Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Piraten wollen Neuausrichtung der Gesundheitspolitik
Politik 19.09.2018

Piraten wollen Neuausrichtung der Gesundheitspolitik

Die Krankenhäuser würden heutzutage eher Fabriken ähneln, behauptete Jean Colombera.

Piraten wollen Neuausrichtung der Gesundheitspolitik

Die Krankenhäuser würden heutzutage eher Fabriken ähneln, behauptete Jean Colombera.
Foto: Shutterstock
Politik 19.09.2018

Piraten wollen Neuausrichtung der Gesundheitspolitik

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Die Piratenpartei strebt eine stärkere Autonomie der Ärzte sowie eine individuellere Behandlung der Patienten an.

"Die aktuelle Gesundheitspolitik bekämpft nur die Symptome, packt die Probleme aber nicht an der Wurzel", betonte Jean Colombera, der bei den Chamberwahlen für die Piratenpartei antritt. Zusammen mit Marc Goergen, dem Generalsekretär der Piraten, stellte er am Mittwoch die Grundzüge des Wahlprogramms der Partei zum Thema Gesundheit vor. Der ehemalige Abgeordnete beklagte dabei eine ganze Reihe an Problemen, die es zu lösen gäbe.

Individuelle Behandlung

Ein zentrales Anliegen besteht darin, die Behandlung individueller zu gestalten. So sollen Ärzte in Zukunft auf Zeit bezahlt werden, um zu vermeiden, dass Patienten im Schnelldurchlauf durch die Praxis gewunken werden."Ein Arzt sollte für jede Minute bezahlt werden, die er arbeitet", forderte Colombera. So sei eine bessere und zeitintensivere Behandlung möglich.

Auch möchte der ehemalige ADR-Politiker Colombera eine größere Unabhängigkeit der Mediziner, vor allem wenn es um das Anwenden alternativer Behandlungsverfahren geht. Die Freiheit der Ärzte dürfe nicht durch andere Institutionen wie die Gesundheitskasse eingeschränkt werden. Das dieses Jahr eingeführte Gesetz, das die Nutzung von Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert, geht der Partei dabei nicht weit genug.

Menschen besser informieren

Um den Patientenandrang in den Arztpraxen und Krankenhäusern in Zukunft zu reduzieren, fordert Colombera eine bessere Wissensvermittlung. Die Menschen müssten ihren Körper besser kennen, um einschätzen zu können, ob ein Besuch in einer medizinischen Einrichtung notwendig sei. Dazu sollten die nötigen Kenntnisse bereits in der Schule vermittelt werden.

Des Weiteren strebt die Partei ein reformiertes Krankenkassensystem an. Die Piraten fordern mehr Anbieter, um somit die Monopolstellung der aktuellen Gesundheitskasse aufzulösen. Auch sollen Menschen einen Teil ihrer jährlichen Beiträge zurückerstattet bekommen, wenn sie diese nicht in vollem Maße beanspruchen. Dass dies vor allem finanziell schwächere Menschen dazu verleiten könnte, den Arztbesuch zu unterlassen, um Geld zu sparen, musste Colombera dann doch zugeben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wahlberatung auf der Braderie
Die Stater Braderie zieht nicht nur Schnäppchenjäger an. Auch die Parteien versuchen, kurz vor den Wahlen, nochmal Werbung in eigener Sache zu machen. Doch wie bürgernah geben sich die Politiker bei solchen Veranstaltungen wirklich?
4.9. IPO / Wahlen 2018 / Gadgets und Programme der Parteien , die auf der Braderie verteilt wurden Foto:Guy Jallay
Piratenpartei: Rein in die Chamber
Die Piraten wollen die Chamber kapern: Parteipräsident Clement spricht von vier möglichen Abgeordneten. Strategische Unterstützung erhalten sie dabei von Jean Colomberas PID.
Piraten Presentatioun Kandidaten luxembourg le 07.05.2018 ©Christophe Olinger
Clement über die Kooperation mit der PID
Die Piratenpartei wird im Oktober zusammen mit der PID an den Wahlen teilnehmen. Der Vorsitzende Sven Clement erklärt, wie es zu dem Zusammenschluss kam und was die Piraten sich davon erwarten.
Sven Clement, Vorsitzender der Piraten, bestätigte, dass die Piraten im Oktober die Wahlen zusammen mit der PID bestreiten.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.