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Petition für Exportstopp von Schlachtvieh
Politik 2 Min. 30.04.2021

Petition für Exportstopp von Schlachtvieh

Auf diesem Bauernhof in Goebelingen präsentierte die LLJ am Freitag ihre Forderungen.

Petition für Exportstopp von Schlachtvieh

Auf diesem Bauernhof in Goebelingen präsentierte die LLJ am Freitag ihre Forderungen.
Foto: Marc Hoscheid
Politik 2 Min. 30.04.2021

Petition für Exportstopp von Schlachtvieh

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die Lëtzebuerger Landjugend a Jongbaueren (LLJ) fordert, dass Nutztiere nicht mehr zum Schlachten in Drittstaaten exportiert werden dürfen.

„Es ist im Sinn von jedem Bauern und Konsumenten, dass die Tiere von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod mit Respekt behandelt werden“, so Luc Emering, Präsident der Lëtzebuerger Landjugend a Jongbaueren (LLJ), am Freitag. Deshalb fordert die LLJ ein Schlachtverbot für Nutztiere in nicht EU-zertifizierten Schlachthöfen. „Wegen unserer spezialisierten Produktion ist es heutzutage so, dass viele Tiere nicht ihr gesamtes Leben auf ein und demselben Betrieb verbringt.“ Da der Bauer zumeist keinen Einfluss darauf habe, was später mit den Tieren geschieht, dürften diese nicht in Länder exportiert werden, wo teilweise wesentlich niedrigere Qualitätsstandards herrschten. 

Eine genaue Anzahl von Tieren, die teilweise über Tausende Kilometer und per Schiff in Drittländer exportiert werden, konnte Emering zwar nicht nennen, er unterstrich jedoch, dass „jedes Tier, das unter solchen Bedingungen transportiert wird, eines zu viel ist“. Sowohl im Agrarministerium als auch bei der Veterinärinspektion sei man sich der Problematik bewusst, ohne, dass jedoch etwas unternommen werde. 

Die Hälfte der Unterschriften fehlt noch

Deswegen hat die LLJ die Petition Nummer 1843 lanciert, die ein Schlachtverbot in nicht Nicht-EU-Ländern fordert. Es sei an der Zivilgesellschaft, ein starkes Zeichen zu setzen. Emering zeigte sich etwas enttäuscht angesichts der Tatsache, dass bislang erst rund die Hälfte der benötigten 4.500 Unterschriften erreicht wurde. Dies passe nicht wirklich damit zusammen, dass das Tierwohl vor allem in den sozialen Medien oft thematisiert wird. So spricht Emering dann auch all jenen, die die Petition nicht unterzeichnen, das Recht ab sich in Zukunft zu diesem Thema zu äußern. 


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Die mögliche Kritik, dass ein solches Vorhaben juristisch nicht umsetzbar sei, lässt die LLJ nicht gelten. „Heute ist es bereits problemlos möglich in den Pass eines Dressurpferds einzutragen, dass es überhaupt nicht geschlachtet werden darf.“ Man sei sich auch der Tatsache bewusst, dass Luxemburg Teil eines globalen Marktes ist. „Wir sind überhaupt nicht gegen Import und Export. Es ist völlig legitim, dass luxemburgische Produkte weltweit genossen werden, aber dann soll das Fleisch und nicht das lebendige Tier transportiert werden.“ 

Gewissen statt Geld

LLJ-Vorstandsmitglied Christan Hahn unterstrich seinerseits, dass es keine Frage des Geldes sei. Ein Exportstopp werde sich nämlich wahrscheinlich leicht negativ auf die Preise auswirken, weil man es in einigen Ländern bevorzuge, die Tiere selbst zu schlachten. „Es geht darum, nachts mit einem guten Gewissen schlafen zu können, weil wir ein Nutztier respektvoll genutzt haben.“

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