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Petition für Adapto zum Nulltarif
Politik 2 Min. 23.07.2019

Petition für Adapto zum Nulltarif

Petition für Adapto zum Nulltarif

Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 23.07.2019

Petition für Adapto zum Nulltarif

Patrick BESCH
Patrick BESCH
In einer Petition wird gefordert, dass der Adopto-Dienst für Menschen mit Behinderung kostenlos sein soll. In nur fünf Tagen hat das Begehren die nötigen Unterschriften gesammelt.

Gratis Bus, Zug und Tram fahren. Mit ihrer Ankündigung, den öffentlichen Transport kostenlos zu machen, sorgte die blau-rot-grüne Regierung bei ihrem Amtsantritt Anfang Dezember für große Schlagzeilen, die selbst in den internationalen Medien aufgegriffen wurden. Denn von März 2020 an wird Luxemburg das erste Land der Welt sein, in dem man keinen Fahrschein mehr braucht, um öffentliche Verkehrsmittel benutzen zu dürfen.

Ausgenommen von dieser Kostenfreiheit bleibt jedoch die Nutzung der Adapto-Busse, wenn sie nicht für den Weg zur Arbeit und wieder nach Hause in Anspruch genommen werden. Adapto ist ein Tür-zu-Tür-Busservice, der von einer Reihe von privaten Transportunternehmen in Luxemburg angeboten wird, welcher für Menschen mit eingeschränkter Mobilität vorgesehen ist. Eine einfache Fahrt kostet fünf Euro, für eine Hin- und Rückfahrt muss man acht Euro bezahlen.


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Für viele Menschen ist diese Tatsache jedoch nicht hinnehmbar. Warum sollen Behinderte, die sich schon oft genug in prekären Situationen befinden, weiter für ihren Transport zahlen, wenn alle anderen dies umsonst tun können, lautet die Argumentation jener, die sich ebenfalls für eine kostenfreie Benutzung der Adapto-Busse aussprechen.

Seit einigen Wochen ist die Diskussion um den Adapto-Service auch in der Sphäre der Politik angekommen. Am 8. Mai wollte der CSV-Abgeordnete Marco Schank in einer erweiterten Frage im Parlament nähere Details zum kostenlosen öffentlichen Transport erhalten, insbesondere ob auch der Adapto-Dienst gratis werden wird. In seiner Antwort bestätigte Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng), dass dieses Transportmittel nur für behinderte Personen für den Weg zur Arbeit und zurück gratis sein wird. Für Privatzwecke, etwa eine Fahrt zum Supermarkt, wird der Dienst weiterhin kostenpflichtig bleiben, so Bausch weiter.

Rekordverdächtig

Marco Schank ließ jedoch nicht locker. In einer Motion forderte er die Regierung erneut auf, den Adapto-Dienst komplett kostenfrei für Menschen mit einer Behinderung zu machen. Seine Motion wurde am 2. Juli jedoch mit 31 Nein-Stimmen abgelehnt. Doch das Thema ist für die Abgeordneten noch nicht vom Tisch.

Denn in weniger als fünf Tagen hat die Petition 1329 das nötige Quorum von 4 500 Unterschriften erreicht. Gegenstand des Begehrens ist die Forderung, dass alle Fahrten mit dem Adapto-Bus – also nicht nur jene zum Arbeitsplatz – für Menschen mit Behinderung kostenlos werden sollen. Somit darf die Antragstellerin Ana Pinto den Abgeordneten ihr Anliegen in einer öffentlichen Sitzung im Parlament vortragen.


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„Aussi les personnes handicapées ont le droit au transport gratuit pour pouvoir se déplacer gratuitement et librement.“ Mit diesen Worten begründet die Antragstellerin ihr Begehren, welches gestern schon an der 5 000er-Marke kratzte. Die Petition über die Adapto-Busse, welche die 4 5000er-Marke in Rekordzeit knackte, ist bereits die Sechste, welche in dieser Legislaturperiode in einer öffentlichen Sitzung angehört wird. Bis zum 30. August kann die Petition auf der Internetseite der Chamber noch unterschrieben werden.


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