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Paul Junck: „Spitäler sind gut aufgestellt“
Politik 3 Min. 03.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Paul Junck: „Spitäler sind gut aufgestellt“

FHL-Präsident Paul Junck appelliert dringend, sich aus Solidarität weiter an die Shutdown-Regeln zu halten.

Paul Junck: „Spitäler sind gut aufgestellt“

FHL-Präsident Paul Junck appelliert dringend, sich aus Solidarität weiter an die Shutdown-Regeln zu halten.
Foto: Gilles KAYSER
Politik 3 Min. 03.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Paul Junck: „Spitäler sind gut aufgestellt“

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Der Dachverband der Krankenhäuser FHL ist eng in das Krisenmanagement eingebunden. Präsident Paul Junck gibt Einblicke, wie sich die Spitäler auf die Corona-Spitzenzeit vorbereiten.

Gute Nachrichten kommen aus dem Krankenhaussektor: „Durch den Shutdown bekamen wir die nötige Vorlaufzeit, um uns vorzubereiten – wir sind jetzt gut aufgestellt und die Zusammenarbeit zwischen den Spitälern klappt sehr gut“, sagt der Präsident der Krankenhausföderation FHL, Paul Junck im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“. 

Er appelliert aber eindringlich an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten, um die Abflachung der Infizierten-Kurve weiter zu gewährleisten und den Krankenhaussektor nicht zu überfordern: "Bitte bleiben Sie weiterhin zu Hause."

Personal wird geschont 

Der Dachverband aller Spitäler organisiert jeden Tag eine einstündige Video-Konferenzschaltung mit den Generaldirektoren der Spitäler und dem nationalen Krisenstab, mit dem die FHL drei Arbeitsgruppen gebildet hat: Krankenhäuser, Logistik und sanitäre Reserve. Zwei mal pro Tag werden die freien Betten an den Krisenstab gemeldet und über eine App kann live geschaut werden, wie viele Intensivbetten frei sind. 


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„Dadurch, dass die programmierten OP-Programme, die nicht dringend durchgeführt werden müssen, wie Knie- und Hüftprothesen auf Null heruntergefahren wurden und nur noch Notfälle versorgt werden, wurden wichtige Kapazitäten an Betten und Personal frei gemacht. Das erlaubt es uns, das Personal jetzt für Covid-Spitzenzeiten zu schonen“, erklärt Junck. 

Covid-Patienten nach Colpach verlegt

Daneben wurden am CHL durch das Zelt 100 weiter Bettenplätze geschaffen und die 70 bis 80 Betten im Reha-Zentrum in Colpach wurden für Covid-Patienten bereitgestellt. „Ein Teil der Patienten konnte heimgehen, die anderen wurden ins Nationale Reha-Zenter auf Kirchberg verlegt“, sagt Junck. Das ermögliche es Akutbetten frei zu machen, die mit Covid-Patienten, die aus dem Schlimmsten heraus sind, belegt waren. Eine ganze Reihe wurde schon dorthin verlegt. 


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„Das hat uns nicht zuletzt erlaubt, elf schwer kranke Patienten aus Frankreich aufzunehmen, was wiederum sehr von unseren Grenzgängern geschätzt wird.“ 62 Prozent des Pflegepersonals kommt zwar aus den Nachbarländern, dennoch ist man auch hier gut aufgestellt: Die Regierung hat eine Sondergenehmigung für die Kindertagesstätten erteilt, sodass niemand familiär bedingt Urlaub nehmen muss, 400 sind zudem in Hotels untergebracht, um verfügbar zu sein.

Krankenhausabläufe bislang nicht beeinträchtigt

„Wir haben Leute, die Covid-bedingt ausfallen, aber das beeinträchtigt die Spitäler bislang nicht. Es ist auch genug Schutzmaterial, für das Personal und die Ärzte da und sie können in diesen teils schweren Situationen, mit denen sie fertig werden müssen auch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen”, beruhigt Junck, der dem Personal herzlich für die außergewöhnliche Solidarität und Kooperation dankt - auch dem technischen und administrativen Personal.

120 Intensivbetten und weitere 80 Beatmungsplätze werden bislang geboten und von den in China bestellten Beatmungsgeräten sind die ersten auch schon eingetroffen. "Das ganze Material aus China ist von guter Qualität und wird von Spezialisten begutachtet, ob es das ist, was bestellt wurde und ob es auch in Luxemburg funktioniert." 

„Auch finanziell sind die Spitäler gut aufgestellt.“

Junck betont auch, wie wichtig die vier zusätzlichen Scanner sind, die jedem Krankenhauszentrum zur Verfügung gestellt wurden, um die diagnostischen Möglichkeiten zu erhöhen. "In Ettelbrück konnte er schon installiert werden, weil ein Raum frei stand. Die anderen werden in Containern geliefert, die noch angeschlossen werden müssen."

 Was die Kosten anbelangt, so erfassen die Häuser alle mit Covid-19 verbundenen Ausgaben separat. Was die Kosten anbelangt, so erfassen die Häuser alle mit Covid-19 verbundenen Ausgaben separat. „Auch finanziell sind die Spitäler gut aufgestellt“, betont Junck. 


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