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Politmonitor: Breite Akzeptanz für Radargeräte
Die Blitzer sorgten zu Beginn für große Aufregung, doch laut Politmonitor steht die Bevölkerung der Maßnahme mehrheitlich positiv gegenüber.

Politmonitor: Breite Akzeptanz für Radargeräte

Foto: Chris Karaba
Die Blitzer sorgten zu Beginn für große Aufregung, doch laut Politmonitor steht die Bevölkerung der Maßnahme mehrheitlich positiv gegenüber.
Politik 5 Min. 25.05.2016

Politmonitor: Breite Akzeptanz für Radargeräte

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Zustimmung zur Aufnahme von Flüchtlingen schwindet, die Radargeräte sind akzeptiert und das neue Nationalitätengesetz ebenfalls. Das geht aus dem dritten Teil der Politmonitor-Umfrage hervor.

(mig) - Im dritten Teil der Politmonitor-Umfrage im Auftrag von Luxemburger Wort und RTL wurden die Einwohner um ihre Meinung zu den Radargeräten, zur Reform des Nationalitätengesetzes und zur Flüchtlingsproblematik gefragt. 

Radargeräte mehrheitlich akzeptiert

Zum ersten Mal seit Einführung des Politmonitor vor genau zehn Jahren wurden die Teilnehmer zu den Radargeräten befragt. In dieser Frage liegen Luxemburger und Ausländer auf einer Linie.

Etwas mehr als zwei Drittel (68 Prozent bei den Luxemburgern und 69 Prozent bei den Ausländern) begrüßen die Einführung der Verkehrssicherheitsmaßnahme. 28 bzw. 26 Prozent lehnen die Radargeräte ab. Drei Prozent der Wähler haben keine Meinung zu den Blitzern, bei den Ausländern ist diese Quote doppelt so hoch.

Die Haltung zu den Radargeräten ist zudem alters- und bildungsabhängig. Am niedrigsten ist die Zustimmung bei den 18- bis 24-Jährigen (60 Prozent dafür, 34 Prozent dagegen). Sie steigt aber bei den 25- bis 34-Jährigen auf 69 Prozent (26 Prozent dagegen). Am größten ist die Zustimmung bei der Gruppe 65+ (78 Prozent dafür, 20 Prozent dagegen).

Ähnlich verhält es sich mit dem Bildungsgrad: Je niedriger der Bildungsgrad, desto größer der Widerstand gegen die Blitzer. Die niedrigste Zustimmung liegt bei 63 Prozent (unterer Sekundarzyklus). Sie lehnen die Blitzer mit 34 Prozent ab. Eine Gruppe sticht besonders hervor: Bei den Befragten mit einem Bac + 2 /+ 3 ist die Zustimmung mit 79 Prozent besonders hoch, höher als bei der Gruppe Bac + 4 und mehr (69 Prozent).

Sieben Prozent der Befragten gaben an, selbst geblitzt worden zu sein. 54 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte der Befragten, kennen wenigstens eine Person, die seit der Einführung in die Radarfalle getappt ist, sei es sie selbst, ein Familienmitglied oder jemand aus ihrem Bekanntenkreis. In der Gruppe der Umfrageteilnehmer, die angaben, selbst geblitzt worden zu sein, machen die 18- bis 24-Jährigen die Mehrheit aus.

Zustimmung beim Nationalitätengesetz

Die Reform des Nationalitätengesetzes stößt bei der Bevölkerung weitgehend auf Zustimmung. Am größten ist die Zustimmung beim "Droit du sol" (77 Prozent), wonach Kinder, die in Luxemburg geboren und aufgewachsen sind, automatisch die Luxemburger Staatsangehörigkeit erhalten sollen. Mit der Senkung der Residenzdauer von sieben auf fünf Jahre sind 59 Prozent der Befragten einverstanden. Mit dem Sprachtest, der von den Anforderungen her unverändert bleibt, sind immerhin noch 57 Prozent einverstanden.

Bei den Nicht-Luxemburgern ist die Zustimmung in den drei Fragen ausgeprägter als bei den Wählern. Am größten ist der Unterschied beim Sprachtest, dem 65 Prozent der Ausländer zustimmen, aber nur 50 Prozent der Luxemburger. Für die Senkung der Residenzdauer sind 53 Prozent der Luxemburger, bei den Ausländern liegt die Zustimmung bei 66 Prozent. Beim "Droit du sol" nähern sich beide Gruppen wieder an (73 Prozent bei den Luxemburgern und 81 Prozent bei den Ausländern).

Die unterschiedliche Einschätzung spiegelt sich auch in der Frage wider, wie ausgeprägt die sprachlichen Kenntnisse sein sollten, um die Luxemburger Staatsbürgerschaft zu erlangen. Nur zwölf Prozent der Luxemburger sind der Ansicht, dass die verlangten Kenntnisse überzogen seien. Bei den Ausländern teilen 45 Prozent diese Ansicht. Umgekehrt sind 51 Prozent der Luxemburger der Meinung, dass man zu wenig verlangt. Bei den Ausländern ist nur jeder Fünfte dieser Meinung.

Im Mittelfeld, wo die Befragten der Meinung sind, das Niveau der Sprachtests sei genau richtig, nähern sich beide Gruppen wieder an. 37 Prozent der Luxemburger und 33 Prozent der Ausländer sind der Ansicht, dass das Niveau der Sprachtests ganz in Ordnung ist.

Flüchtlinge: Zustimmung schwindet

In der Haltung der Bevölkerung bezüglich der Aufnahme von Flüchtlingen kam es seit Oktober 2015 sukzessive zu Verschiebungen. Waren damals noch 47 Prozent der Befragten der Ansicht, Luxemburg sollte weiter Flüchtlinge aufnehmen, so sind es jetzt nur mehr 43 Prozent. Diese Haltung ist bei den Luxemburgern stärker vertreten (48 Prozent) als bei den Ausländern (37 Prozent).

Die Quote derer, die finden, Luxemburg sollte keine Flüchtlinge mehr aufnehmen, ist seit Oktober von 25 auf jetzt 33 Prozent gestiegen. Diese Meinung vertreten 35 Prozent der Luxemburger gegenüber 30 Prozent der Ausländer. Einen leichten Anstieg gibt es auch bei jenen, die meinen, Luxemburg habe bereits zu viele Flüchtlinge aufgenommen. Die Quote steigt von zwölf (Oktober 2015) auf jetzt 14 Prozent (Luxemburger: zehn Prozent, Ausländer: 18 Prozent).

59 Prozent der Einwohner sind der Ansicht, dass Luxemburg genug für Flüchtlinge tut, im November sagten dies noch 60 Prozent. Die Luxemburger vertreten diese Meinung etwas stärker (63 Prozent) als Nicht-Luxemburger (53 Prozent).

Wie im November sind auch jetzt 18 Prozent der Einwohner der Ansicht, Luxemburg tue zu viel für die Flüchtlinge. Allerdings hat sich das Verhältnis etwas verschoben. Bei den Luxemburgern ist diese Meinung rückläufig (von 18 auf 15 Prozent), bei den Ausländern hingegen ist die Quote von 18 auf 23 Prozent gestiegen. 13 Prozent der Befragten sind der Ansicht, Luxemburg tue nicht genug für die Flüchtlinge (Luxemburger: 12 Prozent, Ausländer: 13 Prozent). Im Oktober sagten dies zwölf Prozent der Einwohner.

Der Anteil derer, die hierzu keine Meinung haben, ist übrigens geschrumpft, von 15 Prozent im Oktober auf jetzt zehn Prozent.

Fiche technique - PolitMonitor printemps 2016

  • population étudiée: population électorale du Luxembourg (luxembourgeois à partir de 18 ans) et résidents étrnagers à partir de 18 ans
  • échantillon représentatif selont l’âge, le sexe, le type d’activité, la région et la nationalité pondération des données brutes selon les variables sexe, âge, région,nationalité actif/non-actif
  • taille d’échantillon: 1.024 personnes à partir de 18 ans
  • compostion de l’échantillon
  • 1.024 résidents à partir de 18 ans
  • 336 personnes de circonscription électorale centre, 339 personnes de la circonscription électorale sud
  • 194 personnes de la circonsription électorale nord et 155 personnes de la circonscription est
  • période d’enquête du 11 au 18 mai 2016
  • méthode: sondage internet (67%, n = 683) et téléphonique (33%, n = 341), pondération par âge, sexe, région, nationalité et activité professionnelle
  • droits d’auteurs; réservés conjointement à TNS IlReS, à RTL et au Luxemburger Wort
  • sondage réalisé par TNS ILReS (ILReS S.A.) 46, rue du Cimetière, L-1338 Luxembourg
  • pour le compte de (acheteurs) RTL et Luxemburger Wort


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