Personalentscheidung im Erzbistum

Generalvikar Erny Gillen tritt zurück

Erny Gillen wurde am 16. Oktober 2011 zum Generalvikar ernannt.
Erny Gillen wurde am 16. Oktober 2011 zum Generalvikar ernannt.
Foto: Anouk Antony

(mig) - Erny Gillen wurde am 16. Oktober 2011 von Erzbischof Jean-Claude Hollerich zum Generalvikar ernannt. Seither war der Geistliche maßgeblich an den Verhandlungen mit der Regierung über eine neue Konvention mit den Religionsgemeinschaften beteiligt. Nach etwas mehr als drei Jahren ist der Generalvikar nun an den Erzbischof mit dem Wunsch herangetreten, sein Amt niederzulegen. „Ich bin dem Bischof dankbar für das, was wir gemeinsam angehen konnten. Ich bin dankbar dafür, dass er Verständnis für meine Entscheidung hatte und meinen Rücktritt angenommen hat“, so Erny Gillen im LW-Gespräch.

Hinter ihm lägen drei anstrengende Jahre im Dienste des Erzbischofs. Besonders in den letzten Monaten habe er viel Kraft gelassen und verloren, meinte Gillen. „Der Bischof gestattet mir eine Auszeit, die ich gerne wahrnehme, um mich – poetisch ausgedrückt – meinen Kurien-Krankheiten zu stellen, die Papst Franziskus wenige Tage vor Weihnachten so harsch angesprochen hat.“ Er werde neue Kraft und Energie für kommende Aufgaben tanken, so der scheidende Generalvikar, der aber nichts weiter über seine Zukunftspläne verriet.

Gillen hat größtes Vertrauen in seinen Nachfolger und ist zuversichtlich, dass dieser die Herausforderungen meistern wird. „Das Feld für die Nachfolgenden ist bestellt. Die Konten liegen offen. Ein neuer Ökonom der Erzdiözese hat gerade angefangen. Die Verwaltung steht ebenfalls auf festen Füßen“, erklärt der Geistliche. Die kommerziellen Gesellschaften und besonders das Luxemburger Wort seien neu und gut aufgestellt. Nicht zuletzt lägen drei neue Verträge mit dem Luxemburger Staat vor, „die für neue Verhältnisse sorgen werden“.

Erny Gillen sieht es quasi als seine moralische Pflicht an, seinen Posten gerade jetzt zur Verfügung zu stellen. „Nach guter Gepflogenheit im Bereich des Managements und auch im Bereich der Diplomatie sollten die Unterhändler von Verträgen nicht mit deren Umsetzung beauftragt werden. Gerade deshalb fällt es mir leicht, jetzt aufzuhören. Und ich freue mich, dass ich dies auf Aschermittwoch tun darf, dem Anfang der großen christlichen Besinnungszeit.“

Erny Gillen bleibt bis Mitte Mai Vorsitzender von Caritas Europa sowie Vizevorsitzender von Caritas Internationalis. Des Weiteren wird er den Abschluss des Geschäftsjahres 2014 noch mitverantworten.

Experte in pastoralen Fragen

Leo Wagener ist Pfarrer im Pfarrverband Steinsel-Walferdingen und Mitglied des Domkapitels. Sein Amt als Bischofsvikar der Abteilung Pastoral gibt der Geistliche ab.

Leo Wagener ist Experte in pastoralen Fragen.
Leo Wagener ist Experte in pastoralen Fragen.
Foto: Chris Karaba

Leo Wagener erwarten mit der Neuregelung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat nicht gerade kleine Herausforderungen. Als Experte in pastoralen Fragen ist der neue Generalvikar zuständig für die Umsetzung der Konvention, die neben der Finanzierung der Kultusdiener auch die Einführung eines Werteunterrichts und die Neuregelung der Kirchenfabriken beinhaltet.

Wagener spricht von einem großen Vertrauensbeweis und von großen Herausforderungen. Der neue Generalvikar blickt aber zuversichtlich in die Zukunft. Er sieht seine Arbeit in der Kontinuität seines Vorgängers und baut auf den kollegialen Geist derer, die ebenfalls verantwortungsvolle Posten inne haben, sei es die Bischofsvikare oder auch die Bischöflichen Delegierten. Wagener möchte die "unterschiedlichen Kompetenzen und Charismen in den verschiedenen verantwortungsvollen Gremien aufeinander abstimmen und würdigen".

Dem Erzbischof und seinem Nachfolger wünscht Erny Gillen weiterhin eine glückliche Hand, viel Kraft und Mut.

Zur Person: Leo Wagener wurde am 12. April 1962 in Ettelbrück geboren. Nach dem Abitur, das er im Lycée classique Diekirch abschloss, studierte er Philosophie und Theologie in Trier und Paris. Im Juli 1988 wurde er in der Kathedrale von Luxemburg zum Priester geweiht.

Weitere Etappen: Kaplan in Diekirch (1988-1990), Pfarrer in Steinbrücken (1990-2006), Diözesanjugendseelsorger (1992-2006), Bischöflicher Delegierter für die Pastoral (2011-2013) und Bischofsvikar für die Pastoral (2013-2015).