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"Politik entzieht sich der Verantwortung"
Politik 2 Min. 10.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Asti zieht erste Bilanz der Flüchtlingskrise

"Politik entzieht sich der Verantwortung"

Es gebe einen großen Unterschied zwischen der angemessenen Aufnahme und der Integration von Flüchtlingen, stellt die Asti fest.
Asti zieht erste Bilanz der Flüchtlingskrise

"Politik entzieht sich der Verantwortung"

Es gebe einen großen Unterschied zwischen der angemessenen Aufnahme und der Integration von Flüchtlingen, stellt die Asti fest.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 10.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Asti zieht erste Bilanz der Flüchtlingskrise

"Politik entzieht sich der Verantwortung"

Christoph BUMB
Christoph BUMB
Die Asti zieht eine gemischte Zwischenbilanz des luxemburgischen Managements der Flüchtlingskrise. Vor allem bei den Integrationsleistungen bleibe noch viel zu tun - ein unmissverständlicher Appell an die Politik.

(CBu) - Die " Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés" (Asti) zieht eine gemischte Bilanz des luxemburgischen Managements der Flüchtlingskrise. In einem Presseschreiben zählt sie eine Reihe von anhaltenden Herausforderungen auf, die sich vor allem auf die Integration von Immigranten beziehen. "Es bleibt noch viel zu tun", lautet das Motto.

Die Aufnahme und Beherbergung von Flüchtlingen in Luxemburg verlaufe "korrekt", stellt die Asti fest. Das reiche allerdings nicht aus. Zur Integration in der Gesellschaft gehöre mehr als nur der Fakt, dass man ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen hat. Luxemburg habe es in der Vergangenheit zwar immer geschafft, Asylbewerber zu integrieren, ohne dass darunter der soziale Zusammenhalt leidet. In der aktuellen Flüchtlingsbewegung würden aber besondere Herausforderungen auf das Land zukommen.

Lob und Tadel für Hilfsprojekte

Dazu gehören vor allem das Erlernen der Landessprachen, das Angebot eines angemessenen pädagogischen Umfelds, der Zugang zu Arbeitsmarkt und Wohnraum, das Schaffen von Begegnungsorten zwischen den Zugewanderten und der einheimischen Bevölkerung sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Politik, staatlichen Verwaltungen und ehrenamtlichen Helfern.

Die Asti lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Anstrengungen der "Oeuvre nationale de la Grande-Duchesse Charlotte ", die bis 2019 zur Finanzierung von insgesamt über 12 Millionen Euro zur Unterstützung von Integrationsprojekten im Rahmen des Förderprogramms "Mateneen" aufruft. Allerdings könne man dies auch so interpretieren, dass der Staat sich damit seiner eigenen Verantwortung in diesem Bereich entzieht, so die Asti.

Appell für mehr Personal

Zudem sei das Amt für Aufnahme und Integration (OLAI) schlicht überfordert, stellt die Asti fest. Die Organisation appelliert in diesem Sinn erneut an die Politik, endlich das Personal im OLAI sowie im Ministerium wesentlich aufzustocken. Dies sei angesichts der aktuellen Situation, in der für die meisten Beamten im OLAI Überstunden an der Tagesordnung sind, unabdingbar.

In 2015 haben laut der Asti übrigens weniger Menschen in Luxemburg Asyl beantragt als im Jahre 1999 auf dem Höhepunkt der Balkankrise. Dennoch rangiere das Großherzogtum (in Relation zur eigenen Bevölkerung) aktuell europaweit auf dem 4. Platz, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht. Bisher wurde in diesem Jahr 406 Menschen das Flüchtlingsstatut anerkannt, mehr als im ganzen vergangenen Jahr.

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