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Politmonitor: Logement vor Klimaschutz
Politik 6 Min. 24.10.2019

Politmonitor: Logement vor Klimaschutz

Schmuckbild, Sozialer Wohnungsbau.

Politmonitor: Logement vor Klimaschutz

Schmuckbild, Sozialer Wohnungsbau.
Politik 6 Min. 24.10.2019

Politmonitor: Logement vor Klimaschutz

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Bei der Politmonitor-Umfrage sagen 82 Prozent der Befragten, dass sie sich große Sorgen wegen der Wohnungsmisere machen. Die Folgen des Klimawandels beunruhigen nur 57 Prozent sehr stark. Die Regierung verliert derweil an Zustimmung.

Auf ihre konkreten Sorgen angesprochen, verweisen 82 Prozent der Befragten  der aktuellen Politmonitor-Umfrage, die das „Luxemburger Wort“ und RTL bei dem Meinungsforschungsinstitut TNS Ilres in Auftrag gegeben haben, auf die Wohnungsmisere. In den verschiedenen Alterskategorien gibt es keine allzu großen Differenzen. Nur bei den über 65-Jährigen fällt der Anteil mit 77 Prozent etwas geringer aus.

76 Prozent machen sich sehr große Sorgen wegen des stetig steigenden Verkehrsaufkommens. An dritter Stelle rangieren die Zukunftschancen der Kinder. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich diesbezüglich sehr große Sorgen machen.

Erst an vierter Stelle geht es um den Klimawandel. 57 Prozent der wahlberechtigten Bürger zeigen sich sehr beunruhigt wegen der Folgen des Klimawandels. Erstaunlicherweise machen sich vor allem die Älteren sehr große Sorgen: Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es 62 Prozent, bei den Befragten, die älter sind als 65 Jahre, 60 Prozent. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es nur 55 Prozent und bei den 25- bis 34-Jährigen 54 Prozent.

45 Prozent der 1.027 Personen, die befragt wurden, machen sich große Sorgen über den Verlust der luxemburgischen Sprache, weiteren 39 Prozent bereitet das Rentensystem Kopfzerbrechen. Wegen der Zuwanderung sind 36 Prozent der Bevölkerung sehr beunruhigt, bei der Sicherheit der Arbeitsplätze und in Bezug auf die Sicherheitslage sind es jeweils 32 Prozent. An letzter Stelle rangiert mit 18 Prozent die Digitalisierung der Arbeitswelt.

Mit kritischem Blick

In diesem Herbst bewerten die Wähler die Arbeit der Regierung, der Opposition und der Parteien insgesamt kritischer als im Juni 2018. Nur die DP kann sich verbessern.  Auch dies geht aus dem aktuellen Politmonitor hervor. Auf einer Skala von -5 (sehr schlecht) bis + 5 (sehr gut) bewerten die 1.027 Befragten die Arbeit der Regierung mit 1,3. Im Juni 2018 kam sie noch auf 1,6.

Es fällt auf, dass sie vor allem bei den 18- bis 24-Jährigen punkten kann. In dieser Alterskategorie erhält sie die Note 1,6. Ähnlich zufrieden, sind nur noch die über 65-Jährigen. Die Befragten im Alter von 45 bis 54 Jahre sind hingegen von der Arbeit der Koalition nicht so überzeugt.

DP legt als einzige Partei zu

Auch die Parteien büßen – mit Ausnahme der DP – an Zustimmung ein. 2018 lagen die Liberalen noch genau wie die Sozialisten bei 1,0. Laut der aktuellen Umfrage steigt die DP nun leicht auf 1,1. Viel Zuspruch erhalten die Liberalen von den 18- bis 24-Jährigen und von der Generation 65 + (jeweils 1,5). Das Urteil der 45- bis 54-Jährigen fällt mit 0,6 strenger aus. Auch bei den Besserverdienern mit einem Einkommen von mehr als 8.000 pro Monat schneidet die DP sehr gut ab (1,5).


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Die LSAP kann sich nicht halten. Die Befragten des Politmonitors vergeben diesmal nur die Note 0,8, gegenüber 1,0 im Juni 2018. Wie die Liberalen erhalten auch die Sozialisten die besten Noten von der jungen und der älteren Generation (jeweils 1,1).

Gespannt sein durfte man auf die Meinung der Bürger zu den Grünen, die zuletzt wegen der Affäre um Roberto Traversini und in der Datenschutzdebatte unter Beschuss geraten waren. Sie büßen im Vergleich zum Politmonitor vom Juni 2018 0,5 Punkte ein und erreichen nur noch einen Wert von 0,9. Zur Erinnerung: Im Juni 2018 erreichten sie eine Traumnote von 1,4. Damals konnte keine andere Partei den Grünen das Wasser reichen. Erneut sind es die Wähler im Alter zwischen 18 und 24 Jahren (1,6) und die über 65-Jährigen (1,1), die die Arbeit von Déi Gréng am meisten schätzen. Auch Haushalte mit einem Einkommen von mehr als 8.000 Euro monatlich sind den Grünen gut gesinnt (1,4).

Laut Politmonitor-Umfrage lassen die Grünen Federn. François Bausch (l.) will seine Partei aus der Krise führen. Beim Kongress, der über die Nominierung von Henri Kox (Mitte) als neuer Wohnungsbauminister abstimmte, bekam er volle Rückendeckung. Fraktionschefin Josée Lorsché (r.) gratuliert.
Laut Politmonitor-Umfrage lassen die Grünen Federn. François Bausch (l.) will seine Partei aus der Krise führen. Beim Kongress, der über die Nominierung von Henri Kox (Mitte) als neuer Wohnungsbauminister abstimmte, bekam er volle Rückendeckung. Fraktionschefin Josée Lorsché (r.) gratuliert.
Foto: Guy Jallay

Opposition verliert leicht

Die Opposition kann allerdings nicht von der Schwäche der Regierung profitieren. Beim letzten Politmonitor brachte sie es noch auf 0,6. Diesmal reicht es nur noch für die Note 0,2. Auch bei der Opposition sind es übrigens die jüngeren und die älteren Befragten, die die besten Noten vergeben.

Obwohl die CSV sowohl in der Casier-Debatte als auch in der Traversini-Affäre mächtig Druck gemacht hat, kann sie nicht punkten.

Den stärksten Verlust muss die CSV verkraften. Im Juni 2018 hatten die Befragten noch die Note 0,7 vergeben. In diesem Herbst kommt die größte Oppositionspartei nur noch auf 0,3. Obwohl die CSV sowohl in der Casier-Debatte als auch in der Traversini-Affäre mächtig Druck gemacht hat, kann sie nicht punkten. Mit einem Rückgang von 0,4 fällt der Verlust der Christsozialen fast genauso hoch aus wie bei den Grünen. Es fällt auf, dass sie nur von den Befragten, die älter sind als 65 Jahre, viel Zuspruch bekommen (0,8). Am schlechtesten bewerten Hochschulabsolventen (-0,1) und Besserverdiener mit einem Einkommen von mehr als 8.000 Euro pro Monat und pro Haushalt (-0,2) die Arbeit der CSV.

Gilles Roth und Laurent Mosar haben die Datenschutzdebatte mit Verve vorangetrieben, doch die CSV kann trotzdem nicht punkten und rutscht weiter ab.
Gilles Roth und Laurent Mosar haben die Datenschutzdebatte mit Verve vorangetrieben, doch die CSV kann trotzdem nicht punkten und rutscht weiter ab.
Foto: Anouk Antony

Der Arbeit der ADR können die Befragten noch weniger abgewinnen. Die Reformpartei erhält die Note -0,7 (2018: -0,5) und liegt damit in etwa gleich auf mit den Piraten, die es bei ihrem ersten Auftritt im Politmonitor lediglich auf -0,6 bringen. Von den kleinen Oppositionsparteien liegen nur Déi Lénk mit 0,1 im positiven Bereich. 2018 lagen sie bei 0,2.

Die Gretchen-Frage

Die Meinungsforscher wollten auch wissen, ob die Befragten die Gesellschaft als gerecht empfinden oder nicht. Laut der Umfrage gibt es ein generelles Gefühl der Ungerechtigkeit. Nur 44 Prozent sind der Meinung, dass es in Luxemburg gerecht zugeht, 50 Prozent haben hingegen das Gefühl, dass die Gesellschaft nicht gerecht ist. Sechs Prozent der Befragten haben entweder keine Meinung oder ließen die Frage unbeantwortet.

Bei den Frauen ist das Gefühl der Ungerechtigkeit ausgeprägter als bei den Männern. 56 Prozent der Frauen empfinden die Gesellschaft als ungerecht, bei den Männern sind es „nur“ 45 Prozent. In der aktiven Bevölkerung – also in der Alterskategorie zwischen 25 und 64 Jahren – ist das Gefühl der Ungerechtigkeit am höchsten. Nur die 18- bis 24-Jährigen und Menschen über 65 Jahre sind jeweils zur Hälfte der Meinung, dass es gerecht zugeht. Höher ist der Anteil nur noch bei den Besserverdienern (58 Prozent). In den unteren Einkommensklassen überwiegt hingegen ganz eindeutig die Meinung, dass die Gesellschaft nicht gerecht ist.


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Die Einschätzung variiert aber auch je nach politischer Heimat. 66 Prozent der DP-Stammwähler sagen, die Gesellschaft ist gerecht, bei der LSAP und den Grünen sind es nur noch 51 Prozent.

Bei den Anhängern der Oppositionsparteien sieht es ganz anders aus. Dort herrscht mehrheitlich die Meinung vor, dass es Gerechtigkeitsdefizite gibt. 54 Prozent der CSV-Sympathisanten glauben, dass es ungerecht zugeht, bei der ADR sind es 87 Prozent, bei Déi Lénk 81 und bei den Piraten 64 Prozent. 


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