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Pflegeversicherung: Ausgaben steigen um 8,9 Prozent
Politik 25.07.2019

Pflegeversicherung: Ausgaben steigen um 8,9 Prozent

Zum 31. Dezember 2018 nahmen 14.190 Personen die Dienste der Pflegeversicherung in Anspruch.

Pflegeversicherung: Ausgaben steigen um 8,9 Prozent

Zum 31. Dezember 2018 nahmen 14.190 Personen die Dienste der Pflegeversicherung in Anspruch.
Foto: Lex Kleren
Politik 25.07.2019

Pflegeversicherung: Ausgaben steigen um 8,9 Prozent

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Noch werden schwarze Zahlen geschrieben, aber schon im ersten Jahr der Reform übersteigen die Pflegekosten die Einnahmen. Am Donnerstag legte die CNS die Eckdaten für das Jahr 2018 vor.

7,2 Prozent mehr Einnahmen, aber fast neun Prozent höhere Ausgaben. Dennoch bleibt die Kassenlage der Pflegeversicherung zunächst noch positiv: Das Jahr 2018 schließt mit einem Plus von 39,6 Millionen Euro ab. Die globale Reserve steigt demnach von 221,4 Millionen Euro in 2017 auf 261 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Rücklagen machen somit 39,8 Prozent der Ausgaben aus. Diese Zahlen gab die Caisse nationale de santé (CNS) gestern bekannt.

Den Anstieg der Ausgaben erklärt die CNS mit der Reform der Pflegeversicherung, die am 1. Januar 2018 in Kraft getreten war, sowie mit den Anpassungen vom 1. September letzten Jahres. Dadurch sind vor allem Kosten für die häusliche Pflege gestiegen (+14 Prozent). Auch die Umsetzung des Gehälterabkommens im öffentlichen Dienst habe direkte Auswirkungen auf die Entwicklung der Kosten.


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Dass die Bilanz dennoch positiv ausfällt, führt die CNS auf die höheren Einnahmen durch die Beitragszahlungen und die Anhebung der staatlichen Beteiligung zurück. Ende 2018 nahmen 14.190 Personen die Dienste der Pflegeversicherung in Anspruch, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. 62 Prozent der Betroffenen sind auf die häusliche Pflege angewiesen, 38 Prozent leben in einem Pflegeheim. Die Kosten für die häusliche Pflege machen 42 Prozent der Ausgaben aus, die stationäre Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung 58 Prozent.


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