Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Pierre Gramegna: "Kein Grund zur Panik, aber es wird teuer"
Politik 28.03.2020

Pierre Gramegna: "Kein Grund zur Panik, aber es wird teuer"

Pierre Gramegna auf dem Weg in den Ministerrat.

Pierre Gramegna: "Kein Grund zur Panik, aber es wird teuer"

Pierre Gramegna auf dem Weg in den Ministerrat.
Foto: Guy Wolff
Politik 28.03.2020

Pierre Gramegna: "Kein Grund zur Panik, aber es wird teuer"

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Finanzminister Gramegna sieht Luxemburg gut aufgestellt, um die Corona-Krise finanziell zu meistern. Es sei aber klar, dass der Staat in die Maßnahmen zur Liquiditätssicherung investieren müsse.

Finanzminister Pierre Gramegna hat sich bei RTL-Radio zuversichtlich zum Zustand der Luxemburger Staatsfinanzen während der Corona-Krise geäußert. Es gebe keinen Grund zur Panik, so der Minister, allerdings: "Es wird teuer." Die Regierung sei bemüht, die Liquidität von Firmen und Privatpersonen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten, "damit der Motor weiterläuft".  

Luxemburg sei mit seinem "Stabilitätspakt" über insgesamt 8,8 Milliarden Euro, davon Soforthilfen im Umfang von 1,7 Milliarden Euro, das Land mit dem "präzisesten Plan", so Gramegna. Kein anderes Land zahle innerhalb der nächsten zwei Monate so viel an Direkthilfen aus, die knapp zwei Milliarden Euro entsprächen rund drei Prozent des Brutto-Inlandsproduts. Weitere Maßnahmen innerhalb des Stabilitätspaktes seien eine Stundung von Steuern und Sozialabgaben für Unternehmen für das erste und zweite Trimester 2020 sowie leichterer Zugang zu Krediten.


(FILES) In this file photo taken on March 04, 2020 IMF Managing Director Kristalina Georgieva speaks at a press briefing on COVID-19 in Washington, DC. - The world economy is facing "severe" economic damage from the coronavirus pandemic that could be even more costly than in 2009 and will require an unprecedented response, IMF chief Kristalina Georgieva said March 23, 2020. (Photo by NICHOLAS KAMM / AFP)
IWF: Rezession wird mindestens so schlimm wie in der Finanzkrise
Der Internationale Währungsfonds erwartet für dieses Jahr eine weltweite Rezession, die ärger ausfallen könnte als die Finanzkrise 2008.

Damit all das funktionieren könne, sei aber Solidarität an vielen Fronten vonnöten. Gramegna appellierte an Vermieter, bei säumigen Mietern verständig zu sein bzw. mit ihnen eine Lösung zu finden. Wer den Sonderurlaub aus familiären Gründen nehmen wolle, solle das nur tun, wenn es wirklich nicht anders geht. Diese Solidarität werde auch über die Krise hinaus nötig sein, so der Minister, der dabei andeutete, dass der Kollektivurlaub in diesem Jahr wohl ausgesetzt werden wird. 

Der Staat müsse jetzt investieren um gut durch die Krise zu kommen, dabei gebe es auch Spielraum, was die Verschuldung angeht. Die Triple-A-Bewertung Luxemburgs mache das aber möglich, so Gramegna. 

Auch innerhalb der EU sei Zusammenhalt gefragt: "Wir sitzen in einem Boot. Wenn das Schiff sinkt, werden einige mit untergehen und die, die sich an Land retten können, werden nichts mehr übrig haben. In so einem Europa möchte ich nicht leben."

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Staatshaushalt: Trübe Aussichten
Vor einigen Wochen war bei den Staatsfinanzen noch alles in Ordnung. Nun macht die Pandemie dem Finanzminister einen Strich durch die Rechnung: Die Hilfsmaßnahmen kosten viel Geld und die Einnahmen brechen weg.
Politik, Corona-Virus, Ministerrat, Pierre Gramegna, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Eurogruppenchef: Aus für Gramegna
Luxemburgs Pierre Gramegna hat es am Montag nicht geschafft, genügend Euro-Staaten davon zu überzeugen, dass er die Eurogruppe künftig leiten sollte.
Die 19 Finanzminister des Euroraums entschieden sich gegen den Luxemburger.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.