. Die Rohdaten wurden auf folgenden Variablen gewichtet: Altersgruppe, Geschlecht, Wohnbezirk, Berufstätigkeit und Bildungsniveau (Daten vom Statec). Die Fehlermarge könnte zwischen 1,3 und 3 Prozentpunkte betragen. Die Angaben zur Methodologie wurden bei der ALIA (alia.lu) hinterlegt.



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