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Politmonitor: Asselborn top, Dieschbourg Flop
Politik 6 Min. 23.10.2019

Politmonitor: Asselborn top, Dieschbourg Flop

Carole Dieschbourg (l.) mit Jean Asselborn.

Politmonitor: Asselborn top, Dieschbourg Flop

Carole Dieschbourg (l.) mit Jean Asselborn.
Lex Kleren
Politik 6 Min. 23.10.2019

Politmonitor: Asselborn top, Dieschbourg Flop

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Politmonitor-Umfrage von Luxemburger Wort und RTL birgt einige Überraschungen. Interessant sind die Ergebnisse der Grünen und der CSV. Außer Konkurrenz läuft Jean Asselborn, der unangefochten auf Platz 1 liegt.

Nach den Wahlen vom Oktober 2018 hat sich das politische Personalkarussell heftig gedreht. Beim Politmonitor, der von TNS Ilres im Auftrag von „Luxemburger Wort“ und RTL zwischen dem 3. und dem 14. Oktober durchgeführt wurde, gibt es deshalb deutliche Verschiebungen, auch deshalb, weil viele neue Gesichter auftauchen.

An der Spitze bleibt alles beim Alten: Außenminister Jean Asselborn (LSAP) setzt sich einmal mehr durch. Schon im Juni 2018 lag er mit einem Durchschnittswert von 85 Prozent mit deutlichem Vorsprung auf Platz eins. Auf Rang zwei landet Premierminister Xavier Bettel (DP), mit 78 Prozent Zustimmung. Im Ranking konnte er drei Prozentpunkte gutmachen. Sozialminister Romain Schneider (LSAP) muss zwar im Vergleich zum Juni 2018 in der Gesamtwertung fünf Prozentpunkte abgeben, kommt mit einer Zustimmung von 59 Prozent aber trotzdem auf Platz drei.

Außenminister Jean Asselborn (l.) und Vizepremier Etienne Schneider (r.) haben gut lachen: Gleich vier LSAP-Politiker landen beim Politmonitor unter den Top 5.
Außenminister Jean Asselborn (l.) und Vizepremier Etienne Schneider (r.) haben gut lachen: Gleich vier LSAP-Politiker landen beim Politmonitor unter den Top 5.
Foto: Guy Jallay

Hinter dem Spitzentrio landen mit Vizepremier Étienne Schneider und Fraktionschef Alex Bodry gleich zwei weitere LSAP-Politiker in den Top 5. Schneider behauptet sich mit einem Durchschnittswert von 57 Prozent (46 Sympathie und 68 Kompetenz), kann aber im Ranking gleich fünf Plätze gutmachen. Auch Alex Bodry macht Boden gut und landet hinter dem Wirtschaftsminister auf Rang fünf. Seine Zustimmungsrate liegt unverändert bei 54 Prozent.

Innenministerin Taina Bofferding mit Achtungserfolg

Innenministerin Taina Bofferding erzielt bei ihrem ersten Politmonitor mit Rang 13 einen Achtungserfolg. Mit 48 Prozent Zustimmung überholt sie auf Anhieb ihren Vorgänger im Intérieur, Dan Kersch, der einen Prozentpunkt einbüßt (45 Prozent).

Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) kommt auf Anhieb auf Platz 13.
Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) kommt auf Anhieb auf Platz 13.
Foto: Guy Wolff

Die zweite neue LSAP-Ministerin Paulette Lenert schafft es mit einer Zustimmung von 28 Prozent nur auf den vorletzten Platz (28). Ihr wird zum Verhängnis, dass 33 Prozent der Befragten sie überhaupt nicht kennen. Parteipräsident Franz Fayot, auch zum ersten Mal dabei, halten 40 Prozent der Befragten sowohl für sympathisch als auch für kompetent, das reicht für Platz 23.

Hinter der LSAP-Phalanx auf den ersten Rängen geht es bunter zu. Finanzminister Pierre Gramegna (DP) kommt auf Platz sechs und macht im Gesamtranking einen Satz nach vorne (2018: Platz 14). Er verbessert sich um zwei Prozentpunkte auf 53 Prozent im Durchschnitt. Bettel und Gramegna sind die einzigen liberalen Politiker, die es in die Top 10 geschafft haben.

Drei DP-Politiker im Mittelfeld

Im Mittelfeld zeigen die DP-Politiker hingegen starke Präsenz. Familienministerin Corinne Cahen (DP) macht einen Sprung nach vorn. Im Vergleich zu 2018 legt sie bei der Sympathie um drei Prozent und in der Kompetenz gar um neun Prozentpunkte zu, insgesamt ein Plus von sechs Prozentpunkten. Damit schafft sie es auf Platz 16 (2018: Platz 27).


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Ebenfalls auf Platz 16 platzieren sich Mittelstandsminister Lex Delles (DP) und Parlamentspräsident Fernand Etgen (DP). Delles erreicht eine Zustimmung von 44 Prozent. Etgen lässt nach seinem Wechsel von der Regierung ins Parlament mit einem Minus von drei Prozentpunkten allerdings Federn. Das gilt auch für Minister Marc Hansen, der ebenfalls drei Prozentpunkte hängen lässt und auf Rang 20 landet.

Bildungsminister Claude Meisch (DP) darf sich hingegen freuen. Zum einen gibt er endlich die rote Laterne ab und landet diesmal auf Platz 28. Zudem kann er sowohl bei der Sympathie (+ 3) als auch bei der Kompetenz (+ 4) zulegen (34 insgesamt). Eugène Berger gelingt dies nicht. Der DP-Fraktionschef liegt unverändert bei 31 Prozent Zustimmung. Das reicht nur für Platz 31.

Überraschungen bei den Grünen

Die größten Verschiebungen gibt es bei den Grünen. Die neue Justizministerin Sam Tanson startet durch: Insgesamt kann sie im Vergleich zu Juni 2018 acht Prozentpunkte auf 52 Prozent zulegen. Mit ihrem Zugewinn sichert sie sich Platz sieben im Gesamtranking und verweist ihre Parteikollegen allesamt auf die Plätze.

Umweltministerin Carole Dieschbourg von den Grünen stürzt in der Folge der Traversini-Affäre in der Gunst der Wähler ab. Nach Platz 7 im Juni 2018 landet sie im aktuellen Politmonitor nur noch auf Rang 20.
Umweltministerin Carole Dieschbourg von den Grünen stürzt in der Folge der Traversini-Affäre in der Gunst der Wähler ab. Nach Platz 7 im Juni 2018 landet sie im aktuellen Politmonitor nur noch auf Rang 20.
Foto: Pierre Matgé

Ganz anders Carole Dieschbourg, die in der Traversini-Affäre in die Schusslinie geraten ist. Die Umweltministerin stürzt geradezu ab. Nach Platz sieben im Juni 2018 reicht es diesmal nur noch für Rang 20. Insgesamt büßt sie 18 Prozentpunkte ein (Sympathie -17, Kompetenz –19). Aus den Reihen der Grünen schneiden nur die beiden Co-Vorsitzenden Christian Kmiotek (30 Prozent) und Djuna Bernard (24 Prozent) noch schlechter ab.

Für François Bausch, der zuletzt mit der Datenschutzdebatte zu kämpfen hatte, hält sich der Schaden in Grenzen. Der Minister für Mobilität und Innere Sicherheit kann sich von Platz 13 auf Rang zehn verbessern, muss aber ein Minus von drei Prozentpunkten bei der Zustimmung hinnehmen.


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Die beiden neuen grünen Minister, Claude Turmes und Henri Kox, schlagen sich gut. Turmes landet mit einer Zustimmung von 50 Prozent auf Anhieb neben Bausch auf Rang zehn. Wohnungsbauminister Kox kommt bei seiner ersten Politmonitor-Bewertung auf Platz 19, mit einer Zustimmung von 43 Prozent. Die grüne Fraktionschefin Josée Lorsché findet sich hingegen abgeschlagen auf dem drittletzten Platz wieder, dies mit einem Durchschnittswert von 30 Prozent.

Verschiebungen bei der Opposition

Auch bei der Opposition gibt es Veränderungen. Nach seinem Rückzug in die zweite Reihe büßt der frühere CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler neun Prozent an Zustimmung ein. Auf Rang sieben führt Wiseler weiterhin die Riege der CSV-Politiker an. Allerdings ist ihm Generalsekretär Félix Eischen auf Platz neun und einer Zustimmung von 51 Prozent dicht auf den Fersen. Während Wiseler in Sachen Kompetenz punkten kann (55 Prozent), überzeugt Eischen eher bei der Sympathie (57 Prozent).

CSV-Fraktionschefin Martine Hansen muss leichte Einbußen hinnehmen, nach 47 Prozent Zustimmung im Juni 2018 halten sie diesmal 46 Prozent der Befragten für sympathisch oder kompetent. Im Ranking reicht es für Platz 14 (2018: 16).

Serge Wilmes (l.) platziert sich im Politmonitor vor CSV-Parteipräsident Frank Engel (r.)
Serge Wilmes (l.) platziert sich im Politmonitor vor CSV-Parteipräsident Frank Engel (r.)
Foto: Guy Jallay

Interessant ist auch das Resultat der beiden Dauerrivalen Frank Engel und Serge Wilmes. Beide werden zum ersten Mal im Politmonitor berücksichtigt. Wilmes erhält 42 Prozent Zustimmung und landet auf Platz 20, Engel bringt es auf 39 Prozent, erreicht aber nur Rang 25.

Laurent Mosar, der zuletzt zusammen mit Gilles Roth die Casier-Debatte befeuerte, platziert sich knapp vor Engel auf Rang 23, dies mit einer Zustimmung von 40 Prozent. Roth, ebenfalls ein Neuling im Politmonitor, bringt es auf 35 Prozent Zustimmung und landet auf Platz 27. Georges Mischo, der bei den Gemeindewahlen in Esch für eine handfeste Überraschung gesorgt hatte und seit den Wahlen für die CSV in der Chamber sitzt, kann nicht wirklich punkten. Nur 32 Prozent der Befragten halten ihn für sympathisch bzw. kompetent (Platz 30).


4.6. IPO / Chamber / Debatte Tram / Claude Wiseler , Francois Bausch Foto:Guy Jallay
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Ähnlich sieht es auch für Sven Clement von den Piraten aus. Nach seinem Einzug ins Parlament vermag er in den Umfragen nicht zu überzeugen. 33 Prozent Zustimmung bedeutet Rang 29. Marc Baum von Déi Lénk schneidet mit 36 Zustimmung und Rang 26 etwas besser ab.

Der Überflieger der Opposition ist ohne Wenn und Aber Gast Gibéryen. Das ADR-Urgestein legt im Vergleich zur letzten Politmonitor-Umfrage um vier Prozentpunkte zu und landet mit seinem Resultat auf dem zehnten Platz im Politiker-Ranking.

Das ADR-Urgestein Gast Gibéryen legt um vier Prozentpunkte zu und landet im Politmonitor auf Platz 10.
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Foto: Guy Jallay



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