Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Petition gegen Impfpflicht erreicht mehr als 4.500 Unterschriften
Politik 2 Min. 19.09.2021
Bürgerbegehren in Luxemburg

Petition gegen Impfpflicht erreicht mehr als 4.500 Unterschriften

Die Debatte über eine Impfpflicht wird Regierung und Abgeordnete auch im Herbst begleiten.
Bürgerbegehren in Luxemburg

Petition gegen Impfpflicht erreicht mehr als 4.500 Unterschriften

Die Debatte über eine Impfpflicht wird Regierung und Abgeordnete auch im Herbst begleiten.
Symbolbild: dpa
Politik 2 Min. 19.09.2021
Bürgerbegehren in Luxemburg

Petition gegen Impfpflicht erreicht mehr als 4.500 Unterschriften

Der Text überschreitet schon binnen zwei Tagen die notwendige Hürde für eine Anhörung im Parlament.

(jt) - Eine Petition in Luxemburg gegen die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ist binnen zweier Tage bereits von mehr als 4.500 Personen unterschrieben worden. Damit steht fest, dass die Regierung während einer öffentlichen Anhörung in der Chamber Stellungnahme zu dem Begehren nehmen muss.

Die „Pétition contre la vaccination obligatoire COVID19 pour les citoyens“ liegt erst seit Freitag zur Unterschrift aus. Die Petentin Christelle Pizzirulli fordert laut Beschreibung auf der Parlamentswebsite, den Bürgern „den freien Willen“ zu lassen, „was sie für ihre Gesundheit tun oder nicht tun wollen“. Eine generelle Impfpflicht stelle ein „Hindernis für die individuellen Freiheiten und die Menschenrechte“ dar. Bis Sonntagmittag erreichte die Petition, deren Frist noch 40 Tage läuft, bereits knapp 5.000 Unterstützer.

Zuletzt hatten immer mehr Länder in Europa Maßnahmen zur Steigerung der Impfquote ergriffen. In Italien müssen alle Arbeitnehmer künftig vor Betreten ihrer Arbeitsstelle einen Covid-19-Impfnachweis oder einen negativen Test vorlegen. In Frankreich gilt seit 14. September eine Coronavirus-Impfpflicht für alle Beschäftigten von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Pflegediensten sowie von Feuerwehren und Rettungsdiensten. Gesundheitskräfte, die nicht mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind, müssen mit Sanktionen rechnen.

Bettel und Lenert gegen allgemeine Impfpflicht

Die luxemburgische Regierung hat mehrfach betont, keine generelle Impfpflicht einführen zu wollen. Stattdessen will man die Bürger mit Aufklärung und Angeboten wie dem Impfbus von der Notwendigkeit des schützenden Stichs überzeugen. 

„Die Menschen haben Angst. Eine Impfpflicht wird ihnen die Angst vor einer Impfung nicht nehmen“, erklärte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) Mitte Juli während einer Pressekonferenz. Regierungschef Xavier Bettel (DP) betonte schon im April in einem LW-Interview: „Ich werde niemanden zwingen, sich impfen zu lassen.“ Auch der Einführung einer „2-G-Regel“ (geimpft oder genesen) im Rahmen des Covid-Checks erteilten beide Politiker kürzlich eine Absage.

Bei Mitarbeitenden im Pflege- und Gesundheitswesen im Großherzogtum ist eine Immunisierung gegen Covid-19 derzeit nicht zwingend vorgeschrieben. Allerdings verlangen Einrichtungen wie das CHL mittlerweile einen Impfnachweis bei Neueinstellungen. 

In Luxemburg sind laut Stand vom Donnerstag 399.522 Menschen vollständig gegen das Corona-Virus geimpft. Das entspricht rund 63 Prozent der Bevölkerung.


Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Dänemark und Schweden
Während man in einigen europäischen Ländern über neue Restriktionen nachdenkt, heben Dänemark und Schweden alle Corona-Beschränkungen auf.
Nightlife guests crowd in front of the "Rumors" Nightclub on Noerregade street in Copenhagen during the night between September 2 and 3, 2021, as Denmark lifted restrictions amid the novel coronavirus / COVID-19 pandemic. - Denmark will lift all of its Covid-19 restrictions by September 10, health officials announced, saying the virus no longer posed "a threat to society" due to the country's broad vaccination coverage. (Photo by Olafur Steinar Gestsson / Ritzau Scanpix / AFP) / Denmark OUT
Im Kampf gegen die Pandemie setzt die Regierung weiter auf die Impfung und erhöht den Druck auf die Nicht-Geimpften.
Politik, briefing Lenert/Bettel, Xavier Bettel, Paulette Lenert Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
Dr. Gérard Schockmel zur Wirksamkeit der Impfstoffe in einer vierten Welle. „Die aktuellen Impfstoffe schützen auch gegen Varianten“, sagt der Infektiologe.
Die Virusausbreitung weltweit erfolgt hauptsächlich durch ungeimpfte Personen und sie sind es auch, die schwer erkranken, sagt Dr. Gérard Schockmel.
Patientenschutz in Spitälern
Der Umgang mit geimpftem und nicht geimpftem Personal ist in den Krankenhäusern sehr unterschiedlich. Lenert unterstützt den CHL-Ansatz.
Im CHL antizipiert man eine vierte Welle im Herbst.
Ein Kinderarzt gibt Antworten
Dr. Christian Jaeger erklärt im „Wort“-Interview, dass Kinder mit einer Covid-Erkrankung ganz unterschiedliche Symptome aufweisen können.
Bis heute konnte die Justiz nicht klären, wieso der Vierjährige in der Notaufnahme der Kannerklinik verstarb.